Serie: Wissenstransfer

Wissenstransfer – saasmetrix

In unserer Serie berichtet Prof. Dr. Sebastian Vogt, Geschäftsführer des Technologietransfer- und Existenzgründungs-Center der Universität Paderborn (TecUP), über erfolgreiche Ausgründungen und den Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft.

Software-as-a-Service (SaaS)-Anwendungen wie Microsoft, Adobe oder Miro werden immer beliebter und sind fester Bestandteil in vielen Unternehmen. Für Firmen, die nicht nur über einzelne Lizenzen, sondern über eine ganze Reihe an Softwarelizenzen verfügen, ist das Management dieser Anwendungen häufig sehr komplex. Es besteht die Gefahr, dass sie schnell den Überblick über ihre Verträge, Lizenzen und schlussendlich ihre Kosten verlieren. Ungenutzte Lizenzen, doppelte Konten und falsche Lizenzmodelle sind die Folge, was hohe Kosten und ernstzunehmende Datenschutzprobleme verursachen kann. So bleiben durchschnittlich mehr als ein Drittel aller Softwarelizenzen in einem mittelständischen Unternehmen ungenutzt.

Drei Absolventen der Universität Paderborn erkannten dieses Problem und haben eine Managementsoftware für alle SaaS-Anwendungen innerhalb eines Unternehmens entwickelt. Ihre Software saasmetrix analysiert Nutzungsdaten, überwacht die Softwarelizenzen aller Mitarbeitenden und erkennt so ungenutzte Accounts und mögliche Einsparungen. Ausgaben für Software lassen sich auf diese Weise deutlich reduzieren. Auch das On- und Offboarding von Mitarbeitenden wird hiermit erleichtert. Gibt es einen neuen Mitarbeiter in der Abteilung, können Zugänge zu allen wichtigen Tools mit einem Klick übertragen werden. Beim Offboarding werden diese Lizenzen automatisiert wieder entzogen. So fallen keine unnötigen Kosten an und mögliche Datenschutzprobleme, weil der ehemalige Mitarbeiter noch Zugriff zu den betrieblichen Anwendungen hat, können gar nicht erst auftauchen.

Das Gründerteam von saasmetrix besteht aus Marcel Banmann, Josua Köhler und Jerome Louis Fath. Gemeinsam gründeten sie im Jahr 2021 die saasmetrix GmbH, mit dem Ziel, ein effizientes und einfaches SaaS-Management zu entwickeln. Inzwischen ist das Team auf zwölf Personen gewachsen, das seit August 2022 ein Büro in der Bielefelder Altstadt bezogen hat. Gestartet ist saasmetrix in unserem Gründungszentrum garage33, wo die Gründer Unterstützung in Form von Coaching und Mentoring-Programmen erhalten haben. Gerade in der Anfangszeit ihrer Gründung konnten sie von diesen Angeboten profitieren, genauso wie von eigenen Büroräumlichkeiten in der garage33 in Paderborn. saasmetrix gehört hier mittlerweile zu den Alumni-Teams und ist nun seit mehreren Jahren aktiver Teil des Startup-Ökosystems in OWL.

In den vergangenen Jahren konnte das junge Unternehmen einige große Erfolge feiern. Im Frühjahr 2021 überzeugten es bei der Jurysitzung für das Gründerstipendium NRW in der garage33 mit seiner Idee. Aber auch außeruniversitäre Instanzen konnte es von seiner Vision, Ordnung in das Lizenzmanagement zu bringen, begeistern. Im Frühjahr 2022, schloss saasmetrix eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde im sechsstelligen Bereich von verschiedenen Business Angels ab, die das Team für die Weiterentwicklung ihrer Lösung nutzte. Beim IT-Security Kongress 2022 gewann saasmetrix für seine Managementsoftware den IT-Award und die Auszeichnung „IT-Startup des Jahres 2022“. Mittlerweile nutzen schon mehr als 40 Unternehmen in der DACH-Region die Software zum SaaS-Management. Zu den Kunden, die größtenteils der Medien- und IT-Branche angehören, zählen bekannte Firmen wie Arvato Systems, fritz-kola oder die Muuuh! Group.

In den kommenden Monaten ist bei saasmetrix vieles geplant. Aktuell sucht das Startup neue Talente in den Bereichen Sales und Development. Außerdem wird es im Februar 2024 als „Local Heroes“ beim „moonshots und moneten“ Startup Summit in Paderborn auf der Bühne stehen und von seinen persönlichen Learnings berichten. Der Startup Summit wird am 15. und 16. Februar in unseren neuen Räumlichkeiten der garage33 in Paderborn stattfinden.

saasmetrix hat es geschafft, mit seiner Lösung Ordnung in das Lizenzmanagement von Unternehmen zu bringen und könnte damit, ein großes Problem im Alltag von mittelständischen und großen Unternehmen lösen. Ein Problem, mit dem sich langfristig die meisten Betriebe beschäftigen müssen.

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