REMISE Bünde: Ein Konzept für etwas Großes

So wir die Remise Bünde aussehen: Hier entsteht eine außergewöhnlicher Ort, der verschiedene Nutzungsmöglichkeiten unter einem Dach vereint.

Neues Leben in alten Mauern: Zwei große Industriehallen mit dem Charme der Vergangenheit werden zurzeit mit einem modernen und anspruchsvollen Nutzungskonzept in Bünde umgebaut. Die REMISE Bünde ist ein Vorzeigeprojekt nicht nur für Bauherr und IT-Unternehmer Wilhelm Mormann, sondern auch für die Stadt.

Eigentlich sollte nur ein Stellplatz für den COBUS Caravan gefunden werden: Seit vergangenem Jahr bietet das IT-Digitalisierungsunternehmen COBUS ConCept seinen Beschäftigten die Möglichkeit, mit dem firmeneigenen Wohnmobil auf Reisen zu gehen. Die Begeisterung vieler Beschäftigter ist bis heute groß. Angesichts weitreichender Reisebeschränkungen wurde der Mobilitätsdrang in den letzten Monaten ausgebremst und so musste das Vehikel zunächst auf die Parkposition. Einzelne Mitarbeiter nutzten es zwischendurch dann noch für ein gemütliches Dinner auf dem Parkplatz eines Bielefelder Restaurants.

Unternehmer Wilhelm Mormann suchte schon länger nach einer Dauerlösung für das Reisemobil, wollte das Fahrzeug, wenn es nicht unterwegs war, an einem sicheren und sauberen Ort untergebracht wissen. Im Aufspüren von leer stehenden Immobilien und Flächen ist der Unternehmer geübt und hat schon mehrfach ein glückliches Händchen gehabt. Zuletzt bei der erfolgreichen Suche eines Geländes für den neuen COBUS Campus in Rheda-Wiedenbrück (siehe auch m&w 4/21).

Dieses Mal ist der IT-Spezialist in der Zigarrenstadt Bünde fündig geworden. Die ehemaligen Räumlichkeiten der Druckerei Rahning hat Mormann für sein neues Investitionsprojekt auserkoren. Denn aus der anfänglichen Idee, eine Bleibe für das eigene Wohnmobil zu finden, ist längst ein Konzept für etwas Großes entstanden. Die räumlichen Gegebenheiten haben bei ihm eine Menge kreatives Potenzial freigesetzt.

„Caravaning liegt absolut im Trend. Die Zulassungszahlen sind im vergangenen Jahr um etwa 70 Prozent angestiegen“, beschreibt der Unternehmer.

Da war für den Visionär klar, dieser Trend und die interessanten Möglichkeiten des Gebäudes eignen sich hervorragend für ein neues Geschäftsmodell. Warum nicht in einem Teil der Location Stellplätze für 100 hochwertige Wohnmobile, Caravans und Boote anbieten? Aus der Idee ist mittlerweile ein konkretes Projekt geworden, das auf einem umfangreichen Servicegedanken basiert und als Managed Service Systems eine Menge an Annehmlichkeiten für jeden Mieter verspricht. Zielgruppe ist die gehobene Mittelklasse in einem Einzugsgebiet, das weit über den Kreis Herford hinausgeht.

Einfaches Mieten über die Webseite, ein Rund-um-die-Uhr-Zugang per Chip, hohe Sicherheitsstandards, die Buchung von zusätzlichen Leistungen wie die Einlagerung von Reifen oder den Reparaturservice oder die TÜV-Abnahme. Bei Bedarf wird das Fahrzeug auch an einen Wunschort gebracht. Highlights wie Events oder themenspezifische Vorträge zum Saisonstart und -ende sind weitere Ideen, die hier geplant sind und bei der sich die mobile Community austauschen kann. Die konkrete Umsetzung dieses Vorhabens hat bereits begonnen, sodass zum Saisonende 2021/22 die gut 3.000 Quadratmeter große Fläche zur Nutzung zur Verfügung steht.  Das gilt auch für die mobile Garage, die unter der Caravanhalle eingerichtet wird und in der Pkw, Anhänger, Motor- und Fahrräder eine sichere Bleibe finden – videoüberwacht und jederzeit für Mieter per Chip zugänglich.

Gebäudekomplex mit Potential: In diesen leerstehenden Industriehallen wird Raum für modernes Arbeiten, für Genuss und Entertainment geschaffen

Das ist bei Weitem nicht alles, was sich künftig in den historischen Mauern abspielt.

Der COBUS-Geschäftsführer hat noch weitere Ideen im Köcher, die auf dem Papier bereits konkrete Gestalt angenommen haben und unter dem Namen REMISE Bünde als Gesamtkonzept umgesetzt werden. Bei der Realisierung dieses Projekts setzt Mormann auf die Kompetenz der Architekten Flörke + Krys aus Bünde und außerdem auf das Architekturbüro Kraft mit Sitz in Brilon.

