SERIE: TECH-STARTUPS – Prisma Schools

Wie zwei Gründer die Verwaltung von Nachhilfeschulen neu denken

Nachhilfeschulen leisten täglich wichtige Bildungsarbeit, verbringen jedoch oft genauso viel Zeit mit Verwaltung wie mit Unterricht. Genau dieses Problem wollen Felix Deipenbrock und Ensar Hasanovic lösen. Mit ihrem Startup Prisma Schools haben die beiden Gründer aus Paderborn eine Software entwickelt, die sämtliche Verwaltungsprozesse in einer zentralen Plattform bündelt und Bildungseinrichtungen den Rücken freihält.

Die Idee entstand aus eigenen Erfahrungen im Bildungs- und Nachhilfebereich. Schnell wurde den beiden Gründern klar, dass viele Einrichtungen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Programme, Excel-Tabellen und teilweise sogar Papier arbeiten. Termine, Schülerdaten, Rechnungen und Kommunikation werden häufig in getrennten Systemen verwaltet – mit doppelter Arbeit, unnötigen Fehlern und hohem Zeitaufwand als Folge.

„Wir haben gesehen, wie viel Zeit durch manuelle Verwaltungsprozesse verloren geht – Zeit, die eigentlich für Schülerinnen und Schüler und die pädagogische Arbeit genutzt werden sollte“, erklären die Gründer. Diese Erkenntnis war der Ausgangspunkt für die Entwicklung von Prisma Schools.

Eine Plattform für alle wichtigen Prozesse

Mit Prisma Schools haben Ensar Hasanovic und Felix Deipenbrock eine Software entwickelt, die sämtliche Verwaltungsprozesse von Bildungseinrichtungen in einem System bündelt. Sie vereint die Verwaltung von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften mit Terminplanung, Kommunikation, Abrechnung und einer eigenen Lernplattform. Um nah an den Bedürfnissen der Praxis zu bleiben, fand die Entwicklung gemeinsam mit mehr als 30 Nachhilfeinstituten aus ganz Deutschland statt.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung der Abrechnung im Bildungs- und Teilhabepaket (BuT). Da Formulare und Abläufe je nach Kommune unterschiedlich sind, bedeutet dieser Bereich für viele Nachhilfeschulen einen hohen Verwaltungsaufwand. Prisma Schools bildet diese Prozesse digital ab und erstellt unter anderem automatisiert Anwesenheitsnachweise sowie kommunale Formulare. Dafür wurden bereits die Anforderungen von mehr als 300 Kommunen in Deutschland in das System integriert.

Damit die Software den unterschiedlichen Anforderungen verschieden großer Bildungseinrichtungen gerecht wird, ist sie modular aufgebaut. „Uns war wichtig, nicht einfach nur einzelne Aufgaben zu digitalisieren, sondern eine Plattform zu schaffen, die den gesamten Alltag einer Bildungseinrichtung abbildet“, so die Gründer. Als Software-as-a-Service können Kundinnen und Kunden genau die Funktionen nutzen, die sie für ihre individuellen Abläufe benötigen – unabhängig davon, ob sie einen einzelnen Standort oder mehrere Einrichtungen verwalten.

Von der Idee zum wachsenden Unternehmen

Heute wird Prisma Schools an mehr als 240 Standorten in ganz Deutschland eingesetzt. Aus der ursprünglichen Idee ist ein zehnköpfiges Unternehmen entstanden, das seine Software kontinuierlich weiterentwickelt.

Der Weg dorthin war jedoch nicht ohne Herausforderungen. Obwohl sich die grundlegenden Abläufe vieler Nachhilfeschulen ähneln, arbeitet nahezu jede Einrichtung etwas anders. Der Fokus lag daher von Beginn an darauf, eine flexible Lösung zu entwickeln, die standardisierte Prozesse ermöglicht und gleichzeitig genügend Freiraum für individuelle Anforderungen bietet.

Unterstützung erhielten Felix Deipenbrock und Ensar Hasanovic dabei früh von der garage33. Das Netzwerk und der Austausch mit anderen Gründerinnen Gründern sowie erfahrenen Ansprechpartnern halfen ihnen, ihre Idee weiterzuentwickeln und das Geschäftsmodell zu schärfen. Auch das Gründungsstipendium.NRW verschaffte ihnen in der Anfangsphase den nötigen Freiraum, sich vollständig auf die Produktentwicklung und den Unternehmensaufbau zu konzentrieren.

Die Vision: mehr Zeit für Bildung

Aktuell richtet sich Prisma Schools vor allem an private Nachhilfeschulen, perspektivisch soll die Software jedoch auch für Sprachschulen und weitere Bildungseinrichtungen ausgebaut werden. Dabei möchten die Gründer ihrem bisherigen Ansatz treu bleiben und neue Lösungen stets gemeinsam mit den Praxisakteuren entwickeln.

„Unsere Vision ist es, Prisma Schools zur führenden Infrastruktur und zentralen Plattform für private Bildungseinrichtungen zu entwickeln. Langfristig sollen Bildungseinrichtungen so professioneller, effizienter und zugleich persönlicher arbeiten können“, betonen die Gründer. Denn für Ensar Hasanovic und Felix Deipenbrock steht fest: Digitalisierung soll den persönlichen Kontakt nicht ersetzen, sondern den Menschen mehr Zeit für das geben, worauf es im Bildungsalltag wirklich ankommt.

Weitere Informationen: https://prisma-schools.com/

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