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STARTUP-SUMMIT MOONSHOTS & MONETEN

Von der Strahlkraft eines besonderen Ortes

Beim zweiten Startup-Summit moonshots & moneten im Gründerzentrum der Universität Paderborn kamen viele Menschen zusammen, um miteinander ins Gespräch zu kommen, sich zu vernetzen und Kooperationen anzubahnen: ein Rückblick.

Die Strahlkraft des Startup Campus OWL zieht weite Kreise – sogar bis nach London. Dort haben Adrien Jathe und seine beiden ehemaligen Kommilitonen von der erfolgreichen Arbeit der Universität Paderborn und ihrem Engagement in der Startup-Förderung erfahren. Und obwohl sie mit ihrem vor gut einem halben Jahr gegründeten Startup Omnisent beim Cambridge Accelerate Programm den zweiten Platz erreicht haben, sind die drei Deutschen mittlerweile in Paderborn angekommen. „Der Startup Campus und das Engagement der garage 33 haben uns überzeugt, sagt Adrien Jathe, preisgekrönter Ingenieur und Seriengründer, der auf dem Startup Summit moonshots & moneten sein zukunftsweisendes Geschäftsmodell präsentierte. Mithilfe von KI-Lösungen und kostengünstigen IoT-Sensoren unterstützt Omnisent Unternehmen, Energie zu sparen und ihre CO2-Emissionen zu reduzieren. Die jungen Gründer haben eine Lösung entwickelt, die Luftlecks in Druckluftsystemen rund um die Uhr aufspürt. Druckluft ist für viele Industrieprozesse unverzichtbar, doch Lecks führen oft zu hohen Energieverlusten. „Durch unsere Technologie können Unternehmen Leckagen schneller finden und beheben, was ihre Kosten senkt und die Umwelt schont“, so Jathe.

Adrien Jathe, Gründer des Startups Omnisent, präsentierte eine Ki-gestützte Leckererkennung in Druckluftsystemen.

Omnisent war nur eines von vielen weiteren Startups, das beim „Summit für Technologien für morgen“ ihre zukunftsweisenden Geschäftsideen vorstellte. Das Startup lynes, vor vier Jahren von den Brüdern Sven Hubbes-Börsch und Tobias Hubbes gegründet, ist ein weiteres und dessen Geschäftsidee das Potential hat, die klimaschonende Mobilität nachhaltig voranzutreiben. Die zwei Gründer haben eine App entwickelt, die zu mehr Klimaschutz in der betrieblichen Mobilität beitragen soll. Insbesondere die durch Berufspendler verursachten klimaschädlichen Ausstöße seien eine große Herausforderung, so Tobias Hubbes.


„Wir möchten Unternehmen für unsere Idee begeistern und die Mitarbeitenden gewinnen, mithilfe der App ihre gesamte Mobilität automatisch erfassen zu lassen“, so der Gründer.


Ziel sei es, eine Möglichkeit zu schaffen, Emissionen spielerisch zu reduzieren und Unternehmen darin zu unterstützen, die Mobilität der Belegschaft klimaschonender zu gestalten. Zusätzlicher Motivator ist das Belohnungssystem. Wer klimaschonende Fortbewegungsmittel nutzt, bekommt Punkte gutgeschrieben, die in der App in Rabatte und Vergünstigungen eingelöst werden können.

Mit ihrem Startup ladeplan haben die Gründer Lorenz Pott (links) und Till Schlief eine datenbasierte Lösung entwickelt, die den Planungsprozess der E-Ladeinfrastruktur beschleunigen soll.

An den Ausbau der klimaschonenden Mobilität knüpft auch das Startup ladeplan an, das eine datenbasierte Lösung entwickelt hat, die den Planungsprozess der E-Ladeinfrastruktur digitalisieren und beschleunigen soll. Zudem liefern die Gründer Till Schlief, Benjamin Kasten und Lorenz Pott Ladesäulenbetreibern die besten Standorte für neue öffentliche Ladestationen. Denn die Wahl des Standorts habe entscheidenden Einfluss auf den Umsatz, weiß Till Schlief:


„Mit unserer KI-basierten Software und Geodaten erhalten Kunden einzigartige Einblicke in den Mobilitätsmarkt sowie präzise Umsatzprognosen für das Potenzial des analysierten Standortes.“


In den letzten zwei Jahren ist das Startup organisch wachsen, ganz ohne externes Investment. Für die kommenden fünf Jahre planen die Gründer einen Einstieg in den europäischen Markt. Im Blick haben sie auch die Versorgung von Trucks mit Energie. „Hier gibt es noch jede Menge Planungsbedarf für Ladesäulen an den Verkehrsknotenpunkten“, so Lorenz Pott.

