Kolumne „ZAHLENSPIEL“: A rich man´s world

Jeannine Budelmann ist Geschäftsführerin des Münsteraner Unternehmens Budelmann Elektronik und in vielen unternehmerischen Gremien aktiv. Sie schreibt regelmäßig über Themen, die die junge Wirtschaft bewegen.

15,7% der deutschen Gründer sind weiblich. Das ist eine erstaunlich geringe Zahl. Haben doch Unternehmen, die von Frauen gegründet wurden, statistisch gesehen einen wesentlich höheren Return on Investment als Unternehmen, die nur männliche Gründer haben. Offensichtlich haben Frauen in Gründung einen eingeschränkten Zugang zu Kapital. Zahlreiche Studien legen dies nahe: Frauen bekommen in der Regel weniger Geld als Männer und dann noch zu schlechteren Konditionen.

Über die Gründe kann man nur spekulieren. Wahrscheinlich schlägt auch hier die Angst durch, eine Frau könnte schwanger werden und dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Da möchte man(n) lieber kein Geld investieren. Es wäre sicherlich interessant, zu erfassen, wie viele Unternehmerinnen nach der Geburt ihres Kindes Däumchen drehend zu Hause bleiben. Viele können es nicht sein, wenn man sich die finanziellen Erfolge weiblich geführter Unternehmen ansieht. Vielleicht liegt der Erfolg der weiblich geführten Gründungen unter anderem aber auch daran, dass im Rahmen der Finanzierung stärker ausgesiebt wird. Wer bei einer so offensichtlichen Benachteiligung gegenüber männlich dominierten Konkurrenten um das Kapital dennoch beharrlich am Ball bleibt, hat wohl das Zeug, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen.

Wer also sein Geld gewinnbringend in Startups investieren möchte, sollte sich einen wichtigen Punkt auf seine Liste setzen, mit der er seine Investments prüft: Ist im Gründungsteam mindestens eine Frau dabei? Die Statistik spricht für sich. Und wenn wir nicht mit Quoten und Gesetzen für eine gleichberechtigte Verteilung von Frauen und Männern arbeiten wollen, dann doch am besten mit dem eigenen Geldbeutel. Man investiert gerechter und tut sich selbst finanziell etwas Gutes – besser geht es nicht!

Ein gutes Beispiel ist das Berliner Startup COCOLI, das eine Plattform für den Verkauf von Designermöbeln aufgebaut hat. Mit mehreren Frauen im Gründungsteam gehört das Unternehmen zu den nur 5,2% weiblich geprägten Startups, die es geschafft haben, ein Gründungskapital von über einer Million Euro einzusammeln. Ihr Erfolgsrezept? Ein starker Fokus auf Kernkompetenzen im Team und interdisziplinäre Zusammenarbeit, gute Kommunikation und Ausdauer. Die Finanzierungsrunde ist mittlerweile abgeschlossen. Aber für alle diejenigen, die nach wirklich guten Investitionsmöglichkeiten suchen: Schauen Sie über den Tellerrand und profitieren Sie von den Möglichkeiten, die Frauen zu bieten haben!

 

 

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