Frauen als Nachfolgerinnen

„Ich hätte mir nie etwas anderes vorstellen wollen“

Seit drei Jahren ist Karla Aßmann Geschäftsführerin der ASSMANN Büromöbel GmbH & Co KG. Die junge Frau leitet in vierter Generation das Familienunternehmen. Im Interview spricht sie über Führungsverantwortung, Kompetenzen und ihren Führungsstil. 

Frau Aßmann, warum sind Sie ins Familienunternehmen eingetreten?  

Karla Aßmann: Irgendwie ist das Familienunternehmen zu mir gekommen und ich hätte mir auch nie etwas anderes vorstellen wollen. Ich bin als Kind schon oft mit meinem Vater zur Arbeit gegangen und habe mir später das Taschengeld aufgebessert.

Die Ausbildung habe ich dann bewusst nicht bei ASSMANN gemacht und das war der richtige Weg. Im Familienunternehmen selbst habe ich zunächst den Bereich Workplace Consulting mit aufgebaut, bevor ich jetzt in der Geschäftsführung in vierter Generation an der Seite meines Vaters das weiterführen darf, was uns als familiengeführten Mittelständler auszeichnet.

Was bedeutet für Sie Führungsverantwortung und auf welche Kompetenzen kommt es heute besonders an?

Karla Aßmann: Als Führungskraft muss man sich inhaltlich nicht überall 100 Prozent auskennen. Man gibt die klare Richtung und die Strategie vor, mit den entsprechenden Leitplanken, in denen die Mitarbeitenden entscheiden. Gleichzeitig ist es Führungsverantwortung,klar zu kommunizieren, was nicht getan werden soll. Idealerweise meistern Kolleginnen und Kollegen ihre Herausforderungen dann selbst und die Führungskraft muss am Ende nur noch zwischen zwei guten Lösungen entscheiden.

Wie beschreiben Sie Ihren Führungsstil? 

Karla Aßmann: Ich bezeichne mich gerne als Coachin, die Kolleginnen und Kollegen so führt, dass diese im vorgegebenen Rahmen die bestmöglichen Entscheidungen treffen. Der persönliche Kontakt ist mir dabei wichtig. Führung bedeutet für mich, die Menschen mitzunehmen. Auch da habe ich viel von meinem Vater gelernt, der nie ausgeprägtes Hierarchiedenken hatte und auch nicht betriebsblind war. Ich möchte auf Augenhöhe führen.

Haben Sie konkrete Veränderungen im Hinblick auf die Führungskultur im Unternehmen umgesetzt? 

Karla Aßmann: Natürlich erfordert die Entwicklung vom Familienbetrieb zum mittelständischen Familienunternehmen auch Anpassungen bei der Führungskultur. Zum Beispiel haben sich die Anforderungen der Mitarbeitenden geändert und es gibt öfter Gesprächsbedarf. Darauf reagieren wir, indem wir an erforderlichen Stellschrauben drehen. Grundsätzlich etwas geändert habe ich jedoch nicht. Wie mein Vater versuche ich, möglichst oft präsent zu sein, durch Produktion und Büros zu gehen und persönlich mit Kolleginnen und Kollegen zu reden. Ziel ist es, die erfolgreiche Unternehmenskultur als Führungsmannschaft weiterzuführen.

Sie sind gemeinsam mit Ihrem Vater in der Geschäftsführung tätig: Wie gestalten Sie die Zusammenarbeit? 

Karla Aßmann: Sehr gut. Wir ticken ähnlich, haben einen ähnlichen Führungsstil und können uns aufeinander verlassen. Auch gibt es bei uns klare Regeln. Eine davon ist, dass außerhalb der Firma nie mehr als fünf Minuten über die Arbeit gesprochen wird.

Wo sehen Sie rückblickend die größten Herausforderungen beim Generationenwechsel?

Karla Aßmann: Entscheidend ist es, den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Das ist uns gelungen. Weil mein Vater den Generationenwechsel langfristig im Auge hatte und loslassen kann, und weil ich Zeit hatte, mich in verschiedenen Verantwortungsfeldern bei ASSMANN einzuarbeiten.
Mit Blick aufs Geschäft haben wir genau den passenden Zeitpunkt getroffen, uns zu transformieren. Wir haben schon 2017 begonnen und die Entwicklung vom reinen Hersteller zum ganzheitlichen Anbieter und Gestalter moderner Arbeitswelten konsequent vorangetrieben. Als Corona die Branche dann vor neue Herausforderungen gestellt hat, waren wir gut aufgestellt. Und mit unserem neusten Bereich ASSMANN CIRCULAR mit den Themen ReBuy, ReFurbish, ReSell haben wir unser Leistungsportfolio um einen weiteren zukunftsfähigen Baustein ergänzt.

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