Kolumne: Gründen beginnt beim Problem, nicht mit der Lösung

Tristan Niewöhner, Gründer und Geschäftsführer der persomatch GmbH

Als Startup-Gründer ist man bestrebt, schnelle, effiziente, ökonomische und ökologische Lösungen zu finden. Durch den Einsatz völlig neuer Technologien oder auch die Übertragung bereits existierender Methoden auf ein neues Anwendungsfeld soll eine Verbesserung des Status quo erreicht werden. Das ist auch grundsätzlich positiv zu sehen, allerdings sollte man als Gründer ganz bewusst einen Schritt vorher ansetzen, nämlich bei dem Problem, das man lösen möchte.

Jede Startup-Gründung setzt bei der Lösung eines bestimmten Kunden-Problems an. Als Gründer ist es sehr wichtig, dieses Problem richtig zu erkennen, um es dann auch angemessen zu lösen. Teilweise sind diese Probleme sehr gravierend und leicht wahrzunehmen, zum Beispiel wenn ein Medikament oder eine Impfung für eine bestimmte Krankheit gebraucht wird. Aber teilweise ist es eine Herausforderung, dieses Problem zu erkennen, selbst wenn man die Kunden konkret fragen würde, könnten sie es nicht benennen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn es um eine Verbesserung eines bestehenden Prozesses oder den Einsatz einer völlig neuen Technologie geht. So hätte es vor der Erfindung des Smartphones niemand als Problem empfunden, dass man mobil nicht ins Internet gehen konnte.

Um als Gründer nun eine adäquate Lösung finden zu können, ist es hilfreich, aus der Perspektive des Kunden und seines Problems zu denken. Man muss eine Technologie oder Methode wählen, die das Problem am besten lösen kann. Manchmal gibt es Gründer, gerade eher technisch-orientierte, die aufgrund ihrer Expertise von vornherein eine bestimmte Technologie favorisieren und diese für eine Startup-Gründung einsetzen möchten. Dann suchen sie solange nach einem dazu passenden Problem, um diesem dann die schon vorher festgelegte Technologie „überzustülpen“.
Dies kann im Einzelfall gelingen, ist aber streng genommen nicht zielführend und kann zum Teil dazu führen, dass nicht die Lösung eines relevanten Problems im Vordergrund steht, sondern der Einsatz einer bestimmten Technologie. Schlimmstenfalls ist dann das Ergebnis nicht wirklich in der Lage, das Problem für den Kunden in angemessener Weise zu lösen.
Als Gründer muss man ein Gespür für das Erkennen von relevanten Problemen entwickeln und die Tatkraft haben, sie zu lösen. Man muss also ein Optimist sein, der überall Probleme sieht!

Probleme finden und lösen – Start up now! Bis zum nächsten Mal.

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