Viele Unternehmen nutzen künstliche Intelligenz heute vor allem, um mit generativer und agentischer KI ihre Prozesse zu optimieren und Kosten zu senken. Das wesentliche Potenzial für die deutsche Industrie liegt jedoch woanders: in neuen Absatzmärkten für intelligente, autonome Systeme – der Physical AI.
Gerade in Zeiten geopolitischer Krisen und gesellschaftlicher Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel wachsen die Nachfrage nach solchen Systemen und die Chance für die deutsche Industrie, sich mit passenden Lösungen zu platzieren.
Industrielle Stärken zur Entwicklung von intelligenter Hardware nutzen
Physical AI verbindet künstliche Intelligenz mit physischen Systemen wie Kameras, Maschinen oder Drohnen, sodass diese in der realen Welt situativ richtig entscheiden können. Dafür braucht es mehr als Software- und KI-Kompetenz. Ebenso wichtig sind Hardwareentwicklung, Fertigung, Logistik und Service. Die starke industrielle Basis in Deutschland, insbesondere auch in Ostwestfalen-Lippe, versetzt uns dabei in eine besondere Ausgangslage.
NVIDIA-CEO Jensen Huang brachte es beim Weltwirtschaftsforum 2026 in Davos auf den Punkt: Europa könne jetzt seine industrielle Fertigungskompetenz mit KI verbinden und so eine starke Rolle in der Welt der Physical AI und Robotik einnehmen. Das sei eine Chance, wie sie eine Generation nur einmal bekomme.

insensiv – von der Flaschenerkennung zur Drohnendetektion
Seit 20 Jahren entwickeln und produzieren wir bei insensiv Bildverarbeitungssysteme, etwa Erkennungseinheiten, die am Leergutautomaten pfandpflichtige Getränkeverpackungen verifizieren. Mit unseren Kompetenzen im Bereich der Softwareentwicklung, Elektronik und Konstruktion bringen wir intelligente Hardware vom Prototyp bis in die Serienfertigung.
Wir haben erkannt, dass sich diese Technologien in die Welt der Robotik übertragen lassen. Wer Flaschen und Dosen im Rücknahmeautomaten zuverlässig erkennt, kann auch Menschen und ihre Bewegungen erkennen – und das ist die Grundlage für die Hinderniserkennung autonomer Systeme. In Forschungsprojekten mit dem Universitätsklinikum Freiburg und am Innovationsflughafen Paderborn entwickeln wir mobile Robotersysteme, die manuelle Prozesse in einer bestehenden Umgebung ablösen können. Unsere kamerabasierte Vogelerkennung für Windkraftanlagen wird bereits im Markt erprobt. Aktuell erweitern wir sie um die Erkennung von Drohnen und anderen Gefahren im Luftraum.
Das Prinzip dahinter: Bestehende Kernkompetenzen werden im Bereich der Physical AI weiterentwickelt und auf neue Anwendungen übertragen – so entstehen neue Geschäftsfelder. Und neue Partnerschaften.
Drei Entwicklungsfelder: Wo Physical AI konkret wird
Besonders hohen Innovationsdruck und großes Potenzial für unsere Technologien sehen wir im Bereich Verteidigung und Sicherheit, aber auch in Industrie und Logistik – überall dort, wo Kostendruck und Fachkräftemangel besonders spürbar sind. Für diese Anwendungsbereiche konzentrieren wir uns aktuell auf drei Entwicklungsfelder.
Intelligente Landeplattformen für Drohnen
Viele Systemhersteller konzentrieren sich auf das Fluggerät und den Flugbetrieb. Die Bodeninfrastruktur wird dagegen weniger intensiv bearbeitet, und die heutigen Landeplattformen decken den Bedarf oft nicht ab: Meist entstehen sie als funktionale Mechanik, ohne tiefes Verständnis für das Fluggerät und seinen Einsatz. Das Ergebnis sind Lösungen, die zu groß, unpraktisch und durch zweckfremde Standardkomponenten zu teuer sind. Eine intelligente Kommunikation mit der Drohne und Zusatzfunktionen wie ein Starkwindschutz kommen dabei zu kurz.
Hier setzen wir an: Mit unserer Erfahrung aus Anlagenbau und Konstruktion und unseren Fähigkeiten in der optischen Steuerung von Drohnen entwickeln wir ein herstellerunabhängiges Konzept für eine intelligente Plattform. Sie ist für verschiedene Drohnenarten und -größen nutzbar, ermöglicht eine optisch gestützte Präzisionslandung und integriert unseren patentierten Starkwindschutz. Einen Mehrwert bietet diese Lösung zum Beispiel bei der Drohneninspektion kritischer Streckeninfrastruktur wie Gaspipelines. In den kommenden Monaten entwickeln wir unser Grundkonzept zu einem Prototyp weiter.

