-Anzeige-

Kolumne Dominik Gross

Die Zukunftsoffensive kommt

Rund 150.000 Unternehmen sind seit Jahrzehnten die treibende Kraft der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL), einer der fünf wirtschaftsstärksten in Deutschland. Doch damit ihre Rolle als Konjunkturlokomotive auch über die nächsten Generationen hinaus Bestand hat, bedarf es ständiger Erneuerung. Mit ihren kreativen Ideen und ihrem starken Fokus auf Spitzentechnologien und B2B-Geschäft bilden Startups bereits eine Zukunftsoffensive für die deutsche Wirtschaft. Nun gilt es, sie stärker in das bestehende Biotop einzuflechten.

Startups schaffen neue Arbeitsplätze und Kooperationschancen
Der diesjährige OWL Startup Monitor, der in Zusammenarbeit mit dem Startup-Verband erstellt wurde, zeigt deutlich: Das aktive Gründungsgeschehen in der Region wirkt sich zunehmend positiv auf das Ökosystem aus. Die Verzahnung von Wirtschaft, Wissenschaft, Bildungszentren und Politik trägt wesentlich dazu bei, dass sowohl die Zahl der Neugründungen als auch die Zufriedenheit mit der Startup-Infrastruktur steigen. Wo vor sechs Jahren noch eine Startup-Wüste war, bringt das noch junge Ökosystem in OWL mittlerweile mehr als 40 neue Startups pro Jahr hervor. Das sind knapp 200 seit 2019, die wiederum wichtige Arbeitsplätze für die Region schaffen und das Wirtschaftswachstum vorantreiben.

Die Mehrheit der Startups ist mit der Nähe zu den Hochschulen und Netzwerken (95 Prozent) sowie den Kooperationsmöglichkeiten mit etablierten Unternehmen (74 Prozent) zufrieden, was als erster Erfolg gewertet werden kann. Dennoch muss weiter an der Brücke zwischen Startups und der etablierten Wirtschaft gearbeitet werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken. Insbesondere bei strategischen Investoren besteht ein hohes Potenzial, zusammen mit Tech-Startups neue Kompetenzen in ihre bestehenden Prozesse zu integrieren.

Starker B2B-Fokus bringt Spitzentechnologien in den Mittelstand
Gerade in OWL nutzen die Startups die Nähe zu Industrie und Wirtschaft in der Region, um gezielt digitale Lösungen für diverse Industriezweige zu entwickeln. So setzen mehr als acht von zehn Jungunternehmen auf B2B-Geschäfte, die meisten davon im Technologiebereich und mit Einsatz von KI. Mehr als ein Drittel entwickelt Lösungen im Bereich Industrie 4.0, was große Chancen für eine noch engere Zusammenarbeit mit den hiesigen Unternehmen verspricht. Spannende branchenfokussierte Startups wie beispielsweise Synctive, Prodaso oder FindIQ bieten Lösungen speziell für die Maschinenbauer der Region – und setzen dabei ganz selbstverständlich auf Kooperationen mit dem Mittelstand. Genauso wie Valuedesk oder SaaSMetrix, die mit ihren Lösungen die digitale Transformation vorantreiben. Mehr als jedes fünfte Startup sieht daher auch strategische Investoren als bevorzugte Kapitalquelle für Wachstum, auch wenn bisher nur fünf Prozent tatsächlich Kapital aus dieser Gruppe erhalten haben.

Versteckte Chancen für Old und New Business
Die wachsende Startup-Kultur, in der die Mehrheit der erfolgreichen Gründerinnen und Gründer vor Ort bevorzugt wieder in ihrer Heimatregion gründen würden, entpuppt sich als Chance für den heimischen Mittelstand. Mit den neuen Technologien und Geschäftsmodellen aus der Startup-Szene macht er sich fit für die Zukunft – und trägt wesentlich dazu bei, dass die Innovationstreiber der nächsten Generation in der Region bleiben wollen. 

AUCH INTERESSANT

Weitere Beiträge

Hendrik Richter zum Status quo der Immobilienmärkte

Die Daten von ImmoScout24 zeigen für das erste Quartal 2024 eine steigende Nachfrage auf dem Immobilienmarkt. Hendrik Richter, Geschäftsführer...

Digitale Dokumenten-Workflows im Mittelstand

Die Digitalisierung von Dokumenten-Workflows bietet insbesondere für Handwerksbetriebe und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zahlreiche Chancen und Vorteile. In...

Agenturgruppe in der Nische erfolgreich

Die FETTE BEUTE Gruppe zählt erstmalig zu der TOP 50 der inhabergeführten Agenturen Deutschlands. Das Ranking wird jährlich von...

Mit digitaler Souveränität verlieren wirtschaftliche Risiken ihren Schrecken: Open Source ist der Schlüssel

In einer Welt, die zunehmend von digitaler Technologie durchdrungen ist, ist die Frage nach unserer digitalen Unabhängigkeit von entscheidender...

„Am wirkungsvollsten ist es, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen“

Barbara Lüder, Managerin Technik, Recht und Nachhaltigkeit im Verband der deutschen Messewirtschaft AUMA, über Klimaneutralität in der Messewirtschaft, wiederverwendbare...

E-Magazin