Viel Glas, Weite und das Spiel mit dem Licht

So soll das Gelände sich künftig auch als eine wichtige Adresse für moderne Formen des Arbeitens und für Events etablieren. Die Pläne liegen bereits vor und sie verheißen etwas Besonderes und Beeindruckendes: Hier erwacht alte Industriearchitektur mit bewundernswert hohen Decken und bewusst erhaltenen Relikten aus der Vergangenheit, kombiniert mit modernster Technik und Ausstattung zu neuem Leben. Moderne Büroräume mit viel Glas, ein offener Coworking-Space mit flexiblen Nutzungsmöglichkeiten und verschiedene Konferenzräume finden ein Zuhause. Lichtdurchflutet, nicht nur dank der Fenster, sondern auch wegen der besonderen Dachform, die als Sheddach konzipiert ist, setzt das Licht je nach Tageszeit in den historischen Hallen besondere Akzente. Zusätzlich erarbeiten Lichtspezialisten ein Konzept für eine nachhaltige LED-Beleuchtung, die den verschiedenen Bedürfnissen der Nutzer gerecht wird.

Wer hier arbeitet, der kommt in den Genuss eines besonderen Ambientes

Die Aufenthaltsqualität wird zusätzlich durch visuelle Highlights in Form von strahlendem Chrom und glänzendem Lack erhöht. Denn im Erdgeschoss und in der ersten Etage stellen sich Oldtimer in dem belebten Workspace zur Show – in einem Glas-Kubus sicher vor ungewollten Berührungen geschützt. Für manch einen eine besondere Quelle der Inspiration – vom Schreibtisch die historischen Fahrzeuge in Augenschein zu nehmen.

„Oldtimer-Liebhaber finden hier zudem einen sicheren Stellplatz. Unkompliziert lässt sich das Fahrzeug jederzeit mit einem Zugangs-Chip nutzen“, sagt Nele Mormann, Projektleiterin und Marketingmanagerin.

Teil des Nutzungskonzepts ist auch die Schaffung eines Eventbereichs und eines Restaurants, für das noch ein Betreiber gesucht wird. Das Verweilen in diesem Gebäudebereich verspricht ein außergewöhnliches Erlebnis. Die hohen Decken machen es möglich, dass von oben herab eine überdimensionierte Treppe mit großzügigen Ebenen entsteht, die Platz für Tische und Stühle bieten und einen besonderen Blick nach unten versprechen.
Die Räumlichkeiten stehen nicht nur Mietern und Geschäftspartnern zur Verfügung. Hier ist jeder willkommen, der in einem außergewöhnlichen Ambiente die Köstlichkeiten der Küche genießen möchte. Außerdem eignet sich die Location für Firmenevents und private Feierlichkeiten.
Der zeitliche Rahmenplan für die Revitalisierung der Industriehallen ist fest getaktet. Die Realisierung der Caravanstellplätze und der mobilen Garage – noch in diesem Jahr – ist gesetzt. Ziel für Sommer 2022 ist die Fertigstellung von etwa 1.000 Quadratmeter Bürofläche und 1.000 Quadratmeter Open Space im Coworking-Bereich. Außerdem wird Platz für 60 Oldtimer geschaffen. Der dritte Bauabschnitt realisiert weitere 1.000 Quadratmeter Coworking Space. Zu guter Letzt ist eine Verbindung beider Hallen geplant, wodurch ein großer überdachter Innenhof entsteht, der viel Raum für verschiedenste Nutzungsmöglichkeiten schafft.
Routinier Wilhelm Mormann blickt begeistert und mit Freude auf die Umsetzung des Bauprojektes. Und obwohl auch dieses Mal jede Menge bürokratische Hürden genommen werden mussten und die Nerven das ein oder andere Mal extrem strapaziert waren, hat er auch hier an seiner Vision festgehalten und sich vom Vorhaben nicht entmutigen lassen.

„Ich kann mich noch gut erinnern, als wir mit großem Optimismus und Enthusiasmus dem Bauamt unser Nutzungskonzept vorgestellt haben. Vieles wurde erst einmal kritisch gesehen und hinterfragt. Nach dem Gespräch habe ich nicht daran geglaubt, dass wir unsere Ideen tatsächlich auf die Straße bringen können“, erzählt der Unternehmer heute mit einem zufriedenen Lächeln. Schließlich hat sich alles zum Guten entwickelt, wie der Blick in die beiden Industriehallen zeigt. Hier wird tatkräftig Hand angelegt. Es läuft rund auf der Baustelle.

„Ich freue mich, dass wir es gemeinsam mit den Architekten und der Stadt Bünde geschafft haben, das Bauvorhaben zu stemmen und die Gebäude wieder zum Leben zu erwecken“, sagt Wilhelm Mormann.

 


Kontext
In Bünde entsteht auf einer Grundfläche von 16.000 Quadratmetern die REMISE Bünde. In zwei ehemaligen Industriehallen soll ein Ort geschaffen werden, der verschiedene Nutzungskonzepte unter einem Dach vereint. Hier wird Raum für modernes und flexibles Arbeiten, für Genuss und Entertainment geschaffen. Gleichzeitig ist der Ort auch als eine Antwort auf die sich wandelnde Mobilität der Menschen zu sehen. Deshalb entstehen auf 3.000 Quadratmeter Fläche Stellplätze für Wohnmobile, Caravans und Boote. Zusätzlich bietet die mobile Garage auf 500 Quadratmetern Abstellmöglichkeiten von Pkw, Motorrädern etc.
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