Der Energiedienstleister Westfalen Weser verfolgt eine klare Innovationsstrategie. Auf welche Treiber das Unternehmen setzt und welche Rolle Kooperationen spielen, erklärt Katja Voß, Leiterin Strategische Geschäftsfeldentwicklung.
Die aktuelle konjunkturelle Situation stellt für viele Unternehmen eine Herausforderung dar: Ändern Sie vor diesem Hintergrund Ihre Innovationsstrategie? Bitte skizzieren Sie diese kurz.
Katja Voß: Die Innovationsstrategie von Westfalen Weser bleibt trotz der aktuellen konjunkturellen Situation unverändert ambitioniert und orientiert sich seit Jahren an den Bedarfen von Kommunen und Unternehmen, mit denen wir in engem Austausch stehen. Innovationen sind für Westfalen Weser als „Motor der Energiewende“ ein zentraler Baustein, um weiterhin einen nachhaltigen Mehrwert für die Menschen, Kommunen und Unternehmen in unserer Region zu schaffen.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Nachhaltigkeit, verbunden mit einer sicheren, effizienten und resilienten Energieversorgung. Technologische Innovationen helfen uns, unsere Rolle als verlässlicher Partner für Kommunen und Unternehmen weiter zu stärken und uns als ganzheitlicher Energielösungsanbieter mit sektorübergreifenden Kooperationen weiterzuentwickeln.
Wesentliche Innovationstreiber sind die intensive Vernetzung zwischen den unternehmensinternen Bereichen sowie der gezielte Ausbau externer strategischer Partnerschaften. Westfalen Weser fördert ein ganzheitliches Denken und richtet eigene Innovationsentscheidungen entlang der gesamten Energie-Wertschöpfungskette aus. So bleiben wir auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten handlungsfähig und gestalten den Wandel im Energiesektor aktiv mit.
Innovationen sind eine wichtige Grundlage für die Wettbewerbsstärke eines Unternehmens. Wo liegen in Ihrer Branche aktuell die größten technologischen Herausforderungen und mit welchen Lösungen reagieren Sie darauf?
Katja Voß: Die größten technologischen Herausforderungen unserer Branche resultieren aus der steigenden Komplexität der Energiesysteme und dem hohen Digitalisierungsbedarf. Besonders relevant sind dabei die Integration erneuerbarer Energien, die Nutzung von Flexibilitätspotenzialen sowie die Umsetzung der Wärmewende auf Basis der kommunalen Wärmeplanung. Gleichzeitig gelten hohe Anforderungen an Versorgungssicherheit und -qualität, die bei allen Entwicklungen berücksichtigt werden müssen. Um den Herausforderungen zum Gelingen der Energiewende erfolgreich zu begegnen, setzen wir auf ein ganzheitliches Denken entlang der Wertschöpfungskette.
Welche Rolle spielen vor diesem Hintergrund Kooperationen mit Startups, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Kunden und Lieferanten bei der Entwicklung und Umsetzung von Innovationen?
Katja Voß: Kooperationen gewinnen strategisch wie operativ weiter an Bedeutung, da sie unsere Innovationsgeschwindigkeit erhöhen und uns ermöglichen, Zukunftsthemen frühzeitig aufzugreifen. Wir verstärken daher aktuell unsere Aktivitäten im Bereich des Stakeholder-Managements, indem wir relevante Partner aktiv in unsere Entwicklungs-Roadmap einbinden und den fachlichen Austausch intensivieren.
Die gezielte Zusammenarbeit mit Startups, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der heimischen Wirtschaft erweitert unsere fachliche Breite und hilft uns, unterschiedliche Themenfelder parallel und frühzeitig effizient zu bearbeiten. Gleichzeitig beziehen wir Kundinnen und Kunden frühzeitig in unsere Entwicklungsprozesse ein, wodurch wir praxisorientiertes Feedback zur Produktgestaltung erhalten. Diese enge Vernetzung ermöglicht es uns, Innovationen schneller, bedarfsgerechter und wirkungsvoller umzusetzen.
Wo liegen aus Ihrer Sicht die größten Innovationshemmnisse bzw. was müsste sich verbessern?
Katja Voß: Die größten Innovationshemmnisse liegen aus unserer Sicht in der unzureichenden Transparenz der regulatorischen bzw. gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie in der fehlenden langfristigen Planungssicherheit. Unternehmen benötigen verlässliche Leitplanken, um Innovationsentscheidungen fundiert bewerten und mit Vertrauen umsetzen zu können. Unklare oder häufig wechselnde Vorgaben erzeugen Unsicherheit und bremsen Investitionen in innovative Lösungen.
Zudem braucht es einen starken politischen und gesellschaftlichen Rückhalt, um die Energiewende konsequent voranzutreiben. Bürokratische Hürden verlangsamen Projekte zusätzlich und kosten wertvolle Geschwindigkeit.
Da die Energiewende mit erheblichen Investitionen verbunden ist, sind Transparenz über finanzielle Auswirkungen, klare Prioritäten sowie ein umfangreicher Wissenstransfer essenziell. Innovative Lösungen wie beispielsweise unser EnergieKompass können hier einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie komplexe Informationen verständlich aufbereiten und eine solide Entscheidungsgrundlage schaffen.





