Innovationspreis Münsterland: Region mit Erfindergeist

Alle zwei Jahre vergibt Münsterland e.V. den Innovationspreis Münsterland. Aus 95 Bewerbungen wurden sechs Unternehmen in fünf Kategorien prämiert. Erstmals gab es einen Sonderpreis, der „Transformationspreis Nachhaltigkeitswirkung“.

Einmal mehr zeigt der Innovationspreis, wie viel Erfindergeist in der Region steckt“, sagte Klaus Ehling, Vorstand des Münsterland e.V. „Zudem wird in diesem Jahr besonders deutlich, dass Innovation und Nachhaltigkeit im Münsterland Hand in Hand gehen. Die ausgezeichneten Innovationen bergen allerhand Potenzial für die Zukunft.“
In der Kategorie „Wirtschaft“ ging der Innovationspreis Münsterland an die BASF Coatings GmbH aus Münster. Mit ihrer Innovation „NovaFlex SharkSkin“ hat sie die aus einer speziellen Rillenstruktur bestehende Haut eines Haifischs nachempfunden, um damit Oberflächen von Flugzeugen auszustatten. Wie beim Hai im Wasser reduziert sich der Strömungswiderstand so auch beim Flugzeug in der Luft – mit der Folge, dass es weniger Kerosin und CO2 ausstößt. Als „durch und durch bahnbrechende Innovation“ lobte Sebastian Jurczyk, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Münster GmbH, die künstliche Haifischhaut in seiner Laudatio.

„Das Unternehmen hat die Jury nicht nur mit der Umsetzung eines jahrzehntealten Vorhabens überzeugt, sondern auch mit dem Potenzial, das diese Innovation mit sich bringt. Überall, wo Strömungswiderstände reduziert werden sollen, ist der Einsatz der künstlichen Haifischhaut sinnvoll, zum Beispiel bei Windkraftanlagen.“

Die BASF Coatings GmbH aus Münster mit Laudator Sebastian Jurczyk, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Münster GmbH. (Fotos: Münsterland e.V./Philipp Fölting)

Für einen Wandel in der Landwirtschaft sorgen die Preisträger in der Kategorie „Wissenschaft trifft Wirtschaft“: Die Zauberzeug GmbH aus Havixbeck hat in Kooperation mit dem Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde den autonomen und mobilen Agrar-Roboter „Feldfreund“ erfunden, der den Landwirt beim Jäten, Säen, Inspizieren, Bearbeiten, Analysieren oder Ernten unterstützt.
„Die Augen des Agrar-Roboters sind seine Kamera: Diese untersucht beim Jäten den Boden, identifiziert das Unkraut und rupft es entsprechend aus der Erde. Sein Einsatz spart mühevolle Handarbeit und vermeidet Pestizide“, sagte Laudator Dr. Christian Brandt, Generalbevollmächtigter IT der Provinzial Versicherung AG.

„Und der intelligente Freund wächst mit seinen Aufgaben: Im Mittelpunkt der Innovation steht die Open-Source-KI der Steuerungssoftware, die kontinuierlich weiterentwickelt wird. Sie birgt Potenzial – für noch mehr Innovation.“

Der Innovationspreis Münsterland stand in diesem Jahr unter dem Motto: „Fortschritt. Innovativ. Gestalten. Das Münsterland denkt voraus.”.

Zwei erste Plätze vergab die Jury des Innovationspreises in der Kategorie „Start-up“. Die Pixel Photonics GmbH aus Münster überzeugte mit ihrer Innovation „WI-SNSPD“, einer neuartigen Schlüsseltechnologie, hinter der sich wellenleitungsintegrierte supraleitende Nanodraht-Einzelphotonendetektoren verbergen. Damit sind einzelne Photonen – kleinste Lichtteilchen – zu erkennen, was zum Beispiel für bildgebende Verfahren oder Quantenkryptografie relevant ist.

„In der Kategorie „Start-up“ beeindruckt die Kreativität und Innovationskraft der münsterländischen Unternehmen immer besonders – dafür ist der Preisträger Pixel Photonics GmbH eines der besten Beispiele. Eine Technologie zu entwickeln, die immense Fortschritte in der Gesundheitsversorgung, bei Diagnoseverfahren oder in der Datenübertragung und Kommunikationssicherheit ermöglicht, ist mehr als preiswürdig“, so Peter Scholz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Münsterland Ost für die Sparkassen im Münsterland.

