Die 2023 in Borken gegründete conmeet GmbH entwickelt das erste KI-Steuerungssystem für Handwerks- und Bauunternehmen von rund zehn bis mehrere hundert Mitarbeitende.
Gerade hat das Startup eine weitere Finanzierungsrunde, diesmal über sechs Millionen Euro, abgeschlossen. Angeführt wird diese gemeinsam von Reimann Investors Venture Capital aus München und Smedvig Ventures aus London. Beide Kapitalgeber investieren in junge Softwareunternehmen in Europa. Die Runde war überzeichnet: Es lagen mehr Zusagen von Investoren vor als erwartet, und das Unternehmen nahm am Ende mehr Kapital auf als ursprünglich geplant. Das Geld fließt vor allem in die Weiterentwicklung der Software und in den Ausbau des Teams. conmeet beschäftigt derzeit 15 Mitarbeitende und will die Zahl in den kommenden Monaten deutlich erhöhen. Der Firmensitz am Fliegerberg bleibt dabei der zentrale Standort; gesucht werden vor allem Fachkräfte aus den Bereichen
Softwareentwicklung, Vertrieb und Kundenbetreuung
Das Startup entwickelt ein sogenanntes KI-Steuerungssystem – eine Software, mit der Handwerks- und Bauunternehmen ihren kompletten Betrieb an einer Stelle organisieren können. In einem größeren Handwerksbetrieb laufen täglich viele Dinge parallel: Angebote werden kalkuliert, Material bestellt, Kolonnen und Fahrzeuge auf Baustellen eingeteilt, Arbeitszeiten erfasst, Zusatzarbeiten mit dem Kunden abgestimmt und am Ende Rechnungen geschrieben. Für jeden dieser Schritte nutzen viele Unternehmen ein eigenes Programm – die Abstimmung dazwischen läuft dann über Telefon, E-Mail oder WhatsApp-Gruppen.
Genau das führt conmeet zusammen. Kalkulation, Einkauf, Einsatzplanung, Baustellendokumentation, Kommunikation, Zusatzaufträge, Controlling und Abrechnung greifen auf dieselben Daten zu. Ändert sich etwas auf der Baustelle, sehen es Büro und Buchhaltung, Absprachen mit Kunden oder Nachunternehmern werden direkt am jeweiligen Auftrag festgehalten und gehen nicht in Chatverläufen verloren.
Wiederkehrende Aufgaben – etwa das Erfassen eingehender Belege – übernimmt das System. Künstliche Intelligenz ist dabei kein Zusatz, sondern von Beginn an Teil des Systems: Es arbeitet direkt in den Abläufen des Unternehmens. Für die Unternehmen bedeutet das vor allem weniger Verwaltungsaufwand und einen jederzeit aktuellen Überblick darüber, wie ein Auftrag wirtschaftlich läuft.
Gegründet wurde das Startup Mitte 2023 von Benedikt Kisner, Leandro Ananias und Lennart Eckerlein. Kisner ist in der Region kein Unbekannter: Er gründete bereits die netgo group in Borken und baute sie zu einem Unternehmen mit mehr als 1.300 Mitarbeitenden auf. Mit conmeet entsteht damit zum zweiten Mal ein wachsendes Technologieunternehmen an derselben Adresse. Mitgründer Eckerlein führte selbst einen mittelständischen Handwerksbetrieb und kennt die Abläufe der Zielbranche aus eigener Erfahrung. Ananias verantwortet als technischer Geschäftsführer die Architektur der Software. Zweieinhalb Jahre lang entwickelten die drei Gründer die Software aus eigenen Mitteln, bevor sie externe Investoren an Bord holten.
„Wir haben conmeet bewusst hier im Münsterland aufgebaut und werden das auch weiterhin tun“, sagt Benedikt Kisner, Mitgründer und Geschäftsführer von conmeet. „Dass Kapitalgeber aus München und London in ein Unternehmen aus Borken investieren, zeigt, dass gute Softwareentwicklung nicht an eine Großstadt gebunden ist.“
Handwerks- und Bauunternehmen stehen derzeit unter erheblichem Druck: Fachkräfte sind knapp, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Dokumentation und Nachweisführung. „Wenn im Büro und auf der Baustelle weniger Zeit für Verwaltung draufgeht, bleibt mehr Zeit für die eigentliche Arbeit“, sagt Mitgründer Lennart Eckerlein, der die Probleme aus eigener Vergangenheit kennt.
„Handwerk und Bau sind ein großer Markt mit sehr eigenen Abläufen, für den es bislang kaum passende Software gibt“, sagt Samuel Schuler, Managing Director bei Reimann Investors Venture Capital. „Das Team von conmeet verbindet Erfahrung aus dem Handwerk, dem Unternehmensaufbau und der Softwareentwicklung. Diese Kombination hat uns überzeugt.“
Zu den Kunden von conmeet zählen Handwerks- und Bauunternehmen unterschiedlicher Größe – von rund zehn bis hin zu mehreren hundert Mitarbeitenden – in Deutschland, Österreich und der Schweiz.













