Kolumne: Aller Anfang ist doch nicht so schwer, oder?

Kai Hohmeier, Senior Consultant Digital Experience, STARTUP LANDSCHAFT GmbH (Foto: Timo Blaschke)

Die unfreiwilligen Chancen der Corona Krise

Schneller, höher, weiter – die Marschroute der letzten Jahre war durch ein enormes Tempo technologischer Entwicklungen und dem unbedingten Willen nach Wachstum geprägt. Und auf einmal: Stillstand. Die Welt geht in den Reset Modus.

Nach anfänglicher Schockstarre zeigt sich schnell, dass jetzt vor allem eines gefragt ist – Digitale Transformation im Eiltempo.
Und die ist für die meisten von uns nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar. #stayathome sorgt für Hausarrest im ganzen Land.  Das Leben findet auf einmal innerhalb der eigenen vier Wände statt. So auch das Thema Arbeit – zumindest für die Büroarbeiter unter uns, wird dank der digitalen Möglichkeiten unser Zuhause zum Büro, zum Konferenzraum, zum Ort für Workshops oder Strategiemeetings. Und? Es funktioniert. Technologisch schon lange, jetzt auch kulturell – wenn auch mit der Brechstange. Die derzeitige Krise zwingt Unternehmen dazu, schnell neue Infrastrukturen aufzubauen, neue Routinen zu finden und digitale Themen mit Hochdruck voranzubringen. Aus Sicht eines digitalen Enthusiasten, wie mir, ist das großartig. Aber da geht noch mehr, viel mehr. Denn was ist mit den Unternehmensbereichen außerhalb des Büros?
Die digitale Transformation der Lieferketten, der Produktion und der Services ist nicht so einfach „mit der Brechstange“ umzusetzen. Unternehmen müssen jedoch genau jetzt die Chance und vor allem die „unfreiwillig erhaltene“ Zeit nutzen, um auf die weiteren Entwicklungen des Jahres gut vorbereitet zu sein. Mehr als je zuvor ist es dafür notwendig, die eigenen Mitarbeiter wieder stärker in den Fokus zu nehmen, da sie Treiber und Umsetzer des eigenen Wandels werden müssen. Externe Kosten herunterfahren, interne Kapazitäten voll ausnutzen. Das ist das Gebot der Stunde!
In den letzten Jahren durften meine Kollegen und ich in verschiedenen Unternehmen dabei helfen, „Digital Task Forces“ aus internen Mitarbeitern aufzubauen, inkrementelle Innovatoren-Programme zu implementieren oder 12-Wochen Boost Programme für Neuprodukteinführungen zu leiten. Dabei haben alle Formate eines gezeigt – wenn Sie Mitarbeiter befähigen sich selbst zu befähigen, schaffen Sie den Startschuss für eine menschzentrierte digitale Transformation aus dem Unternehmen heraus.

Ja, aller Anfang ist schwer, aber das ist die Zeit gerade eh – warum also nicht das Beste daraus machen, um mittelfristig gestärkt daraus hervorzugehen? Daher mein Appell an Sie: Nutzen Sie die Krise und fangen Sie an, intern nachhaltige, digitale Kompetenzen und Strukturen zu schaffen. Die Welt wird eine andere sein nach der Krise, es ist an uns die Richtung vorzugeben.

Weitere Informationen: www.startup-landschaft.de

Kontext
Kai Hohmeier ist zertifizierter UX Professional und Berater im Bereich Digital Experience. Als kreativer digitaler Stratege versteht er es durch sein ganzheitliches digitales Verständnis technologische Innovationen, Trends und Kundenverhalten zum Mehrwert von Unternehmen zu vereinen. Nach über zehn Jahren Erfahrung in Agenturen und Startups liegen seine fachlichen Schwerpunkte im Bereich User Experience, digitale Trends und technologische Entwicklungen, digitale Kommunikationslösungen und Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle. Aktuell unterstützt er Unternehmen beim Aufbau und der Schulung von internen Innovationsteams.
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