mawi-Innovationsranking 2019

Wer sind die besten Innovatoren in der Region? Welcher Kreis hat die innovativsten Unternehmen? Gab es an der Spitze der Besten gegenüber dem Vorjahr Veränderungen? In Zusammenarbeit mit dem Patent- und Innovations-Centrum Bielefeld haben wir wieder die veröffentlichten Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen beim Deutschen Patentamt zusammengestellt. Wer ganz vorne steht, sehen Sie im mawi-Innovationsranking.

 

mawi-Innovationsranking - Westfalens Beste 2019
Sie gehören zu den drei innovativsten Unternehmen in Westfalen und belegen im mawi­Innovationsranking 2019 die ersten drei Plätze. Das Besondere: Die drei bestplatzierten Unternehmen aus den vergangenen fünf Jahren haben auch in 2019 ihre Positionen behalten. Miele & Cie. KG, Gütersloh, befindet sich erneut auf Platz eins. Das Blomberger Unternehmen Phoenix Contact GmbH & Co. KG liegt auf Platz zwei und die HELLA KGaA Hueck & Co. mit Sitz in Lippstadt auf dem dritten Platz. In unserem Kreisranking gab es ebenfalls keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr: Der Kreis Gütersloh verteidigte erneut seinen ersten Platz. Grundlage für die Bewertung waren die in 2019 veröffentlichten Patent­ und Gebrauchsmusteranmeldungen beim Deutschen Patentamt in München.

Dr. Christian Zangs, Leiter Corporate Strategy and Development, Miele

Platz 1: Miele & Cie. KG 

 „Unsere Stärken mit der Kreativität und Schnelligkeit von Startups verbinden“

 

 

 

m&w: Ihr Unternehmen kooperiert mit Startups. Welche Bedeutung hat die Startup-Szene für Ihr Unternehmen bzw. für die Entwicklung von innovativen Produkten und Dienstleistungen?

Dr. Christian Zangs: Die Zusammenarbeit mit Startups hat für uns eine hohe Bedeutung. Im Kern möchten wir die Stärken eines traditionsreichen und global erfolgreichen Industrieunternehmens mit der Kreativität und Schnelligkeit von Startups verbinden, die häufig auch noch über eine hohe digitale Affinität verfügen. Sowohl wir, als auch das Startup profitieren davon, zum Beispiel durch die Bündelung von F+E-Aktivitäten, Inspiration für unser Kerngeschäft oder konkret den Test neuer, auch potentiell disruptiver Geschäftsmodelle. Wir unterstützen dabei als starker, verlässlicher und langfristig orientierter Partner, zum Beispiel durch Technologie-, Management- oder auch Vermarktungssupport.
Unsere Smart-Home und Venture Capital Teams, aber auch unsere traditionellen Geschäftsbereiche arbeiten in einem solchen Kontext intensiv mit einer Vielzahl von Startups zusammen und schaffen Wissenstransfer für beide Seiten. Sie erarbeiten Nachweise für die Wirksamkeit beziehungsweise Relevanz neuer Technologien oder Geschäftsmodelle. Bei hieraus entstehenden positiven Ergebnissen in Kombination mit einer Überschneidung unserer Such-/Investitionskriterien besteht zusätzlich die Möglichkeit Investitionen in das jeweilige Startup zu tätigen, sofern das Startup dies wünscht.

m&w: Besteht aktuell eine Partnerschaft mit oder Beteiligung an einem Startup? Worum geht es hier? 

Dr. Christian Zangs: Es gibt aktuell mehrere Beteiligungen an Startups, darunter zum Beispiel Agrilution, appWash, KptnCook, Loadbee, Plant Jammer und WaschMal. Agrilution produziert und vertreibt sogenannte „Plantcubes“, Vertical-Farming-Schränke und Saatmatten für die Aufzucht von Gemüse in den eigenen vier Wänden. appWash ist eine Ausgründung aus unserem Smart Home-Team, die modernste Technologie für Waschkeller in der ganzen Welt entwickelt und vertreibt. Konkret sind dies etwa Service und Abrechnung für Betreiber und digitales Bezahlen für Kunden. KptnCook und Plant Jammer bieten digitale Rezepte-Apps mit unterschiedlichem Fokus; zum einen auf die tägliche Inspiration, zum anderen auf Gesundheit, Individualität und Vermeidung von Lebensmittelabfällen. WaschMal vermittelt online Aufträge von Endkunden an Textilreinigungen; in 2019 hat WaschMal sehr erfolgreich ihr B2C- Geschäftsmodell zu B2B2C- und B2B-Modellen transformiert und arbeitet u.a. mit REWE zusammen.

m&w: Wie sind Ihre Erfahrungen und was empfehlen Sie anderen Unternehmen, die mit dem Gedanken spielen, mit Startups zu kooperieren?

Wir haben bisher sehr positive Erfahrungen mit unseren Startups gemacht. Dabei hat sich beispielsweise bewährt, für jedes Startup jeweils einen Verantwortlichen im eigenen Unternehmen zu definieren. Dies optimiert das Schnittstellenmanagement und hilft dabei, die Potenziale aus dem Wissenstransfer zu heben. Damit dies funktionieren kann, braucht die betreffende Person aber eine hohe intrinsische Motivation für das Arbeiten mit eben diesem Startup und seinem Themenfeld. Dafür empfiehlt es sich, dass potentielle unternehmensinterne Partner für das Startup bereits im Auswahlprozess involviert werden.

Angela Josephs, Director Corporate Communications, Phoenix Contact

Platz 2: Phoenix Contact GmbH & Co. KG

„Kooperationen sind eine gute Ergänzung für unser Kerngeschäft“

 

 

 

m&w: Ihr Unternehmen kooperiert mit Startups. Welche Bedeutung hat die Startup-Szene für Ihr Unternehmen bzw. für die Entwicklung von innovativen Produkten und Dienstleistungen?

Angela Josephs: Wir haben 2015 eine Tochtergesellschaft für Corporate Venturing gegründet, um Unternehmertum und innovative Ideen zu fördern. Wir investieren in und kooperieren mit Startups, die sich neuen Technologien und Geschäftsmodellen im Bereich der Industrieautomation und Digitalisierung widmen, um Schritt zu halten mit Entwicklungen wie Internet of Things (IoT), Virtual Reality oder Artificial Intelligence (AI, künstliche Intelligenz).

m&w: Besteht aktuell eine Partnerschaft mit oder Beteiligung an einem Startup? Worum geht es hier? 

Angela Josephs: Die Phoenix Contact Innovation Ventures GmbH hält derzeit Beteiligungen an sechs Startups. Alle Unternehmen beschäftigen sich mit innovativen Lösungen für Industrieautomation, Energiemanagement und digitale Plattformen.

m&w: Wie sind Ihre Erfahrungen und was empfehlen Sie anderen Unternehmen, die mit dem Gedanken spielen, mit Startups zu kooperieren?

Angela Josephs: Wir sind sehr zufrieden mit unseren Kooperationen, weil sie gute Ergänzungen für unser Kerngeschäft darstellen. Von neuen Geschäftsmodellen können wir lernen, unser Beitrag ist Expertenwissen, Ressourcen und ein großes Netzwerk. Empfehlung unsererseits wäre, mit Startups zu kooperieren, die in gleichen Märkten und Branchen unterwegs sind.

 

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