Kolumne: Was, wenn die Gründung scheitert?

Tristan Niewöhner, Gründer und Geschäftsführer der persomatch GmbH

Die Startup-Szene kommt einem manchmal so vor, als ob es immer nur bergauf geht und das mit einem unglaublichen Tempo. Viele Startups verstehen es virtuos, sich als erfolgreich zu inszenieren, selbst wenn dies gar nicht so sehr der Realität entspricht. Hinzu kommt der allgemeine Hype, der seit einigen Jahren um Startups gemacht wird und dazu führt, dass Startups per se als positiv und erfolgreich wahrgenommen werden.
Die Realität sieht allerdings häufig anders aus. Viele erfolgreiche Startups erleben lange Durststrecken, bis sie den Durchbruch geschaffen haben. Und viele Startups werden nie Erfolg haben und müssen schon nach kurzer Zeit aufgeben.
Viele Gründer starten mit großem Optimismus in ihre Gründung und sind davon überzeugt, der nächste Steve Jobs oder Elon Musk zu werden. Oft bringen sie auch ein großes persönliches Opfer, wenn sie z.B. eine Festanstellung aufgeben oder extrem viel Zeit in das Startup investieren, was oft zu Lasten der Familie, Freizeit und sogar Gesundheit gehen kann. Es kann auch ein sozialer Druck aus dem unmittelbaren Umfeld entstehen, wenn man mit vollem Optimismus in die Gründung gestartet ist.

De facto sind aber viele Gründer nicht erfolgreich und scheitern. Die Frage ist, wie man als Gründer damit umgeht?

Zuerst ist es wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein. Wenn man erkennt, dass es mit einem Startup nicht weitergeht, aus welchen Gründen auch immer, so sollte man bereit sein, sich dies einzugestehen. Man sollte sich einen Plan zurechtlegen und dann versuchen, positiv und optimistisch die nächsten Schritte zu gehen. Besonders wichtig ist es, in der Lage zu sein, aus den Fehlern zu lernen und sich weiterzuentwickeln.
Es gibt auch Veranstaltungen, wie etwa die Fuckup Nights OWL, in denen Gründer von ihrem Misserfolg berichten, damit andere daraus lernen können und das Thema enttabuisiert wird. Andere Länder sind hier schon viel weiter, dort ist im allgemeinen Bewusstsein längst angekommen, dass Scheitern einfach dazu gehört.
Grundsätzlich ist es wichtig, sich vor Augen zu führen, dass Niederlagen nicht schlimm sind, sondern auf dem Weg zum Erfolg dazu gehören. Viele heute erfolgreiche Gründer sind schon oft gescheitert, bis sie den Durchbruch geschafft haben.

Hinfallen, aufstehen, weitermachen! – Start up now! Bis zum nächsten Mal.

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