Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement

Gemeinsam umsetzen

Großveranstaltungen und Messen nachhaltig auszurichten, ist eine Herausforderung. Ohne positive Einstellung beim Locationbetreiber sowie bei Kunden und Gästen geht es nicht. Das A2 Forum beschäftigt sich seit Längerem mit diesem Thema und setzt immer weitere Projekte um.

Öko-Labels, Zertifizierungen, DIN-Normen und Green-Meetings… Es gibt viele Arten der Außendarstellung. Inwieweit die Veranstalter darauf achten, ist bisher nicht erwiesen. Und auch die Frage, ob sie den Veranstaltungsort nach ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten auswählen, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Noch ist der Druck auf Veranstaltungshäuser, Stadthallen, Messezentren und Hotels nicht groß genug, um zwingend an diesen Themen zu arbeiten. Eigeninitiative ist gefragt – ebenso die Sensibilisierung von Mitarbeitern und Zulieferern.
Ist der Auftrag für die Durchführung einer Veranstaltung erteilt, setzt sich in der Regel eine Maschinerie in Gang, die Rohstoffe und Energie verbraucht, und den Einsatz von Personal erfordert. „Neben dem Catering und dem Einsatz von Baumaterialien, stehen Themen wie Barrierefreiheit, Müllaufkommen und Mobilität auf der Agenda“,  beschreibt Jörg Begemann, Geschäftsführer A2 Forum mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück.

A2 Forum

Saisonale Produkte mit kurzen Lieferwegen: Die geräucherte Forelle stammt aus einer regionalen Forellenfarm.

Frische Produkte aus der Umgebung
Im A2 Forum hat man mit dem Bereich begonnen, der am einfachsten zu optimieren ist, aber der auch große Ressourcen verbrauchen kann, dem Catering. Der im Haus ansässige Partner verfolgt konsequent den Einsatz von Frischeprodukten aus dem Umland. Bereits heute wird garantiert, dass mindestens 85 Prozent der Fleischprodukte aus der Region kommen, selbst die Wildprodukte liefern heimische Jäger. Bei großen Mengen Gemüse bezieht man vorgeschnittene Ware von einem örtlichen Subunternehmen. Das Angebot saisonaler Produkte, die nur kurze Lieferstrecken zurücklegen, und Mineralwasser und Bier von heimischen Herstellern sind weitere Belege für nachhaltiges Handeln. In nächster Konsequenz soll Wasser aus Glaskaraffen ausgeschenkt werden, um auch diesen Transportaufwand zu senken. Alle Speisen werden frisch und nach Bedarf zubereitet, um möglichst wenig Lebensmittel vernichten zu müssen. Die Reste werden einer Biogasanlage zugeführt und weiter verarbeitet. Die Gäste trinken fair gehandelten Kaffee mit fair gehandeltem  Zucker.
Chemikalien sind eines der Hauptprobleme für unsere Umwelt. Deshalb hat das A2 Forum auch hier gehandelt. Für die Geschirrreinigung kommen Maschinen mit einer Osmose-Anlage zum Einsatz, so dass die Verwendung chemischer Reinigungsmittel stark reduziert werden konnte.
Gleiches gilt für die Glasreinigung am Gebäude. Mit immerhin 1.300 Quadratmeter Fensterfläche ein erheblicher Aufwand, der mehrmals jährlich durchgeführt werden musste. Durch das nun zum Einsatz kommende Verfahren der Umkehrosmose kann komplett auf Chemikalien verzichtet werden. „Weitere Vorteile sind die Reduzierung der Reinigungsinterwalle, die Ersparnis von zusätzlichen Arbeitsmitteln wie Arbeitsbühnen und Leitern und dadurch auch die Sicherheit des Personals“, so Jörg Begemann.
Die Energiekosten wurden in den letzten zwei Jahren durch Umrüstung auf eine neue Lüftungs- und Heizungssteuerung neuester Generation, um 20 Prozent gesenkt. CO₂-Fühler in allen Räumen ermitteln den tatsächlichen Bedarf an Frischluft bei immer gleichbleibenden Temperaturen. Und in Räumen, die nicht belegt sind, wird der Energieverbrauch praktisch auf null zurückgefahren. Als nächstes soll diese Steuerung durch ein Blockheizkraftwerk ergänzt werden, um weiter zu optimieren. Der Bezug von Ökostrom wird mit dem Anbieter, bei Abschluss der Lieferverträge vertraglich festgelegt.

A2 Forum

Im Bereich Licht- und Tontechnik kommen regionale Unternehmen zum Einsatz, die moderne LED-Technik einsetzen. Fotos: von Stockum

Im Bereich der Licht- und Tontechnik kommen örtliche Unternehmen zum Einsatz, die moderne LED-Technik einsetzen, um den Bedarf und Verbrauch grundsätzlich einzuschränken. Und auch hier gilt es, regionale Anbieter zum Einsatz kommen zu lassen und unnötige Transportwege zu vermeiden.
Obwohl der Anteil der Fahrzeuge mit Elektroantrieb nur langsam steigt, hat das A2 Forum bereits vor drei Jahren eine Elektro-Tankstelle eingerichtet, die nicht nur den Gästen, sondern auch durchreisenden Fahrzeugen zur Verfügung steht. Die 22 KW- Ladesäule bietet eine maximale Ladezeit von zwei Stunden und ist auch in öffentlichen Such-Apps verzeichnet ist.
„Letztendlich gilt es, mit unseren Ressourcen sorgfältig umzugehen. Und es sind viele kleine Schritte. Die Veranstaltungshäuser  können ihren Einfluss bei den Zulieferern und Subunternehmen geltend machen und die Themen gemeinsam mit ihnen umsetzen. Das A2 Forum ist dabei“, so Jörg Begemann.

Weitere Informationen: www.a2-forum.de

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