Die Zimmermann-Gruppe mit Sitz in Gütersloh betreibt eine chemisch-physikalische Anlage direkt beim Klebstoffspezialisten Jowat SE. Das erhöht die Effizienz und macht lange Transportwege überflüssig. Auf diese Weise werden mehr als 12.000 Liter Diesel und 35 Tonnen CO2 eingespart.
Bis zu 50 Kubikmeter Abwasser fallen täglich bei der Produktion von Dispersionsklebstoffen und der Reinigung von Anlagen beim mittelständischen Klebstoffspezialisten Jowat SE in Detmold an. Die Entsorgungsexperten der Zimmermann-Gruppe haben direkt auf dem Gelände des global agierenden Klebstoffherstellers eine chemisch-physikalische Anlage (CP-Anlage) errichtet. Sie arbeitet effizienter und macht hunderte Lkw-Fahrten zur CP-Anlage ins zirka 40 Kilometer entfernte Gütersloh überflüssig. „Allein dadurch werden jährlich etwa 12.480 Liter Diesel eingespart und gut 35 Tonnen weniger CO2 in die Luft ausgestoßen“, berichtet Peter Hanke, Projektmanager der Zimmermann Industrieservice GmbH & Co. KG. Neben der CP-Anlage betreuen drei seiner Mitarbeiter vor Ort auch ein Wertstoffzentrum für den Kunden Jowat.
„Unsere ganzheitliche Lösung steigert die Effizienz und leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, bei der Ressourcen geschont und Umweltbelastungen minimiert werden.“
Schon seit Jahrzehnten behandelt die Zimmermann-Gruppe Abwässer von Jowat. Allerdings wurden diese anfangs mit Tankwagen von Detmold nach Gütersloh gebracht. „Dieser Transport war nicht gerade effizient“, erinnert sich Peter Hanke. Als sich im Rahmen einer Neuausrichtung der Produktionsabläufe die Chance bot, konzipierte er eine neue Anlage. Jowat stellte dafür eine 850 Quadratmeter große und sechs Meter hohe Lagerhalle zur Verfügung. Darin richtete die Zimmermann-Gruppe zusätzlich ein Wertstoff- und Recyclingcenter ein. Holz, Pappe, Metall und Kunststoffe werden dort gereinigt, sortiert, verdichtet und zur Weiterverwertung verpackt. Zirka 45 sperrige 200-Liter-Fässer werden täglich in der Fasspresse von 90 Zentimetern Höhe auf handliche etwa 15 Zentimeter geschrumpft. Kunststoff-Säcke und Big-Bags werden in Ballen gepresst, Papier und Holz in Containern getrennt gesammelt.

Peter Hanke, Projektmanager der Zimmermann Industrieservice GmbH & Co. KG, hat die CP-Anlage beim Klebstoffspezialisten Jowat in Detmold konzipiert.
Experten planen, errichten und betreiben die Anlage
„Unsere Hauptaufgabe besteht aber im Betreiben der CP-Anlage“, so Peter Hanke. Bevor die Reinigung bei Jowat errichtet wurde, hatten die Zimmermann-Experten eine optimale Lösung entwickelt. Anhand von Parametern wie anfallender Abwassermenge, Behandlungsbedarf und räumlichen Gegebenheiten errechneten die Spezialisten, wie groß die Anlage dimensioniert werden muss. „Außerdem unterstützen wir die Kunden bei der genehmigungsrechtlichen Zulassung und übernehmen auch den Aufbau und die Inbetriebnahme der Reinigungsanlagen“, sagt Peter Hanke.
„Im Fall von Jowat fiel die Rechnung zur Wirtschaftlichkeit schnell positiv aus“, erinnert sich Hanke. Allein der tägliche Transport mit zwei Touren von je 80 Kilometern (Hin- und Rückweg) summieren sich auf 800 Kilometer in der Woche. Bei 52 Arbeitswochen im Jahr werden etwa 41.600 Kilometer im Jahr eingespart. Ein Lkw verbraucht im Durchschnitt etwa 30 Liter Dieselkraftstoff auf 100 Kilometer. Hanke: „Also konnten wir jährlich etwa 12.480 Liter Diesel sparen, und es werden mehr als 35 Tonnen CO2 weniger in die Atmosphäre ausgestoßen.“ Zudem wird durch die kurzen Wege zwischen Produktion und Abwasserbehandlung das Risiko minimiert, dass Abwässer durch Unfälle in die Umwelt gelangen könnten.

Im Prozess wird unter anderem der pH-Wert überprüft.
Permanente Analyse reduziert den Chemikalien-Einsatz
Die Vor-Ort-Behandlung des Abwassers hat weitere Vorteile: Stark schwankende Mengen können über zwei 40-Kubikmeter-Sammelbehälter gepuffert werden. Die Reinigung lässt sich spezifisch auf das anfallende Abwasser abstimmen. Eine permanente Analyse der behandelten Flüssigkeit sorgt für die optimale Dosierung und reduziert den Einsatz von Chemikalien. Im Reinigungsprozess werden die Abwässer zunächst von den Sammelbehältern in einem zwölf Kubikmeter großen Behälter der CP-Anlage vorbehandelt und Klebstoffe/Chemikalien abgeschieden. Anschließend werden Feststoffe in eine Kammerfilterpresse mit 60 Kammern à 60 mal 60 Zentimetern aus dem Abwasser gefiltert. In einem weiteren zwölf Kubikmeter großen Behälter der CP-Anlage erfolgen eine Nachbehandlung und die abschließende pH-Wert-Neutralisierung. Von dort kann das gereinigte Abwasser nach einer finalen Messung über einen Sammelbehälter in den Abwasserkanal eingeleitet werden.
Die Inhouse-Lösung mit den Experten von Zimmermann hat sich aus Sicht des Kunden bewährt: „Wir bekommen eine umfassende Dienstleistung aus einer Hand“, erklärt Ellen Lange, Mitarbeiterin im Umweltmanagement bei Jowat. „Für uns ist das eine Win-Win-Situation.“ Diese Einschätzung teilt auch David Zimmermann als Geschäftsführer der Zimmermann-Gruppe: „Unsere ganzheitliche Lösung steigert die Effizienz und leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, bei der Ressourcen geschont und Umweltbelastungen minimiert werden.“