Als Menschen, die sich Paaren mit einem Kinderwunsch zur Seite stellen, verstehen sich die Gründer der Truion GmbH aus Münster, die ebenfalls Preisträger in der Kategorie „Start-up“ sind. Bei ihrer Innovation „CatFlux“ handelt es sich um ein CE-gekennzeichnetes In-vitro-Diagnostikum, das dabei hilft, die Erfolgsaussichten einer Kinderwunschbehandlung zu optimieren. Das Diagnostikum untersucht CatSper, einen großen Proteinkomplex in den Spermien. Ein Defekt bedeutet, dass der Mann unfruchtbar ist. Unter dem Mikroskop zu erkennen, war dies bislang jedoch nicht. „Mit ‚CatFlux‘, dem ersten diagnostischen CatSper-Test, ist der Truion GmbH nach jahrelanger Forschungsarbeit eine Sensation gelungen“, sagte Laudator Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen.

„Es ist ein entscheidender Beitrag zu einer erfolgreichen Reproduktion und spendet weltweit neue Zuversicht auf dem Weg zum Elternsein.“ 

Mit „Bear-Cut“ war die Bear-Machines GmbH aus Heek in der Kategorie „Klein und pfiffig“ erfolgreich. Damit die Reifen von Nutzfahrzeugen möglichst lange laufen, werden sie nachprofiliert – das heißt, ihr Gummi wird von Hand nachgeschnitten und so die Profiltiefe wieder hergestellt. Die Lebenslaufzeit der Reifen erhöht sich dadurch um 25 Prozent, außerdem wird weniger Kraftstoff verbraucht. Bear-Cut ist die erste halbautomatische Reifennachschneidemaschine am Markt.
„Sie verschmilzt geschickt Mechanik, Sensorik und Software miteinander, von mühsamer Handarbeit ist keine Rede mehr. Damit hebt Bear-Machines den Stand der Technik auf ein völlig neues Level. Die Jury lobt die Maschine als herausragende Innovation, auch mit Blick auf den enormen Beitrag zur Nachhaltigkeit“, so Heinrich-Georg Krumme, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Westmünsterland für die Sparkassen im Münsterland . Den ersten Platz in der Kategorie „Digitale Geschäftsmodelle“ belegte die Eucon Digital GmbH aus Münster mit „SmartSustain“. Statt händisch ermittelte Daten zu analysieren, extrahiert das auf KI basierte Tool die Daten aus Versorgerrechnungen und Energieausweisen automatisch und bereitet sie transparent auf.

„Auf innovative Weise verarbeitet das Tool sämtliche relevante Verbrauchsdaten im Sinne eines Nachhaltigkeitsreportings“, sagte Laudatorin Brigitte Vogt, Leiterin Marketing & Brand der Westenergie AG. „Von den positiven Effekten hat nicht nur derjenige etwas, der eine Immobilie besitzt. Auch die Kosten für Mieterinnen und Mieter reduzieren sich, wenn man dank ‚SmartSustain‘ den Durchblick behält.“

Den ersten Platz in der Kategorie „Digitale Geschäftsmodelle“ belegte die Eucon Digital GmbH aus Münster mit „SmartSustain“. Statt händisch ermittelte Daten zu analysieren, extrahiert das auf KI basierte Tool die Daten aus Versorgerrechnungen und Energieausweisen automatisch und bereitet sie transparent auf.

„Auf innovative Weise verarbeitet das Tool sämtliche relevante Verbrauchsdaten im Sinne eines Nachhaltigkeitsreportings“, sagte Laudatorin Brigitte Vogt, Leiterin Marketing & Brand der Westenergie AG. „Von den positiven Effekten hat nicht nur derjenige etwas, der eine Immobilie besitzt. Auch die Kosten für Mieterinnen und Mieter reduzieren sich, wenn man dank ‚SmartSustain‘ den Durchblick behält.“

Über den „Transformationspreis Nachhaltigkeitswirkung“ freute sich die zuvor bereits in der Kategorie „Wissenschaft trifft Wirtschaft“ ausgezeichnete Zauberzeug GmbH aus Havixbeck. Ihr „Feldfreund“ überzeugte die Jury auch hinsichtlich des neuen Sonderpreises, der Innovationen mit transformativem Potenzial würdigt. „Mit seinem Potenzial, zu einem Wandel in der Landwirtschaft beizutragen, hat der ‚Feldfreund‘ die Jury sowohl mit Blick auf den Innovationsgrad, als auch mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit überzeugt“, sagte Dr. Therese Kirsch, Beraterin von „pfadwechsel – Agentur für nachhaltigen Wandel“. „Die Innovation kann wesentlich dazu beitragen, den ökologischen Landbau und speziell den Gemüseanbau voranzubringen. Der ‚Feldfreund‘ ermöglicht pestizidfreie Unkrautbekämpfung in Zeiten eines hohen Arbeitskräftemangels. Und dadurch, dass Landwirte vergleichsweise wenig investieren müssen, macht er den heimischen Anbau wettbewerbsfähiger.“

Weitere Informationen: www.innovationspreis-muensterland.de

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