Open Innovation City: Digitale Vernetzung von Städten einfach und sicher mit LoRaWAN

Sebastian Fischer, Projektmanager bei Open Innovation City Bielefeld. (Foto: Open Innovation City Bielefeld)

Haben Sie schon einmal etwas von LoRaWAN gehört? Vermutlich nicht. Es ist eine Technologie, die häufiger im Zusammenhang mit Smart Cities genannt wird.

Sicherlich könnten Sie sich vorstellen, dass Ihnen inmitten städtischen Chaos ein Parkplatz den Tipp gibt, dass er gerade frei wird. Oder dass ein See sich selbstständig meldet, wenn er Gefahr läuft zu übersäuern. Spannend, nicht wahr?
Die Lösung: LoRaWAN.

LoRaWAN, ausgeschrieben „Long Range Wide Area Network“, hat als Technologie ein großartiges Potenzial, wenngleich es für viele von Ihnen sicherlich sprichwörtliches Neuland ist. In Bielefeld setzen sich schon seit Längerem einige Unternehmen und Organisationen mit der Technologie auseinander. Im September 2020 fand dazu der LoRaWAN Round Table des vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Projekts Open Innovation City statt. Seitdem bietet ein monatliches Meetup die Möglichkeit, sich tiefergehend mit der Technologie und ihrem Einsatz auseinanderzusetzen.

Aber was hat das Ganze jetzt mit Parkplätzen oder Seen zu tun?
Technologien sind ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden. Morgens wecken sie uns mit der Musik unserer Wahl und mit automatisiertem Licht-Setting für die optimale Aufwachphase. Über den Tag hinweg sind sie ein steter Begleiter, Kommunikationsmittel und Nachschlagwerk. Sowohl Quelle von Inspiration als auch banale Ablenkung und Zerstreuung. Bei gebotener Skepsis stimmen wir sicherlich alle zu, dass sie das Potenzial haben, weite Teile unseres Lebens zu verbessern.
Mit Blick auf die eingangs erwähnten Parkplätze liegt ein solches Potenzial in der Vernetzung von Räumen und Objekten, also dem Internet of Things (IoT). Durch das IoT werden virtuelle und physische Welten miteinander verknüpft und können als zusammenhängende Infrastruktur genutzt werden – ganz einfach durch Daten. Übertragungsmöglichkeiten gibt es viele: 5G ist ein sehr prominenter Vertreter. Von LoRaWAN liest man jedoch kaum. Das ist sehr schade und wir sollten es besser nicht unterschätzen.

Warum?
Die Funktechnologie bietet viele charmante Vorteile: Eine günstige Hardware, die speziell für die Anforderungen vieler Sensoren ausgelegt ist, ein lizenz- und genehmigungsfreies Frequenzband nutzt, welches keine Übertragungskosten verursacht. Darüber hinaus benötigt ein solches Funkmodul extrem wenig Energie und kann lange Zeit autark und über weite Strecken mit einer einfachen Batterie arbeiten.

Zu technisch?
Schauen wir es uns ganz konkret an: Stellen Sie sich eine x-beliebige Straße in der Nachbarschaft vor, in welcher bedarfsgerecht die Beleuchtung geregelt wird, die Mülleimer ihre Füllstände und die Kanalisation frühzeitig mögliche Leckagen melden. Klasse, oder?
Der ein oder andere mag jetzt sicherlich laut „Datenschutz“ rufen wollen. Fair, aber da kann ich Entwarnung geben. LoRaWAN bietet hier einen weiteren entscheidenden Vorteil: infrastrukturell ist die Technologie komplett losgelöst vom Internet. Damit ist der externe Zugriff unbefugter Personen auf die Daten, die übertragen werden, extrem erschwert. Zudem haben moderne Verschlüsselungen und Anonymisierungen das Potenzial, ein Auslesen der Daten fast unmöglich zu machen.
LoRaWAN kann ein Vehikel sein, die eigene städtische Infrastruktur nach vorne zu bringen. Digital, anonym und mehrwertstiftend. Auch hier in OWL.

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