Wecon

„Die Auszeichnung hat zu einem deutlichen Schub im Bekanntheitsgrad geführt“

Vor gut zwei Jahren ist die Wecon GmbH mit dem Innovationspreis Münsterland ausgezeichnet worden. Das Unternehmen hat eine Lösung für die Logistikbranche entwickelt, die für mehr Effizienz beim Transport von Waren und Gütern sorgt. Geschäftsführer Daniel Hemker über die geniale Idee, die Bedeutung von Innovationen und den generellen Stellenwert von Innovationsmanagement. 

Daniel Hemker

Daniel Hemker: „Wir suchen ständig nach Verbesserungsmöglichkeiten.“
Foto: Bernd Hegert

Sie sind 2015 mit dem Innovationspreis ausgezeichnet worden. Wie hat sich das damals prämierte Produkt weiter entwickelt?
Daniel Hemker: Auf Basis des damaligen Produkts konnten wir zwei maßgebliche Weiterentwicklungen, die sich deutlich vom Stand der Technik abheben, erfolgreich konstruieren, bauen und vermarkten. Dazu gehört ein besonders leichter Wechselbehälter mit einer Nutzlast größer als 29.500 Kilogramm sowie ein Wechselbehälter für Coils.

Ist Ihr Produkt am Markt akzeptiert worden?
Daniel Hemker: Beide Produkte werden in ganz Europa, sogar für Transporte bis in die Türkei, eingesetzt. Aus allen Ländern erreichen uns hierzu interessante Anfragen, die sich aufgrund der individuellen Anforderungen und des hohen Preisdrucks zum Teil jedoch nur schwer umsetzen lassen.

Haben Sie Ihre Innovation patentieren/schützen lassen?
Daniel Hemker: Der Aufwand für Patente übersteigt in diesem Bereich den Nutzen. Unsere Produkte sind durch fortlaufende Verbesserungen und komplexe Schweißprozesse gut vor Nachahmung geschützt. Der Teufel steckt hier nämlich einmal mehr im Detail.

Hat die damalige Auszeichnung für Ihr Unternehmen in der öffentlichen Wahrnehmung besondere Auswirkungen gehabt? (zum Beispiel eine höhere Bekanntheit?)
Daniel Hemker: Insbesondere im regionalen Umfeld hat die Auszeichnung zu einem deutlichen Schub im Bekanntheitsgrad geführt. Hier konnten wir uns als innovatives und international agierendes Familienunternehmen positionieren, und somit bei vielen Fachkräften als interessanter Arbeitgeber punkten.

Was raten Sie anderen Unternehmen aus Ihren bisherigen Erfahrungen für ihr eigenes Innovationsmanagement?
Daniel Hemker: Aus unserer Sicht ist es unabdingbar, für Innovationen erstens sich selbst und das Produkt ständig zu hinterfragen, zweitens den Kunden einzubeziehen, und drittens ins Risiko zu gehen, dass Dinge auch mal scheitern können und nicht funktionieren. Dann hat man zumindest auch etwas gelernt, nämlich wie es nicht geht.

Welche Bedeutung hat Ihre Unternehmenskultur auf das Innovationsmanagement?
Daniel Hemker: In unserer Unternehmenskultur ist es wichtig, dass wir uns und unser Tun selbst ständig in Frage stellen und nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen und umsetzen. Nur dann haben wir die Möglichkeit, Innovationen in Produkten und Prozessen erfolgreich zu gestalten.

Welche Rolle hat ein Kooperationspartner (z.B. Hochschulen) bei der Innovationsentwicklung gespielt?
Daniel Hemker: Je nach Komplexität ist es wichtig, mit einem Kooperationspartner, wie einer Hochschule, ganze Forschungsprojekte samt Förderungsmöglichkeiten zu stemmen und umzusetzen. An dieser Stelle hätten wir das mit dem Innovationspreis Münsterland 2015 prämierte Produkt Tellisys ohne die RWTH Aachen nicht entwickeln und bauen können.

Weitere Informationen: www.wecon.de

KONTEXT
Um mehr Platz für den Transport von Waren und Gütern in Großraumwechsel-Containern auf Lkw und im kombinierten Verkehr mit der Bahn zu schaffen, hat die Wecon GmbH aus dem Münsterland mit dem „Imperator Tellisys“ und „Imperator Automotive“ zwei Wechselcontainer entwickelt, die über tiefergelegte Böden verfügen und so, je nach Modell, zwischen 25 und 50 Prozent mehr Ladevolumen bieten. Das reduziert die Fahrten, spart Kosten und verringert den CO2-Ausstoß um rund 25 Prozent.