Weiterbildungsforum bei COBUS ConCept

Mehr Wissen und höhere Zufriedenheit

Das IT-Systemhaus COBUS ConCept mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück setzt auf ein neues Format bei der Qualifizierung seiner Mitarbeiter. Ziel ist es, eine kontinuierliche Weiterbildungskultur im Hause aufzubauen. 

Stephanie Claes, Leiterin der Personalabteilung hatte die Idee für das Weiterbildungsforum.

Manchmal hilft es, die klassischen Strukturen zu verlassen und neue Wege zu gehen – wie das IT-Systemhaus COBUS ConCept: Nach wiederholt geäußerten Wünschen der Mitarbeiter nach mehr Qualifizierungsmöglichkeiten, kam in der Unternehmensleitung der Gedanke auf, ein ganz neues Konzept der Weiterbildung zu entwickeln. Man stellte sich die Frage: Warum externe Wissensvermittler einkaufen, wenn das eigene Team so einen enormen Wissensschatz besitzt? Warum Mitarbeiter einmal im Jahr zu ganztägigen Schulungen wegschicken, wenn man direkt am Arbeitsplatz in kurzen, wiederkehrenden Einheiten kontinuierlich lernen kann, die sich gut ins Tagesgeschäft integrieren lassen?
Schnell entwickelte sich die Idee eines internen Weiterbildungsforums: Die Mitarbeiter sollen ihr Wissen miteinander teilen und gegenseitig Schulungen anbieten und besuchen. Der eine Kollege ist ein Excel-Profi. Der andere ist Experte im Präsentieren und Moderieren. Und wieder ein anderer hat eine besondere Qualifikation im Bereich Recht oder ist gar im Privatleben Trainer für Stressmanagement und Entspannung. Jeder kann etwas, das andere nicht so gut können, und davon profitieren im Idealfall verschiedene Mitarbeiter.
Die Vorteile dieses Systems liegen auf der Hand: Der Einsatz eines Mitarbeiters als Trainer ist deutlich günstiger als der eines externen – alleine schon deshalb, weil er nicht erst anreisen muss. Er ist außerdem hoch motiviert, da er sich vor seinen eigenen Kollegen präsentiert. Und: Er ist nach der Schulung ständig als Ansprechpartner für Fragen verfügbar.
Da natürlich nicht zu jedem Thema ein Experte im Haus ist, wird das interne Angebot bei COBUS – wo immer notwendig und sinnvoll – ergänzt um den Input externer Trainer.
Das grundlegende Ziel des neuen Formats ist es, eine kontinuierliche Weiterbildungskultur im Haus aufzubauen – und das Ganze nach dem Prinzip „kurz und knackig“. Das Lernen soll in kleinen und dafür häufigeren „Häppchen“ von jeweils zwei bis drei Stunden erfolgen, anstatt in ganztägigen Kursen. Erstens ist hier die Hemmschwelle für eine Teilnahme sowohl für den Mitarbeiter als auch für den Vorgesetzten, der ihn dafür freistellen muss, wesentlich geringer. Zweitens funktioniert Lernen viel besser mit regelmäßigen Wiederholungen – aus vier zweistündigen Schulungen einmal im Quartal bleibt mehr hängen als aus einem Acht-Stunden-Training einmal im Jahr – sagt auch die Hirnforschung.
Die Bandbreite des COBUS-Schulungsangebotes reicht von Software-Schulungen über Führungsthemen bis hin zum Rückentraining. Als „Marktplatz“ für die Angebote wird das Intranet genutzt: Hier werden Schulungsangebote veröffentlicht, Termine organisiert und Kursmaterialien geteilt.
Die Themen sind für drei Kategorien von Zielgruppen festgelegt: Es gibt die Pflichtteilnehmer, die verpflichtet sind, einmal an einem solchen Kurs teilzunehmen. Beispiel ist hier ein Training für alle Teamleiter. Weiterhin gibt es die Adressaten, die in erster Linie mit einem Thema angesprochen werden, da sie es für ihren Arbeitsalltag brauchen: Zum Beispiel ein Präsentationstraining für all jene, die intern und extern präsentieren müssen. Zuletzt gibt es noch Kurse für Interessierte – jene Mitarbeiter, für die das Thema nicht ihre Kernaufgabe betrifft. Eine Teilnahme an diesen Schulungen ist bis zu viermal im Jahr möglich, um auch mal den Blick über den Tellerrand zu ermöglichen. Ein Beispiel ist der Kurs Zeitmanagement, den alle interessierten Mitarbeiter besuchen können. Ein zusätzliches Bonbon für die Mitarbeiter: Zu Begleitthemen, die außerhalb der Arbeitszeit liegen, sind auch Partner mit eingeladen. Grundsätzlich können die Teilnehmer einer Schulung vorab Wünsche äußern, wenn sie bestimmte Fragen speziell behandeln möchten – wiederum ein Vorteil gegenüber einer extern gebuchten Weiterbildung, in der die Agenda des Tages in der Regel feststeht.

Das Weiterbildungsforum wird rege genutzt
Der organisatorische Aufwand für das Weiterbildungsforum hält sich in Grenzen. Ist der Prozess einmal implementiert, läuft fast alles von selbst – vorausgesetzt, die Trainer liefern ihren Input. Es müssen die Termine gepflegt und gelegentlich die Mitarbeiter angeregt werden, ihr Recht auf Weiterbildung wahrzunehmen oder auch neue Ideen zu liefern. Alle Schulungen sind im internen, digitalen Unternehmenskalender als Termin angelegt. Die Anmeldung erfolgt formlos, indem man sich als Teilnehmer in den gewünschten Termin einträgt. Fast alle Themen werden mehrfach angeboten, so dass eine spätere Teilnahme möglich ist.
Die Rückmeldungen der COBUS-Mitarbeiter und die rege Nutzung des Weiterbildungsforums nach nunmehr einem halben Jahr Laufzeit zeigen, dass das Instrument sehr gut angenommen wird. Es werden mehr und regelmäßigere Schulungsmaßnahmen angeboten und wahrgenommen als vorher. So finden wir am Ende eine klassische Win-Win-Situation: Das Wissen und die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigen und das Unternehmen profitiert von gut qualifizierten Fachkräften und einer hohen Mitarbeiterbindung. Und dies auf einem denkbar einfachen Weg. Fazit des COBUS-Teams: Bitte nachmachen!

Autorin Andrea Sprenger ist Assistentin im Personalmanagement bei COBUS ConCpet

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