Es übertrifft selbst kühne Erwartungen: In Deutschland wird jeder dritte Neubau mit einer Wärmepumpe ausgerüstet. In 2025 waren es knapp 300.000 Geräte – weitaus mehr als Gasheizungen. Das entspricht einem Wachstum von 55 Prozent. Luft/Wasser-Wärmepumpen dominieren den Markt mit einem Anteil von 95 Prozent. Davon geht über die Hälfte in Bestandsbauten. Die Gasfeuerung verzeichnete dagegen eine Absatzeinbuße von über 80 Prozent.
High-Class-Wärmepumpen sind mittlerweile so leistungsfähig, dass keine vorherige Gebäudesanierung, kein Fensterwechsel und kein Heizkörpertausch erforderlich sind. Die durchschnittliche Jahres-Arbeitszahl stieg von 3,1 auf 3,4. Neue Hochtemperatur-Wärmepumpen für industrielle Prozesse liefern Vorlauftemperaturen bis 100°C. So die Verlautbarungen etlicher Verbraucherzentralen und namhafter Energieberater. Bislang wurden aus Sicherheitsgründen die Wärmepumpen oft überdimensioniert, was die Anlage unnötig verteuerte.
Indes erfuhr der Bau- und Ausbausektor generell in den letzten Monaten einen starken Preisauftrieb, lassen die Auguren wissen. Bei gasbefeuerten Anlagen hingegen, da vielerorts in der Kritik, herrschte preislich im vergangenen Jahr weitgehend Stillstand. Die Anlagenkosten für Gasheizungen sind von allen Varianten nach wie vor am billigsten. Für Wärmepumpen sind sie dagegen auffallend hoch: Eine 8-kW-Anlage kostet den Bauherrn laut RWTH rund 30.000 Euro, in England hingegen nur 12.000 Euro.
Zur Brennstoffversorgung: Der anvisierte Gasausstieg ist bislang nicht geregelt. Der Bauherr sollte sich beim örtlichen Versorger eine Mindestfrist bestätigen lassen. Vereinbart werden üblicherweise zehn Jahre, mancherorts garantiert der Versorger nur fünf Jahre.
Die Vacurant Heizsysteme GmbH in Bad Lippspringe, Anbieter von Gas-Dunkelstrahlern und Wärmepumpen, reagierte auf die außergewöhnliche Wärmepumpen-Nachfrage mit einer ausgeklügelten Hybridlösung, basierend auf zwei unterschiedlichen Wärmeerzeugern: Wärmepumpen decken die Grundlast des Objektes und laufen praktisch rund um die Uhr. Ab einem berechneten Bivalenzpunkt wird der zweite Wärmeerzeuger freigegeben. Dieser kann ein Gas-Dunkelstrahler, ein Elektrostrahler oder ein Elektrogebläse sein.
„Eine Technik, die sich nicht nur im Neubau, sondern auch in älteren, schlecht gedämmten oder teilsanierten Gewerbeimmobillien bewährt“, betont Vacurant-CEO Christian Tüllmann bei der Vorstellung des Verfahrens. Und fügt hinzu: „Dabei läßt sich die installierte Öl- oder Gasheizung auf die Deckung der Lastspitzen reduzieren.“ Die Heizungssanierung ist also in Stufen organisierbar. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe wird minimiert und die Hybridlösung ist für die Dekarbonisierung aller Gebäudetypen geeignet.


Musteranlagen im Logistikbau
Eine komplexe Anlage installierte Vacurant in Bremen: ein Hybridsystem für ein Logistikzentrum mit 80.000 m2 Fläche. Das Objekt umfasst acht Hallen mit je 10.000 m2. Insgesamt wurden 56 Wärmepumpen mit zusammen 1400 kW Leistung installiert, um die bestehenden 32 Dunkelstrahler zum zweiten Wärmeerzeuger zu degradieren. Heiz- und Kühlprozesse werden bedarfsgerecht gesteuert; die implementierte Leittechnik (GLT) hat Schnittstellen zu allen wichtigen Komponenten. Der Investor legte u. a. fest, dass die Anlagen die neuen Schallgrenzwerte nach GEG einhalten müssen. Bauherr des Objektes ist der international agierende Investor Baytree. Mieter ist ein Dienstleister für Mercedes Benz.
In strategischer Partnerschaft mit dem Generalunternehmer Köster realisierte Vacurant im bayrischen Altusried eine Wärmepumpenanlage für eine 30.000 m2 große Logistik-Immobilie. Die Liegenschaft umfasst drei Hallen mit je 10.000 m2. In jedem Bauwerkwurden 15 Wärmepumpen mit jeweils 25 kW Anschlussleistung installiert. Insgesamt also 45 Geräte mit insgesamt 1125 kW Leistung.
Der Wärmepumpen-Boom wird sich nach Einschätzung des Vacurant-CEO fortsetzen, ja sogar verstärken, falls es – wie versprochen – der Bundesregierung gelingen sollte, den Industrie-Strompreis von derzeit 18 Cent pro kWh auf ein Drittel zu senken. Christian Tüllmann: „Sonst bleiben wir in Europa weiterhin an der Tarifspitze und würgen eine überaus smarte Systemlösung ab.“
Vacurant ist eine Tochter des größten Heizungsbauers in NRW, der Hubert Niewels GmbH, und hat im Bau von Industrie-Wärmepumpen eine hohe Systemkompetenz. Beispielsweise bei großen Industriehallen mit 30 m Deckenhöhe und darüber, wie sie vornehmlich im Logistikbau vorkommen. Christian Tüllmann: „Unsere Monteure sind hier wahre Akrobaten, wenn sie bei hybriden Anlagen in dieser Höhe die Sekundärgeräte für den Spitzenlastbetrieb installieren. Das erfordert spezielle Kenntnisse, die sich der Heizungsbauer bei uns aneignet. Die Monteure sind es gewohnt, Heizkörper oder Bodenheizungen im Einfamilienhaus oder im Geschosswohnungsbau zu installieren – aber nicht in schwindelnder Höhe umherzuturnen. Dieses Spezialwissen verschafft uns einen Wettbewerbsvorteil.“ Fundiertes Know-how hat das westfälische Unternehmen ferner im Bau großer Wärmenetze, die mit kontinuierlicher Last fahren. -peg
Weitere Informationen: https://www.vacurant.de/





