Wissenstransfer – mykori

Dr. Sebastian Vogt

Prof. Dr. Sebastian Vogt ist Geschäftsführer des Technologietransfer- und Existenzgründungs-Centers der Universität Paderborn (TecUP). Anhand von Best-Practice-Beispielen berichtet er, wie es durch Hochschulausgründungen gelingen kann, Forschungserkenntnisse für Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar zu machen.

Serie: Wissens- und Technologietransfer – Komplexe Prozesse einfach gemacht

In unserer Serie berichtet Prof. Dr. Sebastian Vogt, Geschäftsführer des Technologietransfer- und Existenzgründungs-Center der Universität Paderborn (TecUP), über erfolgreiche Ausgründungen und den Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft.

Einen nachhaltigen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen: Unternehmen suchen zunehmend nach Möglichkeiten, sich wohltätig zu engagieren, da sie sich ihrer sozialen Verantwortung immer bewusster werden (müssen). Vor diesem Hintergrund ist Corporate Social Responsibility in der Wirtschaftswelt in aller Munde. Jedoch ist der Aufwand bei der Planung, Durchführung und Nachverfolgung der eigenen Wohltätigkeit oftmals so hoch, dass gute Vorsätze viel zu häufig in der Schublade verschwinden. Parallel hierzu zeigen neueste Studien, dass sich neben Unternehmen auch Privatpersonen stärker für gemeinnützige Projekte einsetzen wollen – das Potenzial liegt hier bei bis zu 75 Prozent. Zeitgleich suchen NGOs nach innovativen Kanälen der Spendenakquise, da die Anzahl spendender Personen jährlich sinkt.

Das social fintech Startup mykori hat den Bedarf erkannt und bringt mit seiner innovativen Geschäftsidee Unternehmen und ihre Mitarbeitenden mit NGOs zusammen, um gemeinsam Gutes zu tun. Die drei Gründer Max Metzner, Tim Bröker und Moritz Hollenbeck haben eine Plattform für volldigitalisiertes Corporate Matching entwickelt. Als gemeinnützige Organisation übernimmt mykori hierbei die gesamten Prozesse und erleichtert das Matching der Spenden für die Unternehmen ungemein. Unternehmen spiegeln die Spenden ihrer Mitarbeitenden zu einem bestimmten Faktor, beispielsweise 1:1, 2:1, 3:1, und können so die Herzensprojekte ihrer Belegschaft unterstützen. Auf der anderen Seite nimmt mykori den Unternehmen den Aufwand bei der Suche, Durchführung und Verfolgung der eigenen Wohltätigkeit ab und kann somit zu einem starken Employer Branding beitragen. Mitarbeitende erhalten die einfache Möglichkeit, sich durch Spenden wohltätig zu engagieren und dabei doppelten Impact zu erzeugen. Zu guter Letzt profitieren auch die NGOs von digitalen Kontaktpunkten zur Spenderschaft und natürlich von Spendengeldern.

mykori bietet daher genau die Lösung, die wir in dieser Zeit brauchen: die Zusammenarbeit von Unternehmen, ihren Mitarbeitenden und Privatpersonen sowie NGOs, gepaart mit neusten digitalen Lösungen, um gemeinsam substanziell etwas in der Gesellschaft zu bewegen und eine echte Verbesserung zu erwirken.

Max, Tim und Moritz bringen interdisziplinäre Kompetenzen aus den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Social Entrepreneurship, Management, Innovation und Marketing ein und konnten bereits Erfahrungen als Gründer, Full Stack Developer, Berater und Mentor sammeln. Mit ihrer Geschäftsidee wandten sich die drei an die garage33, Gründungszentrum der Universität Paderborn. Das Team wurde durch uns in jeder Phase ihres Gründungsprozesses unterstützt, unter anderem durch eine enge und kritische Begleitung während der Gründung durch unsere Coaches, die Betreuung bei der Bewerbung auf das EXIST-Gründerstipendium, durch unser Netzwerk sowie durch ein eigenes Büro in der garage33.

Mit ihrer innovativen Geschäftsidee konnte das Team auch außeruniversitäre Instanzen überzeugen. Seit Mai diesen Jahres erhalten die drei Gründer eine zwölfmonatige Förderung im EXIST-Gründerstipendium des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, welches gründungsinteressierte Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit innovativen technologieorientierten oder wissensbasierten Produkten mit signifikanten Alleinstellungsmerkmalen und guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten fördert.
Das Team hat bereits viele Unterstützerinnen und Unterstützer aus Forschung, Wirtschaft und NGOs. Erste Pilotkunden sind NGOs, Unternehmen, die mykori als Unternehmenslösung einsetzen wollen sowie ca. 200 Betatesterinnen und Betatester. Zum aktuellen Zeitpunkt kann bereits Corporate Matching angeboten werden. Mit dem MVP gehen die Gründer Ende Dezember in die Betaphase. Die nächsten Schritte sind der Start des Matchings mit den Unternehmen und die Weiterentwicklung der Prozesse. Außerdem konnte das Team Ende September mit seiner Geschäftsidee beim „Digitizing the Global Goals Award“ in der Kategorie NGOs, der Leuchtturm-Projekte im Bereich der Nachhaltigkeit ohne Profitgedanken auszeichnet, überzeugen und belegte unter zahlreichen Einreichungen den dritten Platz. Auch im Rahmen unseres diesjährigen OWL Start-up Pitch Ende Oktober, bei welchem junge Gründende mit Investorinnen und Investoren zusammengebracht werden, konnte das Team überzeugen.

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