Kolumne: Welche Branche eignet sich zum Gründen?

Tristan Niewöhner, Gründer und Geschäftsführer der persomatch GmbH

Wenn man sich ein bisschen mit der Startup-Szene beschäftigt, bekommt man den Eindruck, dass Startups prinzipiell in allen Branchen anzutreffen sind. Man kann aber auch feststellen, dass es Häufungen in bestimmten Fachgebieten und dass es sogar gewisse Trends gibt, wo viele neue Startups gerade in bestimmten Branchen entstehen.

Zu Beginn des Internet-Zeitalters entstanden häufig E-Commerce-Startups. Mit dem Internet als neuen Vertriebskanal wurden immer neue Artikel dort angeboten. Seit einigen Jahren erleben wir zum Beispiel einen Hype in der sogenannten Fintech-Branche, wo immer neue Startups versuchen, althergebrachte Prozesse der Finanz-Branche, wie etwa das Banking, digital abzubilden und effizienter zu machen.
Immer wieder entstehen solche Trends, so dass sich die Frage stellt, ob es Branchen gibt, die das Entstehen von Startups begünstigen und in denen es einfacher ist zu gründen?
Generell kann man festhalten, dass insbesondere die IT- und Internetbranche viele Gründungen hervorgebracht hat. In diesem Bereich kann man mit relativ wenig Kapital ein Produkt entwickeln, zum Beispiel eine neue App oder einen Webservice. Die Vermarktung erfolgt dann digital über das Internet und kann ebenfalls ohne große Kosten initiiert werden. Wenn die Kunden das Produkt annehmen, dann gibt es relativ schnell eine Resonanz.

Andere Branchen sind deutlich kapitalintensiver, etwa wenn teure Maschinen angeschafft oder eine intensive Grundlagenforschung betrieben werden müssen. Aber auch in diesen Bereichen liegen häufig große Ineffizienzen, die Startups adressieren und angehen können. Die Weltraumforschung ist zweifelsohne eine kapitalintensive Branche, in der aber durch jahrzehntelangen Stillstand viele Ineffizienzen entstanden sind. Dem Startup SpaceX ist es gelungen, mit modernen Ansätzen die traditionellen Anbieter zu überflügeln und kostengünstigere Raumflüge als je zuvor anzubieten. Ebenso ist auch die kapitalintensive Medizinbranche immer wieder ein Betätigungsfeld von Startups.

Im Grunde ist es für den einzelnen Gründer unerheblich, ob die Branche leicht oder schwierig zu erschließen ist. Vielmehr kommt es darauf an, inwieweit ein bestimmtes Problem oder ein bestimmtes Thema den Gründer motivieren kann. Wenn die Motivation nur stark genug ist, spielt die Größe der Herausforderung keine Rolle mehr!

Egal welche Branche, Hauptsache anfangen – Start up now! Bis zum nächsten Mal.

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