Kolumne „ZAHLENSPIEL“: Intelligente Sensoren

– Bausteine für die Industrie von morgen

204 Milliarden Euro wurden im Jahr 2020 im deutschen Maschinenbau umgesetzt. Als weltweit drittgrößter Produzent von Maschinen und Anlagen hat sich Deutschland einen Namen gemacht. Kunden erwarten zurecht, dass die entsprechenden Maschinen durchlaufen und möglichst nicht ausfallen. Denn Unterbrechungen im Betriebsablauf sind teuer und nervenaufreibend.

Jeannine Budelmann ist Geschäftsführerin des Münsteraner Unternehmens Budelmann Elektronik und in vielen unternehmerischen Gremien aktiv. Sie schreibt regelmäßig über Themen, die die junge Wirtschaft bewegen.

Seit einiger Zeit hat daher die Predictive Maintenance an Bedeutung gewonnen. Die kontinuierliche Überwachung der Maschinen kann helfen, ein Problem zu erkennen, bevor es den Betriebsablauf unerwartet stört. Wenn sich ein charakteristisches Vibrationsmuster plötzlich ändert, andere Geräusche auftreten oder der Stromverbrauch signifikant steigt, können das Anzeichen für einen bevorstehenden Maschinenschaden sein. Wenn die betroffenen Teile schnell getauscht werden, lassen sich Betriebsausfälle vermeiden. So können Reparatur- und Wartungszeiten besser geplant und Folgekosten minimiert werden. Hierfür müssen Maschinen allerdings mit zahlreichen Sensoren ausgestattet werden. Viele ältere Anlagen sind dafür aber nicht ausgerichtet. Hier kommen dann Experten für Retrofit ins Spiel. Denn das Ziehen von Kabeln und eine entsprechende Installation der Stromversorgung kann schnell kompliziert und teuer werden. Alternativ können Daten auch per Funk übertragen werden.
Aber dann bleibt die Frage: Woher kommt die Energie?
Der regelmäßige Tausch von Batterien ist wartungsintensiv und widerspricht außerdem dem Gedanken, dass man sich kaum um die Maschine kümmern muss, sondern sie sich selbst meldet, wenn sie eine Wartung oder ein Ersatzteil benötigt. Deshalb ist Energy-Harvesting in den vergangenen Jahren immer populärer geworden. Die Idee dahinter ist, Energie aus der Umgebung zu gewinnen. In der Regel sind die so zur Verfügung stehenden Energiemengen relativ klein. Greift man aber bei der Entwicklung auf stromsparende und intelligente Sensoren zurück, ist die Menge dafür oftmals ausreichend. Im Entwicklungsprozess ist entsprechend wichtig, die optimale Energiequelle zu finden und im Vorhinein zu berechnen, ob die Energiemenge für die Aufgabenstellung ausreicht.

Retrofit mittels Energy-Harvesting kann also ein Innovationstreiber für die deutsche Wirtschaft sein. Innovative Elektronik und Software können dabei helfen, den Maschinenbau auch weiterhin auf einer weltweit führenden Position zu halten und unserem Anspruch an hochwertige Maschinen auch künftig gerecht zu werden. So lassen sich auch in unserer Region noch einige Potentiale heben

 

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