Kolumne – Wo und wie rekrutieren eigentlich Medienunternehmen ihr Personal?

Melanie Schwarz

Melanie Schwarz ist Verkaufsleiterin im Medienunternehmen ams – Radio und MediaSolutions und verantwortet die Vermarktung von Lokalradios in den Kreisen Gütersloh, Warendorf und Paderborn/Höxter sowie die Kundenberatung und -betreuung für den Bereich MediaSolutions mit den Geschäftsfeldern Audio, Video und Event.

In meiner Kolumne beschäftige ich mich mit einem der Kernthemen der aktuellen markt&wirtschaft: der Personal-Rekrutierung.
Vielleicht erinnern Sie sich, dass ich im letzten Jahr mit meiner Kolumne „Wie finde ich gute Mitarbeiter“ das Thema bereits aufgegriffen habe. Vor diesem Hintergrund möchte ich Ihnen heute aufzeigen, wie wir als Medienunternehmen damit umgehen, wenn wir Personal suchen und auswählen.
Im vergangenen Jahr haben wir gleich vier neue Mitarbeiter für den Außendienst gesucht. Ich war sehr skeptisch, dass wir ausreichend viele Bewerbungen erhalten, um dann eine Auswahl zu treffen. Denn als wir vor ca. fünf Jahren das letzte Mal einen neuen Vertriebskollegen suchten, stellte sich dies als wirklich schwierig heraus im Hinblick auf die Qualität und Anzahl der Bewerbungen.
In 2016 haben wir mit einem zeitlichen Vorlauf von fast elf Monaten für zwei der zu besetzenden Stellen intensive Funkwerbung gestartet. Zwei Wochen lang liefen zwei Spotvarianten mit zwei verschiedenen  Botschaften und den Verweis auf unsere Homepage, wo alle Details nachzulesen waren. Denn alle Informationen kann man selbst als Profi nicht in 20 oder 30 Sekunden unterbringen. Deshalb sollte der Spot „nur“ Aufmerksamkeit und Interesse für die Stellenbeschreibung „Vertriebsprofi für Radiovermarktung“ wecken. Unsere Idee ging auf:
Wir erhielten zum einen viele Bewerbungen. Und zum anderen waren die Bewerbungen zu 90 Prozent formell, vollständig und aussagekräftig. Bei der Auswahl zum persönlichen Kennenlernen spielte die Vertriebserfahrung die größte Rolle. Außerdem wurde im Gespräch „abgeklopft“, ob der Bewerber ins Team und zu den Kunden passt. Eine kleinere Auswahl wurde zum zweiten Gespräch gebeten, bei dem dann auch erst über die Vergütung, etc. gesprochen wurde.
Wir konnten alle vier Stellen besetzen und haben einige weitere Aspiranten vorgemerkt, falls es darüber hinaus noch Bedarf geben sollte. Der Bedarf wurde quasi übererfüllt.

Aber warum hat es gerade so gut mit der Radiowerbung funktioniert? Meine Meinung dazu steht fest: Radiowerbung hört jeder, wenn das Radio läuft. Selbst wenn er nicht aktiv auf der Suche nach einem neuen Job ist, wird durch einen interessanten Arbeitgeber oder eine interessante Tätigkeit eine Begehrlichkeit geweckt. Das heißt, es bewerben sich Personen, die ggfs. gestern noch gar nicht wussten, dass sie einen neuen Job antreten wollen.
In unserem Fall war es so, dass sich nahezu alle Bewerber in einer festen Anstellung befanden. Die Aufgaben klangen jedoch so interessant, dass sie sich dennoch beworben haben und zu einem Wechsel bereit waren.
Mein Fazit: Wenn ein Arbeitgeber bekannt, sympathisch und/oder interessant ist, wird er bei der Stellensuche mehr Erfolg haben, die vakante Position zu besetzen.

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