mawi digital-flat

Kolumne Tristan Niewöhner

Skalierbarkeit – das Startup-Zauberwort!

Viele haben im Startup-Kontext vielleicht schon mal von dem Begriff „Skalierbarkeit“ gehört. „Das ist ein nettes Business, aber das skaliert nicht.“ oder „Ist das skalierbar?“ oder „Dieses Geschäftsmodell ist skalierbar.“
Der Begriff ist für Startups so zentral und wichtig, dass ich ihn einmal beleuchten möchte, um das zugrundeliegende Konzept zu verdeutlichen.
Zunächst einmal gibt es keine eindeutige wissenschaftliche Abgrenzung von Skalierbarkeit. Im Grunde geht es darum, dass ich bei einem Geschäftsmodell den Umsatz deutlich steigern kann, ohne dass dafür der eingesetzte Input (Material, Personal, Zeit, etc.) im gleichen Maße gesteigert werden muss.
Häufig werden sehr personalintensive Geschäftsmodelle, bei denen zum Beispiel einzelne Arbeitsstunden an einen Kunden verrechnet werden, als nicht skalierbar eingestuft. Bei derartigen Geschäftsmodellen muss in dem Maße, in dem der Umsatz gesteigert werden soll, auch der Personalbestand gesteigert werden. Dabei spielt es auch keine Rolle, wie teuer letztendlich die einzelne Arbeitsstunde verkauft wird. Also weder eine Unternehmensberatung noch ein Friseur-Salon sind in diesem Sinne skalierbare Geschäftsmodelle.
Skalierbarkeit liegt bei Startups häufig im Zusammenhang mit Internet-Geschäftsmodellen vor. Wenn man als Startup zum Beispiel einen Online-Service anbietet, für den man monatlich einen gewissen Betrag abrechnet, dann spielt es für die Kostenseite häufig überhaupt keine Rolle, wie viele Nutzer den entsprechenden Service nutzen. Ob also 100 oder 10.000 Nutzer von einem Server bedient werden, macht fast keinen Unterschied, denn die technische Kapazität muss, wenn überhaupt, nur ganz geringfügig erhöht werden.
Skalierbare Geschäftsmodelle sind also sehr attraktiv, da sie sehr schnell wachsen können und ab einer gewissen Größe sehr profitabel sind. Insofern rechtfertigen solche Geschäftsmodelle auch starke Anschubfinanzierungen, um den Stand der hohen Profitabilität zu erreichen. Skalierbarkeit ist sicherlich nicht alles und es gibt noch viele weitere Aspekte, um ein Geschäftsmodell zu beurteilen, allerdings kann dieses Konzept einem helfen, größer zu denken und sein Unternehmen möglichst effizient zu organisieren.

Skalieren! – Start up now! Bis zum nächsten Mal.

spot_img

AUCH INTERESSANT

Weitere Beiträge

KI am Arbeitsplatz: Die richtige Balance macht den Unterschied

Eine Studie der Universität Münster zeigt, dass moderate KI-Nutzung die Arbeitszufriedenheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steigert. In einer Zeit, in der Unternehmen weltweit Künstliche Intelligenz...

KI-Workshops für Auszubildende: Was KI kann

Sechs Teams, sechs Prototypen, ein Ziel: Bei der Abschlusspräsentation des „KI-Workshops für Azubis“ der Wirtschaftsförderung Paderborn (WFG) zeigten 15 Auszubildende aus sechs regionalen Betrieben,...

Hinsetzen. Anschnallen. Abfahrt. Wie der KI-Booster im Marketing wirkt

Künstliche Intelligenz ist im Marketing angekommen. Nicht als theoretisches Zukunftsmodell, sondern als wirksames Instrument für Unternehmen, die effizienter kommunizieren, schneller Entscheidungen treffen und ihre...

Bühne frei für New Work

Mal in aller Ruhe, mal kommunikativ im Team, mal im Homeoffice, mal im Kundenkontakt, mal im schicken Headquarter. Hauptsache selbstbestimmt und maximal flexibel –...

SONDERAKTION

mawi digital flat

E-Magazin

Serie: Wissenschaft & Wirtschaft