Mobile Robotik für dynamische Umgebungen
Im abgeschlossenen Forschungsprojekt MediCar 4.0 am Universitätsklinikum Freiburg verteilt ein mobiler Roboter Blutkonserven auf dem Klinikgelände. Am Innovationsflughafen Paderborn automatisieren wir aktuell das Gepäckhandling für kleinere Flughäfen. Auf Basis dieser Projekte entwickeln wir eine mobile Robotikplattform, die sich für unterschiedliche Anwendungen eignet.
Gemeinsam ist allen Einsatzfeldern: Die Plattform bewegt sich in einem dynamischen Umfeld, in dem auch Menschen arbeiten. Sie muss Hindernisse erfassen, Gefahren erkennen und sichere Wege finden. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf den letzten Zentimetern der Zielanfahrt. Erst wenn der Roboter präzise positioniert ist, kann er seine eigentliche Aufgabe erfüllen, sei es, Waren abzuliefern und entgegenzunehmen oder Tätigkeiten auszuführen.
Intelligente Kamerasysteme
Die Hindernis- und Objekterkennung aus unserem Kerngeschäft, die wir für unsere Robotikprojekte weiterentwickeln, lässt sich auf viele weitere Wahrnehmungsaufgaben übertragen. Ein Beispiel ist ein Assistenzsystem für blinde und sehbehinderte Menschen. Es erkennt Hindernisse im Oberkörperbereich, warnt per haptischer Rückmeldung und ermöglicht so eine sichere Navigation. Ein Prototyp ist bereits entstanden und wurde mit Betroffenen getestet. Für die Weiterentwicklung zum Produkt suchen wir einen Partner, zum Beispiel aus dem Bereich der Blindenhilfsmittel.
Ein weiteres Beispiel ist eine intelligente Schranküberwachung für die Einzelteilelogistik. Sie kann überall dort zum Einsatz kommen, wo Entnahmen aus Regalen oder Schränken automatisch erfasst werden sollen, um den Nachschubbedarf zu ermitteln. Aktuell prüfen wir gemeinsam mit einem Partner einen Anwendungsfall in der Krankenhauslogistik.
In allen drei Feldern suchen wir Partner, die Anwendungsfälle und Bedarfe im Markt genau kennen und mit uns den Schritt vom Prototyp zum erfolgreichen Produkt gehen wollen.
insensiv develop – Ihr Technologiepartner für neue Geschäftsfelder
Unternehmerische Stärke entsteht schließlich vor allem dann, wenn Marktverständnis und Umsetzungsfähigkeiten zusammenfinden. Deshalb haben wir 2025 insensiv develop gegründet, unsere Tochtergesellschaft für partnerschaftliche Technologie- und Geschäftsentwicklung, also Joint-Venture-Building. Die Idee: Unsere Industriepartner bringen Marktzugang und Branchenwissen mit – wir bringen unsere Technologien und Kompetenzen aus den Bereichen Sensorik und Bildverarbeitung sowie Robotik und Automatisierung ein.
Wir starten mit einer gemeinsamen Bewertung von Produktmerkmalen, Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit auf Basis vorhandener Vorentwicklungen. Konkret bedeutet das: Wir entwickeln ein technisches Grobkonzept, bewerten Kosten und Umsatzpotenziale und setzen einen Business Case für das gemeinsame Venture auf. Auf dieser Grundlage entscheiden wir gemeinsam über Produktentwicklung und Geschäftsaufbau. Im Projektverlauf legen wir gemeinsam Meilensteine und Entscheidungspunkte für das weitere Vorgehen fest. Die Engineering-Erfahrung von insensiv steht dabei jederzeit zur Verfügung, vom Prototyp über Pilotprojekte bis zum Serienprodukt. Wenn es für beide Seiten sinnvoll ist, gründen wir eine gemeinsame Gesellschaft.
Ihr nächster Schritt
Sehen Sie in Ihrem Markt Anwendungsfälle, in denen intelligente Systeme echten Nutzen stiften und Ihr Produktportfolio strategisch erweitern? Haben Sie Technologien und Produkte im eigenen Betrieb, die Sie in die Welt der Robotik und autonomen Systeme übertragen möchten? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf. In einem ersten, unverbindlichen Gespräch loten wir gemeinsam aus, welche Chancen darin für Ihr Unternehmen liegen.
Ihre Ansprechpartner:
Christian Gieselmann und Alena Kuhlmeier, Geschäftsführung insensiv develop
E-Mail: info@insensiv-develop.de / www.insensiv-develop.de














