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KOLUMNE: Tristan Niewöhner

Das Rockstar-Problem: Warum Gründer oft schlechte Chefs sind

Viele Gründer starten mit einer bahnbrechenden Idee und visionärem Enthusiasmus – doch sobald ihr Unternehmen wächst, stoßen sie oft an ihre Grenzen als Führungskräfte. Der Sprung vom inspirierenden Visionär zum effektiven Manager gelingt nicht jedem. Doch warum ist das so?
Gründerinnen und Gründer sind oft kreative Köpfe mit einem starken Fokus auf Innovation. Doch Führung erfordert andere Fähigkeiten: Delegation, Teamführung und langfristige Strategie. Viele scheitern daran, Verantwortung abzugeben oder Strukturen zu etablieren, weil sie weiterhin alles selbst kontrollieren wollen.
Da Gründer häufig aus der Produktentwicklung oder Technik kommen, fehlt ihnen oft Erfahrung in Personalführung. Der Umgang mit Mitarbeitern, Konflikten und Motivation ist eine Kunst für sich. Fehlende Empathie oder unklare Kommunikation können Teams demotivieren und zu hoher Fluktuation führen.
Manche Gründer sehen sich als unantastbare Visionäre und nehmen keine Kritik an. Dieser Narzissmus kann dazu führen, dass Entscheidungen unreflektiert getroffen und wertvolle Impulse aus dem Team ignoriert werden. Ein gesundes Unternehmen braucht jedoch ein Umfeld, in dem auch kritische Stimmen Gehör finden.

Wie Gründer bessere Chefs werden:

  • Führung erlernen: Leadership-Trainings und Coaching können helfen, Führungsfähigkeiten zu verbessern.
  • Delegation üben: Vertrauen in ein kompetentes Team ermöglicht Skalierbarkeit und Wachstum.
  • Feedback zulassen: Eine offene Unternehmenskultur mit ehrlicher Kommunikation fördert Innovation und Zusammenhalt.

Nicht jeder großartige Gründer ist automatisch ein guter Chef. Doch wer bereit ist, sich weiterzuentwickeln und Führung aktiv zu lernen, kann langfristig nicht nur sein Unternehmen, sondern auch sich selbst als Unternehmer stärken.

Rockstar und guter Chef sein – Start up now! Bis zum nächsten Mal.

Beim nächsten Mal lesen Sie: Gesundheit als Gründer

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