mawi-Innovationsranking 2020

Wer sind die besten Innovatoren in der Region? Welcher Kreis hat die innovativsten Unternehmen? In Zusammenarbeit mit dem Patent- und Innovationszentrum Bielefeld haben wir wieder die Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen beim Deutschen Patentamt zusammengestellt.

  • Weitere platzierte Unternehmen sind:
  • GEA Mechanical Equiment, Warendorf, 11 Anmeldungen,
  • DewertOkin; Herford, Mitsubishi HiTec Paper Europe; Bielefeld, Universität Paderborn, jeweils 10 Anmeldungen
  • Melitta Gruppe; Minden VEKA; Warendorf, jeweils 9 Anmeldungen
  • Franz Kaldewei; Warendorf, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Rollax; Bad Salzuflen, jeweils 8 Anmeldungen
  • Funke Kunststoffe, Hamm 7, Anmeldungen

mawi-Innovationsranking - Westfalens Beste 2020
Sie gehören zu den drei innovativsten Unternehmen in Westfalen und belegen im mawi-­Innovationsranking 2020 die ersten drei Plätze: Miele & Cie. KG, Gütersloh, befindet sich auf Platz eins. Gefolgt vom Blomberger Unternehmen Phoenix Contact GmbH & Co. KG und der HELLA KGaA Hueck & Co. mit Sitz in Lippstadt. In unserem Kreisranking nimmt der Kreis Gütersloh Platz eins ein.

2. Platz: Phoenix Contact GmbH & Co. KG
„Innovation kennt keine Krise oder Pandemie“

Angela Josephs, Director Corporate Communications, Phoenix Contact

Wie hat sich das vergangene Pandemie-Jahr auf Ihr Innovationsengagement ausgewirkt?
Unsere Innovationskraft hat durch Corona in keiner Weise gelitten. Eher im Gegenteil: Sie hat durch den Digitalisierungsschub, den die Pandemie auslöste, zusätzliche Dynamik erhalten. Was im Verwaltungsbereich das Homeoffice ist, sind im Fertigungsumfeld die Automatisierung von Anlagen, die Vernetzung von Maschinen sowie die Intelligenz von Komponenten. Digitalisierung heißt hier beispielsweise, dass Anlagen und Maschinen im Remotebetrieb von ferne gesteuert und gewartet werden. Oder automatisierte Prozesse – sie brauchen keine „hands on“. Intelligente Produkte melden ihre Bedürfnisse eigenständig oder liefern ihre Daten ab. Die digitale Transformation ist allenthalben in vollem Gange und davon profitieren wir mit unseren Innovationen, die dafür gemacht sind.

Was hat Ihr Unternehmen auf der Suche nach neuen intelligenten und effizienten Lösungen angetrieben?
Unser Antrieb für Innovationen ist der Wille, jetzt einen signifikanten Beitrag zur Energie- und Klimawende zu leisten. Darauf zahlt jede Neuentwicklung ein. Durch die Elektrifizierung von allem, durch ein Übermaß an erneuerbar erzeugter Energie, das wir haben werden, durch die Speicherung von Energie und die sogenannte Sektorenkopplung, also die Verbindung von Stromerzeugung, Wärme und Verkehr, wird es gelingen, den CO2-Ausstoß wesentlich zu reduzieren. Und dafür sind wir mit unserem Produktportfolio ein Wegbereiter. Das zeigte sich beispielsweise am zweistelligen Wachstum unserer Lösungen für die Elektromobilität im letzten Jahr.

Gab es mehr Innovationen als üblich?
Ja, auch wir mussten durch einen monatelangen Auftragsrückgang deutlich Kosten sparen. Das schlug sich in mehrmonatiger Kurzarbeit nieder. Aber seit dem vierten Quartal geht die Auftragskurve wieder deutlich nach oben. Und: Zu keiner Zeit in der fast 100jährigen Unternehmensgeschichte haben wir an Forschung und Entwicklung gespart. Denn gerade in Krisenzeiten sind Innovationen, die dem Anwender Effizienzpotentiale erschließen, besonders gefragt. Und das Jahr 2020 hat den letzten Zweiflern die existentielle Bedeutung der Digitalisierung gezeigt. Unsere Kunden sind Industriekunden; sie und wir tragen dazu bei, dass Deutschland technologisch eine Spitzenposition in der Welt einnimmt. Das müssen wir bewahren, dafür brauchen wir die digitale Transformation. Dazu kommt jetzt der Green Deal, das Committment aller Kräfte, den Klimawandel nun aktiv anzugehen. Und dafür ist Technologie der Schlüssel. Das treibt uns bei Phoenix Contact an, ständig Innovationen zu entwickeln, die diesem Menschheitsziel dienen.