Die Brüder Tobias Hubbes (links) und Sven Hubbes-Börsch haben das Startup lynes gegründet, um die klimaschonende Mobilität nachhaltig voranzutreiben.

Neben der Startup Messe bekam der Besucher an diesem Tag auch beim OWL Startup Pitch Gelegenheit, sich über die Geschäftsmodelle von den Gründerinnen und Gründern zu informieren und zu investieren. Startups aus verschiedenen Branchen präsentierten ihre interessanten Projekte. Weitere Möglichkeiten, sich vom Potenzial der Startup-Szene zu überzeugen, boten die zweiminütigen Pitches, die einen Einblick in die Kreativität und Ideenvielfalt der Gründerinnen und Gründer zeigten.

Johannes Velling ist nicht zum ersten Mal in Paderborn. Der Abteilungsleiter „Digitalisierung, Startups und Dienstleistungen“ im NRW-Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie (MWIDE) kommt nicht nur gern hierher, „hier fühlt man sich immer wieder wohl“, er weiß auch das große Engagement der Universität in der Gründerförderung zu schätzen. Und er macht auch Mut, so schlecht sei das Modell made in Germany nicht.


„Im Innovationsranking stehen wir auf Platz zwölf, im Bereich Forschung und Entwicklung sind wir gut. Unsere Achillesferse ist der Transfer von Wissen ins Unternehmertum“, so Velling,


der die große Bedeutung von Hochschulen als wichtige Ideen- und Technologiegeber und von Startups als Antreiber von disruptiven Innovationen hervorhob.

Das hat mittlerweile auch die etablierte Wirtschaft erkannt: Immer mehr Unternehmer suchen die Nähe zu technologieorientierten Gründern, um mit ihrer Unterstützung an zukunftsweisenden Lösungen für mehr Fortschritt zu arbeiten. Das Paderborner Startup Cellgo berichtete zusammen mit dem in Porta Westfalica ansässigen Mittelständler JACOB Rohrsysteme über die erfolgreiche Zusammenarbeit. Die jungen Gründer, spezialisiert auf die einfache Lagerautomatisierung für Kleinteile, bieten kleinen und mittelständischen Unternehmen mit ihrem Automatiklager eine einfache Lösung für einen hohen Automatisierungsgrad. „Wir suchten nach einer Lösung zur Optimierung des Warenflusses und sind 2023 auf Cellgo aufmerksam geworden. Es war eine strategische Entscheidung, in die Welt der Startups einzutreten, deren Mentalität und Kultur kennenzulernen und deren Spirit in unsere etablierten Strukturen zu überführen“, so Tobias Werner, Head of Business Transformation beim Rohrspezialisten. Der Mut, den ersten Schritt zu gehen, habe sich ausgezahlt.


„Diese sehr kollegiale Zusammenarbeit war etwas Besonderes. Ich bin überzeugt, dass so eine Kooperation mit Startups unkomplizierter ist“, zog JACOB-Projektmanagerin Merle Röckemann ein positives Fazit.


Das aktuelle Projekt wird zurzeit weiter umgesetzt, weitere Kooperationen seien nicht ausgeschlossen. 
Die Aufmerksamkeit für die Arbeit am Campus OWL sie wächst weiter – diese Botschaft ging auch vom zweiten Summit moonshots & moneten aus. Groß ist der Wille und die Hoffnung beim EXIST Leuchtturmwettbewerb „Startup Factories“insFinale zukommen. Denn von einem positiven Bescheid profitiert nicht nur das Startup-Ökosystem, sondern auch etablierte Unternehmen. Schließlich sind sie in einer schneller werdenden Welt immer mehr auf Innovationskraft von außen, sprich Startups, angewiesen. Und gleichzeitig steigt auch die Sogkraft für internationale Startups, wenn die Region sichtbarer wird.

Mit dem Zünden einer symbolischen „Startup-Factory Rakete“ sind Vertreter verschiedener Hochschulen aus der Region, Gründende und Unternehmerinnen und Unternehmer einen weiteren Schritt in Richtung „möglich machen“ gegangen.

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