Wie gelingt der Sprung von der Erfindung zur erfolgreichen Innovation? Warum ist professioneller Wissens- und Technologietransfer in Zeiten globaler Krisen und digitaler Disruption so wichtig? Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer PROvendis GmbH, wirft einen Blick auf die Fakten und Strategien, die Innovationen zum Durchbruch verhelfen.
Nie war technologisches Wissen und Know-how größer als heute – und nie waren die Herausforderungen durch multiple globale Krisen größer. In diesem Paradox liegt eine Chance: Denn wenn Wissen strategisch genutzt wird, eröffnet das Möglichkeiten, ökologische Probleme zu bewältigen, technologische Abhängigkeiten zu durchbrechen, Lebensgrundlagen langfristig zu sichern und Zukunft zu gestalten.
Eine entscheidende Frage ist dabei, wie vielversprechende Forschungsergebnisse und Technologien schnellstmöglich in die Anwendung kommen können, um gesellschaftlichen Nutzen zu stiften. Professioneller Technologietransfer, wie die PROvendis GmbH ihn im Rahmen des landesgeförderten Hochschulverbunds innovation2business.nrw in Nordrhein-Westfalen anbietet, ist eine Antwort auf diese Frage. Seit 25 Jahren unterstützen wir das Innovationsgeschehen in Nordrhein-Westfalen mit diesen Schlüsselaufgaben des Wissens- und Technologietransfers:
- Vermittlung schutzrechtlich gesicherte Forschungsergebnisse an Unternehmen: Um wissenschaftliche Forschungsergebnisse in die wirtschaftliche Nutzung zu überführen, sind Patente und weitere Schutzrechte von ausschlaggebender Bedeutung. Schutzrechte sichern exklusive Nutzungsrechte und motivieren Unternehmen, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Studien zeigen, dass patentgeschützte Innovationen häufiger auf den Markt kommen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen stärken.
- Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft anbahnen: Um Technologietransfer von beiden Seiten zu denken, bieten wir mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, Unternehmen seit einigen Jahren kostenfrei die Möglichkeit, mit ihrem konkreten Technologiebedarf auf uns zuzukommen. Als technologie- und hochschulübergreifende Ansprechstelle identifizieren und vermitteln wir dann das passende Know-how aus den nordrhein-westfälischen Hochschulen. Bei diesem Angebot stehen weniger die Schutzrechte im Mittelpunkt als die Vermittlung des breiten Know-hows der Hochschulen.
- Akademische Ausgründungen: Essenzielle Grundlage für erfolgreiche, volkswirtschaftlich relevante Ausgründungen ist die Auseinandersetzung mit Fragen der IP- und Marktsituation: Wem gehören die Ergebnisse? Wie kann ich mich vor Nachahmern schützen? Wie unabhängig bin ich von Dritten? Wie ist es um den Wettbewerb bestellt? PROvendis unterstützt Forschende mit Gründungsabsicht in diesen Punkten frühzeitig, zum Beispiel mit Qualifizierungsmaßnahmen.
Von biomimetischen Rotorblättern für Windkraftanlagen, Wasserstofferzeugung aus überschüssiger elektrischer Energie, einem Wärmedämmstoff auf Basis nachhaltig angebauter, nachwachsender Rohstoffe, einem Verfahren, mit dem CO2 aus der Atmosphäre energieeffizienter entnommen werden kann, über einen Algorithmus für die Tourenplanung des Lieferdiensts flaschenpost bis hin zu neuen Verfahren für Gentherapien – in den letzten Jahren sind viele Innovationen aus den nordrhein-westfälischen Hochschulen in die Praxis gelangt. Sie stärken nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen, sondern demonstrieren auch, wie eine gezielte Infrastruktur für Technologietransfer hochspezialisiertes Wissen in innovative Lösungen für vielfältige gesellschaftliche Herausforderungen überführt.
Kontext
Die PROvendis GmbH ist die Tochtergesellschaft von 28 Hochschulen in Nordrhein-Westfalen und seit dem Jahr 2002 als Dienstleister für Wissens- und Technologietransfer tätig. Sie ist zentraler Dienstleister des Verbunds innovation2business.nrw, einem Verbund von 27 nordrhein-westfälischen Hochschulen. Der Verbund wird durch das Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Zuwendungsgeber ist das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie.
In 25 Jahren haben die 30 Innovationsmanager und Juristen über 8000 Erfindungen bewertet, mehr als 2000 Schutzrechte angemeldet und rund 650 Verwertungsverträge abgeschlossen.





