Kolumne: Was ist überhaupt ein Startup?

Tristan Niewöhner, Gründer und Geschäftsführer persomatch GmbH

Tristan Niewöhner, Gründer und Geschäftsführer persomatch GmbH

Ich schreibe schon seit einigen Jahren diese Startup-Kolumne und jetzt kommt mir die Frage nach einer Begriffsdefinition in den Sinn. Es gibt nicht die eine korrekte wissenschaftliche Definition, was ein Startup ist, aber ich möchte ein paar Aspekte zur Klassifizierung eines Startups liefern.

Zunächst einmal muss man festhalten, dass nicht jede Neugründung automatisch als Startup bezeichnet wird. Wenn sich beispielsweise jemand in einem Handwerk selbstständig macht oder ein Gewerbe anmeldet, um Webseiten für Kunden zu programmieren, liegt sicherlich kein Startup vor.

Bei vielen Definitionen eines Startups wird eine gewisse Neuartigkeit des Geschäftsmodells vorausgesetzt. Das kann zum Beispiel ein neues Produkt sein, das es noch nie zuvor gegeben hat. Die Frage ist häufig, wie streng ein solches Kriterium ausgelegt wird, also wie neuartig ein Produkt oder eine Dienstleistung wirklich sein muss. Möglicherweise reicht es, ein schon bekanntes Produkt in einer etwas verbesserten Variante anzubieten. Auch der Einsatz moderner Technologie wird häufig in diesem Zusammenhang als essenziell für das Vorliegen eines Startups betrachtet.
Ein Begriff, der ganz häufig als zwingende Voraussetzung für das Geschäftsmodell eines Startups genannt wird, ist die sogenannte „Skalierbarkeit“. Das bedeutet ganz einfach, dass man zur Steigerung des Umsatzes nicht im gleichen Maße proportional mehr Mitarbeiter benötigt. Dadurch kann man bei Wachstum immer effizienter arbeiten. So wäre zum Beispiel eine Unternehmensberatung kein Startup in diesem Sinne, selbst wenn zu innovativen Themen beraten würde, denn es kann letztendlich nur die Zeit der Beraterinnen und Berater verkauft werden. Wenn nun mehr Aufträge eingehen und mehr Beratungen erfolgen sollen, werden auch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt, insofern ist dieses Geschäftsmodell nicht skalierbar.
Laut Paul Graham, einem der Mitgründer des extrem erfolgreichen Startup-Programms Y Combinator, ist ein Startup durch sehr schnelles Wachstum gekennzeichnet. Auch dies ist natürlich eine nicht quantifizierbare Aussage. Ab welcher Wachstumrate spricht man von „sehr schnellem Wachstum“ in diesem Sinne? Grundsätzlich sollte ein Startup schon die Absicht haben, schnell zu wachsen und vom Geschäftsmodell auch dazu geeignet sein.

Auch wenn es nicht die perfekte trennscharfe Definition gibt, sind dies doch einige Indikatoren, die zeigen, was ein Startup ausmacht. Gerade in der heutigen Zeit, in der der Begriff fast schon inflationär verwendet wird, ist es wichtig, sich genau damit zu beschäftigen, wo der Begriff angebracht ist. Denn nicht immer handelt es sich um ein Startup, auch wenn es so betitelt wird.

Startups: innovativ, skalierbar, schnell wachsend – Start up now! Bis zum nächsten Mal.

 

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