Eine Startup-Gründung muss kein nervenaufreibender Prozess sein. Das Modell „Bielefelder Shortcut“ macht Gründerinnen und Gründer innerhalb von 24 Stunden operativ handlungsfähig und stärkt damit auch den Wirtschaftsstandort Bielefeld.
Die Idee ist nicht neu: In den vergangenen Jahren haben EU und Bundesregierung immer mal wieder verkündet, Startup-Gründungen zu beschleunigen. Bisher ist es jedoch nur bei Ankündigungen geblieben. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Das für das kommende Jahr geplante Beschleunigungsvorhaben hat die Politik erst einmal wieder ausgebremst und auf 2029 verschoben. „Wir warten nicht mehr. Das ist nicht Bielefelds Ding. Wir wollen ins Machen kommen“, sagte Dominik Gross zur offiziellen Vorstellung des Projekts auf der Hinterland of Things Konferenz in Bielefeld. Der Geschäftsführer der Founders Foundation ist einer der Initiatoren der jetzt an den Start gegangenen Initiative „Bielefelder Shortcut“. „Sie ist das Ergebnis von zehn Jahren konsequentem Ökosystem-Aufbau. Gemeinsam haben wir gezeigt: Durch Kollaboration, den Willen, neue Wege zu gehen, und Geschwindigkeit lassen sich auch schwierige Rahmenbedingungen verändern. Dass wir dieses Projekt erstmals hier vorstellen, ist kein Zufall – die Konferenz steht wie kaum ein anderes Format für die Verbindung von Unternehmertum, Startups und Mittelstand, die unseren Standort auszeichnet“, so Dominik Gross.
Ziel des deutschlandweit einzigartigen Modells ist es, Gründungen in 24 Stunden über die Bühne zu bringen und damit Startups innerhalb eines Tages operativ handlungsfähig zu machen. Erste Gründungen sollen mit dem Bielefelder Shortcut schon ab Ende Juli möglich sein.
Neben der Gründerschmiede, die mit ihrem Startup-Know-how und standardisierten Abläufen den Gründungsprozess unterstützt, ergänzen die Volksbank in Ostwestfalen, das Bielefelder Startup-Paket, der Teuto Seed Club und The Trailblazers als zentrale Akteure des Bielefelder Startup-Ökosystems den Bielefelder Shortcut. Während die Volksbank die operative Gesellschaft und das Geschäftskonto bereitstellt, konzipiert der Teuto Seed Club den Gründungsprozess. Das Bielefelder Startup-Paket der WEGE mbH fördert Kauf- und Mietkosten und The Trailblazers kümmern sich um die Kommunikation und Sichtbarkeit der Startups.
„Uns verbindet die Vision von einem innovativen Wirtschaftsstandort, an dem Startups sich ohne Hürden entwickeln und wachsen können.“
„Entscheidend ist das Zusammenspiel aller Beteiligten. Erst dadurch entsteht ein durchgängiger Prozess, der Gründerinnen und Gründer innerhalb von 24 Stunden operativ handlungsfähig macht“, sagt Hanna Drabon, Projektleiterin des Bielefelder Startup-Pakets, das vor vier Jahren ins Leben gerufen wurde und bisher gut 70 Gründerinnen und Gründer unterstützt hat.
Seit vielen Jahren sei zwischen den Partnern ein tiefes Vertrauen gewachsen, dieses sei in die Entwicklung des neuen Produkts geflossen, betont Projektleiterin Drabon. „Wir machen es auf die Bielefelder Art, kombinieren und verzahnen die verschiedenen Leistungen miteinander und stellen es den Gründerinnen und Gründern zur Verfügung. Uns verbindet die Vision von einem innovativen Wirtschaftsstandort, an dem Startups sich ohne Hürden entwickeln und wachsen können.“
Die Bielefelder Initiative adressiert Gründerinnen und Gründer, die bereits an Programmen der Founders Foundation oder des Bielefelder Startup-Pakets teilnehmen. Weitere Voraussetzung ist ein innovatives und wissensintensives Geschäftsmodell mit Skalierungseffekt.
Den Stress rund um die Gründung abnehmen
Gründen in Deutschland ist in der Regel mit viel bürokratischem Aufwand verbunden und raubt vielen motivierten Menschen gleich zu Beginn viel Zeit und Nerven. Der Bielefelder Shortcut macht damit Schluss und bündelt sämtliche zentralen Schritte einer Unternehmensgründung in einem nahezu komplett digitalen Prozess. Statt sich durch Termine, Formalitäten und Abstimmungen zu arbeiten, erhalten Gründerinnen und Gründer innerhalb eines Arbeitstages eine einsatzbereite Unternehmensstruktur inklusive operativer Gesellschaft, Geschäftskonto und Haftungsschutz mit einem einzigen Notartermin. Gleichzeitig wird im selben Termin die Holdingstruktur aufgesetzt. „In Bielefeld wollen wir, dass Gründerinnen und Gründer sich auf das konzentrieren können, was wirklich zählt: ihre Idee, ihre Kunden, ihr Unternehmen. Nicht auf Bürokratie. Mit der Förderung im Bielefelder Startup-Paket sorgen wir heute schon dafür, dass Startups nachts besser schlafen können. Der Bielefelder Shortcut geht jetzt noch einen Schritt weiter und nimmt ihnen auch den Stress rund um die Gründung ab“, sagt Hanna Drabon. In schnelllebigen und von KI geprägten Zeiten könnten ein paar Wochen oder Monate einen enormen Unterschied machen. Deshalb setze man in Bielefeld alles daran, damit Startups möglichst schnell mit ihrer Geschäftsidee am Markt sind.
