Kolumne: Von exponentiellen Organisationen und der Wachstumswissenschaft

Ein Blick über den Tellerrand

Auch wenn die Digitalisierung in aller Munde ist, viele Gründer greifen gerne zum guten alten Buch.

Jan Philipp Platenius

Der Autor der Kolumne Jan Philipp Platenius ist Geschäftsführer von Talents´ Friends.

Eines der spannendsten Bücher über Digitalisierung ist „Exponential Organizations. Why new organizations are ten times better, faster, and cheaper than yours (and what to do about it”), das 2014 von einem der Gründer der Singularity University herausgegeben wurde. In zehn Kapiteln erklärt Salim Ismail, wie er die Organisation der Zukunft sieht und wie jede Organisation exponentiell wachsen kann. Für ihn sind Organisationen, überspitzt formuliert, in erster Linie Informationsströme, die man optimal gestalten sollte.

Im Gegensatz zu Ismail schaut sich Sean Ammirati, ein ehemaliger Unternehmer und heutiger Risikokapitalgeber, die Vergangenheit an. In „The science of growth. How Facebook beat Friendster – and how nine other startups left the rest in the dust“ untersucht er, warum sich beispielsweise unter allen sozialen Netzwerken Facebook durchgesetzt hat, oder in anderen Bereichen Tesla, McDonalds und Youtube. Insgesamt dreizehn Punkte in drei Phasen sieht Ammirati als erfolgskritisch an. Dazu zählen unter anderem die Vision des Gründers und die Entwicklung einer Plattform, aber auch die richtige Finanzierungsstrategie und eine auf Fokus ausgerichtete Unternehmenskultur.

Die Bücher mögen nicht immer viel mit dem Alltag in vielen Unternehmen zu tun haben, aber es sind spannende und zu Ideen anregende Blicke über den Tellerrand. Leser, die amüsante Anekdoten mögen, kommen auch nicht zu kurz: So berichtet LinkedIn-Gründer Reid Hoffman unter anderem von einem großen Streit in seinem Team, in dem es darum ging, ob mit oder ohne ein Feature gelauncht wird. Die meisten hielten es für existenziell, aber LinkedIn ging ohne das Feature online. Acht Jahre später, nach dem Börsengang, stand das Feature zwar immer noch auf der Liste, war aber auch immer noch nicht online.

Autor Jan Philipp Platenius ist Geschäftsführer von Talents´ Friends.

Weitere Informationen: www.talentsfriends.de

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