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FMB Fachmesse für Maschinenbau

„Wir denken die Themen von der Anwendung aus“

Künstliche Intelligenz und Energiekosten, mobile Robotik und globale Lieferketten, Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Es gibt viele Themen, die den Maschinenbau umtreiben. Informationen mit Praxisbezug liefert die 21. FMB Fachmesse für Maschinenbau im November. Im Interview spricht Tanja Waglöhner, COO Easyfairs DACH, über neue Formate und Schwerpunkte. 

Frau Waglöhner, auf der FMB treffen kleine und mittelständische Unternehmen auf international tätige Marktführer wie Harting, Phoenix Contact, Wago, Eaton Electric, igus, Jumo und NTN Wälzlager. Was macht die Messe für diese sehr unterschiedlichen Aussteller attraktiv?

Tanja Waglöhner: Auf der FMB zählt vor allem, was die Unternehmen verbindet – nicht, wie groß sie sind. Hier stehen Mittelständler und internationale Marktführer Seite an Seite und bieten Lösungen für die Industrie und den Maschinenbau in OWL und darüber hinaus. Die Region ist ein wichtiger Standort für den deutschen Maschinenbau, und genau hier wollen die Unternehmen mit ihren Kunden und potenziellen Kunden ins Gespräch kommen. Das macht die FMB für ganz unterschiedliche Aussteller attraktiv.

Sie positionieren die FMB bewusst als Messe mit kurzen Wegen und vergleichsweise geringem Aufwand für Aussteller. Ist das angesichts großer internationaler Leitmessen ein Wettbewerbsvorteil – und verändert sich damit auch die Erwartung der Besucher an eine Fachmesse?

Tanja Waglöhner: Wir konkurrieren nicht mit den großen internationalen Leitmessen, wir ergänzen sie. Dort geht es um den internationalen Überblick, große Trends und technologische Entwicklungen. Die FMB hat eine andere Aufgabe: Sie bringt die konkreten Kontakte in der Region zusammen, schafft Raum für persönliche Gespräche und macht Geschäftsanbahnung einfach. Die kurzen Wege und der vergleichsweise geringe Aufwand unterstützen genau das. Und das erwarten die Besucher auch von der FMB: relevante Ansprechpartner und konkrete Lösungen, die sie bei ihren Projekten weiterbringen.

Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Robotik und Software verändern die industrielle Produktion. Welche Technologien erleben Sie derzeit als besonders relevant für den industriellen Mittelstand – und wo klaffen Anspruch und tatsächliche Umsetzung noch auseinander?

Tanja Waglöhner: Ich bin Messemacherin und keine Branchenexpertin. Unsere Aufgabe ist es, den Raum für diese Diskussion zu schaffen. Mit der FMB wollen wir genau dort sein, wo aus Buzzwords konkrete Anwendungen werden. Die technologische Bewertung und die großen Zukunftsprognosen überlasse ich aber sehr gerne den Fachleuten.

Das Interessante ist: Unsere Besucher kommen meist nicht mit der Frage „Welche Technologie ist gerade im Trend?“. Sie kommen mit einem konkreten Problem. Deshalb versuchen wir die Messethemen von der Anwendung aus zu denken.

Mit dem Digital HUB widmet die FMB digitalen Lösungen einen eigenen Themenbereich. Dort geht es unter anderem um Produktivitätssteigerungen, ohne bestehende Maschinen oder Anlagen grundlegend umzubauen. Warum ist gerade dieser pragmatische Ansatz für mittelständische Unternehmen interessant?

Tanja Waglöhner: Viele mittelständische Produktionsunternehmen arbeiten mit gewachsenen Maschinenparks, die sich nicht einfach komplett ersetzen lassen. Ein vollständiger Austausch ist meistens wirtschaftlich und organisatorisch keine Option. Also ist die Fragestellung: Geht es auch schrittweise? Bestehende Maschinen und Anlagen weiter nutzen und dort digital nachrüsten, wo sich konkret Potenziale für mehr Effizienz und Produktivität ergeben. Der Digital HUB legt deshalb den Fokus auf konkrete Anwendungen und Lösungen, die sich pragmatisch in bestehende Strukturen integrieren lassen.

Mit der neuen Startup AREA schafft die FMB einen eigenen Raum für junge Unternehmen. Was können etablierte Maschinenbauer von Startups lernen – und was suchen Startups umgekehrt bei etablierten Unternehmen?

Tanja Waglöhner: Ich glaube, beide Seiten können ziemlich viel voneinander lernen. Startups bringen oft neue Perspektiven mit, arbeiten agil und entwickeln Lösungen sehr schnell. Etablierte Unternehmen bringen dafür viel Branchen- und Markterfahrung mit – und kennen die Kunden und Produktionsprozesse aus der Praxis. Spannend wird es dort, wo beides zusammenkommt. Genau dafür wollen wir mit der Startup AREA auf der FMB Raum schaffen: für neue Kontakte, Austausch und vielleicht auch die ein oder andere konkrete Kooperation.  


Was erwarten Sie von der FMB 2026 in Bezug auf Aussteller, Besucher und Geschäftsanbahnungen? Gibt es konkrete Ziele, an denen Sie den Erfolg der Messe messen? 

Tanja Waglöhner: Für uns ist die FMB dann erfolgreich, wenn Aussteller und Besucher sagen: Das hat sich für mich gelohnt. Natürlich wollen wir die Ausstellerzahl weiterentwickeln und viele qualifizierte Fachbesucher erreichen. Entscheidend ist aber, was daraus entsteht: gute Gespräche, relevante Kontakte und konkrete Geschäftsanbahnungen. Mit neuen Formaten wie den Thementagen und der Startup AREA entwickeln wir die Messe weiter. Am Ende ist unser wichtigstes Ziel aber ganz einfach: Die Menschen sollen mit einem guten Gefühl nach Hause gehen – und im nächsten Jahr gerne wiederkommen.

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