Startups profitieren nicht nur vom reduzierten organisatorischen Aufwand einer Gründung, sondern auch von einer professionellen Unternehmensstruktur, die von Beginn an auf Wachstum und spätere Finanzierungsrunden ausgelegt ist. Zudem werden die Startups automatisch in das Bielefelder Startup-Paket aufgenommen. Dieses unterstützt sie mit einem Mietkostenzuschuss und einer Förderzusage von bis zu 64.000 Euro während eines Zeitraums von drei bis vier Jahren. „Uns ist es wichtig, dass diese jungen Unternehmen erfolgreich sind und in der Stadt bleiben. Deshalb setzen wir alles daran, es ihnen so einfach wie möglich zu machen. Sie sollen wissen, dass wir uns um sie kümmern, ihnen vertrauen und uns freuen, dass ihre Ideen hier wachsen. Und schließlich auch, dass sie sich in Bielefeld etablieren“, sagt Hanna Drabon. Hinter der beeindruckenden Willkommensgeste steckt natürlich auch Eigeninteresse: Schließlich ist das Startup von heute der Mittelstand von morgen. „Wenn es diesen jungen Unternehmen gut geht, profitiert dieser Wirtschaftsstandort“, so Drabon.
Die fünf Partner haben jetzt erst einmal den ersten Schritt gesetzt, wie Hanna Drabon betont. „Wir sind offen für weitere Kooperationen mit Experten, die sich mit ihren Fachgebieten und ihrem Know-how engagieren möchten, um das Bielefelder Startup-Ökosystem weiter voranzubringen.“
Und offen sind die Bielefelder Akteure auch für Gründerinnen und Gründer, die von außerhalb kommen und über den „Abkürzungsweg“ ihr Startup in der Stadt an den Start bringen möchten. Sie sind ebenfalls willkommen, inklusive aller „Wohlfühlmomente“.
Weitere Informationen: www.bielefelder-shortcut.de
Weitere Stimmen der Akteure:
Dr. Christiana Bauer, Oberbürgermeisterin der Stadt Bielefeld:
„Weniger Bürokratie, einfache und schnelle Abläufe sowie echte Wertschätzung für unternehmerisches Engagement bringen einen Standort voran. In Bielefeld entwickeln wir mit klugen Ideen, Fachwissen und Ehrgeiz Lösungen für Startups, die nur in einem starken, in sich greifendem Ökosystem möglich sind“.
Marek Lehmann, Vorstand des Teuto Seed Clubs:
„Für Investoren ist entscheidend, dass Startups von Beginn an sauber strukturiert sind. Der Bielefelder Shortcut schafft genau das: eine standardisierte, investorenfähige Grundlage innerhalb kürzester Zeit. Das reduziert Reibungsverluste in der frühen Phase erheblich und beschleunigt den Weg zu einer möglichen Finanzierung.“
Thomas Mühlhausen, Vorstandsmitglied der Volksbank in Ostwestfalen eG:
„Wer gründen will, braucht Tempo. Wir wollen, dass Menschen mit einer guten Idee direkt ins Machen kommen. Mit unserer Gesellschaft wollen wir Gründerinnen und Gründern den Start so einfach wie möglich machen und eine echte Starthilfe leisten.“
Sebastian Vielstädte, Unternehmensentwickler bei der Volksbank in Ostwestfalen eG:
„Wir denken Gründung prozessual neu. Deshalb beginnen wir nicht erst dann, wenn der Kunde anfragt, sondern bereiten wichtige Schritte bereits im Vorfeld sauber vor. Durch das eingerichtete Firmenkonto ist die Gesellschaft unmittelbar handlungsfähig.“
Francesca Seidensticker, Co-Lead von The Trailblazers:
„Die spannendste Geschichte in diesem Projekt ist nicht allein die Geschwindigkeit, sondern die Zusammenarbeit dahinter. Fünf Partner aus Bielefeld bündeln ihre Stärken und schaffen gemeinsam etwas, das keiner allein hätte aufbauen können. Das ist gelebtes Ökosystem – und aus unserer Sicht ein Modell, von dem auch andere Startup-Standorte in Deutschland lernen können. Machen geht immer.”