3. Platz: HELLA GmbH & Co. KGaA
„Unser Innovationsmanagement ist noch agiler und effizienter geworden“

Dr. Markus  Richter, Unternehmenssprecher HELLA GmbH & Co. KGa

Wie hat sich das vergangene Pandemie-Jahr auf Ihr Innovationsengagement ausgewirkt?
HELLA zeichnet sich seit jeher durch eine tief verwurzelte Innovationskultur aus. Jeder fünfte Beschäftigte ist aktuell im Bereich Forschung und Entwicklung tätig. Rund zehn Prozent unseres Umsatzes investieren wir jährlich in die Entwicklung neuer Zukunftstechnologien und Mobilitätslösungen. Corona hat an diesen Grundfesten nichts geändert – im Gegenteil: zum Teil hat die Pandemie wie ein Katalysator gewirkt und die Innovationsgeschwindigkeit weiter beschleunigt. Beispielsweise wurden innerhalb kürzester Zeit die notwendigen Strukturen für mobiles Arbeiten und digitale Zusammenarbeit im weltweiten HELLA Netzwerk weiter ausgebaut. Dadurch ist auch unser Innovationsmanagement noch agiler und effizienter und die Aufstellung des Unternehmens in Summe nach vorne heraus nachhaltig gestärkt worden.

Was hat Ihr Unternehmen auf der Suche nach neuen intelligenten und effizienten Lösungen angetrieben?
Ziel des Unternehmens ist es, die Mobilität von Morgen durch Innovationen sicherer, umweltfreundlicher und komfortabler zu gestalten. Dabei setzt HELLA auch verstärkt auf neue Innovationsformate und dynamische Partnerschaften im Startup-Umfeld. Denn klar ist: Automobiltechnologien werden immer komplexer. Starke Netzwerke werden in diesem Zuge zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. So hat HELLA beispielsweise einen neuen Innovationsansatz ins Leben gerufen, über den Lieferanten frühzeitig und systematisch in die Produktentwicklung eingebunden werden. Wichtiger Impulsgeber für Innovationen ist aber vor allem auch die eigene Belegschaft. Hier wurden nicht zuletzt durch den Einsatz einer neuen digitalen Ideenplattform zahlreiche vielversprechende Ansätze generiert.

Gab es pandemiebedingt mehr Innovationen als üblich oder haben Sie in diesem außergewöhnlichen Jahr „auf die Bremse“ getreten?
Als die globale Fahrzeugproduktion in den Anfangsmonaten der Pandemie weltweit einbrach, hat auch HELLA umgehend gegengesteuert und sich auf das absolut Notwendige fokussiert: Serienentwicklung, Produktionsanläufe und laufende Serienproduktion. Alle anderen Aktivitäten wurden vorübergehend ausgesetzt. Das ging jedoch keineswegs zulasten der Innovationsfähigkeit. Im Geschäftsjahr 2019/2020 hat HELLA 279 Patente beantragt. Im Vorjahr waren es „nur“ 260. Darüber hinaus hat das Unternehmen zahlreiche neue Technologien in Serie gebracht, wie beispielsweise die 77 GHz Radartechnologie – eine Schlüsseltechnologie für das automatisierte Fahren. Daneben wurden auch zahlreiche neue Aufträge akquiriert. So bringt HELLA beispielsweise die zweite Generation Hochvolt-Batteriemanagementsysteme auf die Straße, mit denen ab Sommer 2021 die Elektro-Fahrzeugflotte eines deutschen Premiumherstellers ausgestattet wird. All diese Erfolge basieren auf einer aktiv gelebten und breit angelegten Innovationskultur bei HELLA.

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