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Bestand statt Neubau? – Warum Bestandsimmobilien wirtschaftlich attraktiv sind

Steigende Baukosten, knappe Gewerbeflächen und attraktive Förderprogramme verändern den Blick auf Bestandsimmobilien. Viele Unternehmen setzen auf die Potenziale, die in der Erweiterung und Modernisierung ihrer bestehenden Immobilien liegen. Fabian Heister, Abteilungsleiter Bauen im Bestand bei BREMER, Spezialist für Industrie- und Gewerbebau aus Paderborn, gibt im Interview Tipps, worauf Bauherren achten sollten.

Herr Heister, was versteht man konkret unter „Bauen im Bestand“?
Fabian Heister: Anforderungen an Gebäude, etwa durch neue Produktions- oder Logistikprozesse oder einen höheren Flächenbedarf, ändern sich im Laufe der Nutzungsphase. Manchmal sind Immobilien auch nur etwas in die Jahre gekommen. Unter Bauen im Bestand verstehen wir alle baulichen Maßnahmen an bestehenden Immobilien, dazu zählen Sanierung, Modernisierung, Erweiterungen, Aufstockungen oder Umnutzungen. Oft ist das Bauen im Bestand sogar bei laufendem Geschäftsbetrieb möglich.

Fabian Heister, Abteilungsleiter Bauen im Bestand bei BREMER und Spezialist für Industrie- und Gewerbebau: „Bauen im Bestand ist in vielen Fällen wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll.“ Foto: BREMER

Aktuell haben wir den Eindruck, dass Bauen im Bestand stark an Bedeutung gewinnt. Können Sie die Gründe erklären?
Fabian Heister: Da gibt es mehrere Gründe: Zum einen sind attraktive Grundstücke knapp und teuer. Wer bereits über eine Immobilie verfügt, kann durch Modernisierung oder Erweiterung daher oft besonders wirtschaftlich agieren, insbesondere wenn Fördergelder abgerufen werden können.

Zudem profitieren Unternehmen von einer langjährig gewachsenen Belegschaft, was angesichts des Fachkräftemangels ein entscheidender Vorteil ist.
Ein dritter Aspekt sind die langfristigen Einsparpotenziale durch verbesserte Energieeffizienz, insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Energiepreise. Mit unkomplizierten und staatlich geförderten Maßnahmen lassen sich bereits spürbare Effekte erzielen. Etwa durch den Austausch alter Beleuchtung gegen LED-Technik, die Sanierung der Gebäudehülle oder den Einbau energieeffizienter Hallentore.

Welche Tipps können Sie Bauherren und Immobilienbesitzern aus der Praxis geben?
Fabian Heister: Wer über eine Baumaßnahme im Bestand nachdenkt, sollte vor Beginn der Planung immer mit einer umfassenden Bestandsaufnahme starten. Dazu gehören technische Analysen, 3D-Scans, Machbarkeitsstudien und eine sorgfältige statische Prüfung. Das schafft Planungs- und Kostensicherheit und vermeidet unangenehme Überraschungen während der Bauphase. Eine belastbare Bestandsanalyse ist auch die Voraussetzung für eine präzise Kalkulation der Bauunternehmer und entscheidend, um die Angebote objektiv vergleichen zu können.

Ist Bauen im Bestand immer die beste Lösung, oder gibt es Fälle, in denen ein Neubau sinnvoller sind?
Fabian Heister: Bauen im Bestand ist in vielen Fällen wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll. Aber natürlich gibt es Grenzen, wenn die Bausubstanz gravierende Mängel aufweist, die Tragstruktur nicht ausreichend dimensioniert ist oder umfangreiche Schadstoffbelastungen vorliegen.
Auch wenn sich Anforderungen beispielsweise hinsichtlich Höhe oder Spannweite der Hallen geändert haben, sollte man individuell und ergebnisoffen prüfen, ob ein Neubau in diesem Fall die wirtschaftlichere Lösung darstellt.

Weitere Informationen: www.bremerbau.de

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