Praxisorientierte Anwendungen, fundierte Orientierung vor Investitionen und neue Ansätze für die Produktionsplanung: Mit diesen Schwerpunkten hat das Fraunhofer-Institut Lemgo auf der FMB Fachmesse für Maschinenbau den Dialog mit dem regionalen Mittelstand vertieft. An den drei Messetagen nutzten zahlreiche Unternehmen aus Ostwestfalen-Lippe die Möglichkeit, um mit den Forschenden über konkrete Aufgaben der industriellen Automation zu sprechen. Besonderes Interesse galt der humanoiden Robotik und dem individualisierten Angebot „Discover. Explore. Implement.“ Den Rahmen bot der Gemeinschaftsstand der it’s OWL Clustermanagement GmbH.
Mit praxisorientierten Anwendungen aus dem Umfeld der SmartFactoryOWL zeigte das Fraunhofer-Institut aus Lemgo, welchen Beitrag humanoide Robotik zur industriellen Automation leisten kann. Im Mittelpunkt stand die Frage, unter welchen betrieblichen Bedingungen ihr Einsatz einen konkreten Mehrwert bietet.
Die Live-Demos führten zu intensiven Gesprächen mit zahlreichen mittelständischen Unternehmen aus dem Großraum OWL. Viele bekundeten Interesse daran, mit dem Enablement-Programm „Discover. Explore. Implement.“ des Humanoid Robots Experience Lab die nächsten Schritte zu gehen. Das Programm begleitet Unternehmen von der ersten Orientierung über die Erprobung geeigneter Anwendungen bis zur Umsetzung. Die Resonanz bestätigt den Bedarf an einer praxisnahen und unabhängigen Begleitung.

Nützliches Know-how: Dr. Sahar Deppe gab mit ihrem Impulsvortrag Tipps für den Mittelstand, wie Investitionen in humanoide Robotik am besten geprüft werden.
Vor der Investition die richtigen Fragen stellen
Welche Aufgaben kann humanoide Robotik sinnvoll übernehmen? Welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Und wann bieten bestehende Automatisierungslösungen die bessere Antwort? Diesen Fragen widmete sich Fraunhofer-Gruppenleiterin für Assistenzsysteme, Dr. Sahar Deppe, in ihrem Fachvortrag vor einem vollbesetzten Forum mit knapp 100 Teilnehmenden.
Im Fokus stand eine technologieoffene Bewertung: Ausschlaggebend für eine Investition sind die konkrete Aufgabe, die Einsatzbedingungen und der erwartbare wirtschaftliche Nutzen. Humanoide Robotik wurde deshalb im Vergleich zu etablierten Automatisierungslösungen, z. B. Cobots, betrachtet. Der große Zuspruch unterstrich, wie stark auch Mittelständler nach technologieoffenen und herstellerunabhängigen Entscheidungsgrundlagen suchen. Hier setzt das Fraunhofer IOSB-INA mit seiner Expertise und dem Enablement-Programm an.
Produktionsplanung spielerisch optimieren
Wie sich komplexe Planungsaufgaben lösen lassen, zeigte ein anderer interaktiver Demonstrator der Forschungsgruppe „Mathematische Optimierung“. An einer Spielkonsole im Stil der 1980er Jahre planten Besucherinnen und Besucher Produktionsaufträge ein. Dabei mussten sie Kapazitätsgrenzen und Liefertermine berücksichtigen. Mit steigender Komplexität wurde deutlich, wie anspruchsvoll die Abstimmung von Aufträgen und Ressourcen ist.
Im Vergleich dazu veranschaulichte ein Algorithmus im „Autopilot“, wie mathematische Optimierung die simulierte Produktion planen und stabilisieren kann. Der spielerische Zugang machte den Nutzen für reale Unternehmen greifbar: Planungsszenarien vergleichen, Ressourcen gezielt einsetzen und fundierte Entscheidungen auf Basis von Daten treffen.
Die FMB habe sich erneut als wertvolle Drehscheibe zwischen Wissenschaft und Wirtschaft erwiesen, betonte das Fraunhofer-Institut.














