Innovationsentwicklung

Frischer Wind und frische Ideen

Wie können etablierte Unternehmen und gründungsambitionierte Studierende zusammenarbeiten und voneinander profitieren? Das Beispiel der Paderborner Mettenmeier GmbH zeigt, wie es funktioniert.

Mettenmeier

Gruppenarbeit auf dem Weg zum Startup: Vorstellung von Ideen für neue Geschäftsmodelle

Hell und inspirierend präsentiert sich der große Raum in der Universität Paderborn. Menschen in kleinen Teams sitzen zusammen, unterhalten sich angeregt mit Experten, notieren Ideen und verwerfen sie. Die nächsten drei Tage werden die Männer und Frauen hier gemeinsam im „Inkubator“ verbringen, ihre Köpfe zusammenstecken und sich auf Ideensuche begeben, um umsetzungsstarke Innovationen zu entwickeln. Zum kooperativen Denken eingefunden haben sich Entwickler des Paderborner IT-Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen Mettenmeier und Studierende der Paderborner Hochschule. Neben Wirtschaftswissenschaftlern gehören auch Physiker und Philosophen dem interdisziplinär zusammengesetzten Team an. Unter der Leitung des Tec-UP, Technologietransfer- und Existenzgründungs-Center der Universität Paderborn, sollen sie nach der Methode „Lean Startup“ Ideen spinnen und diese auf die Umsetzbarkeit überprüfen. Schnelligkeit ist gefragt, denn die Methode der Uni ist auf Zeit getrimmt.

„Ziel ist es, an nur einem Wochenende neue Ideen bzw. Konzepte zu erarbeiten“

„Ziel ist es, an nur einem Wochenende neue Ideen bzw. Konzepte zu erarbeiten, die  die internen Prozesse der Energienetzbetreiber effektiver gestalten sowie die Prozesse an der Schnittstelle zum Kunden verbessern“, beschreibt Ingo Rameil, Marketingleiter bei der Mettenmeier GmbH, die Motivation für die bisher einmalige Herangehensweise. Erstmals haben sich die Paderborner mit fast 40jähriger Marktpräsenz bei der Entwicklung von Innovationen für diesen außergewöhnlichen Weg entschieden. Ihre Kunden, hauptsächlich Energieversorger und Netzbetreiber, gehören eher zu einer konservativen und von traditionellen Strukturen geprägten Branche. Digitale Prozesse stecken hier bei vielen Unternehmen noch in den Kinderschuhen.

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Firmengründer und Initiator Ulrich Mettenmeier gab wertvolle Tipps für den Start ins eigene Unternehmen

„Die Energiewirtschaft hat einen riesigen Nachholbedarf. Die Digitalisierung nimmt jetzt erst Fahrt auf“, sagt Ingo Rameil.
Mit sogenannten Geo-Informationssystemen bieten die Paderborner ihren Kunden bereits einen ersten Zugang zur digitalen Welt. Die Netzbetreiber können so direkt vor Ort über das Tablet wichtige Informationen abrufen, wie zum Beispiel wie der Hausanschluss beschaffen ist oder wo bei Tiefbauarbeiten aufgrund verlegter Gasleitungen zur Vorsicht geraten ist. Der Nutzen der Digitalisierung ist jedoch wesentlich weitreichender. Motivation der Paderborner ist es, ihren Kunden den Weg ins digitale Zeitalter zu ebnen, nicht indem sie ihnen das Programmieren beibringen, sondern eine neue Art die Dinge anzugehen, Daten statt Bauchgefühl, Geschwindigkeit vor Kontrolle und sich dabei radikal auf den Kunden zu fokussieren.
„Es war beeindruckend zu sehen, wie der viel zitierte Gründergeist den Raum erfüllte. Bei der abschließenden Präsentation der Pitches zeigte sich, dass der Denkprozess Früchte getragen hat“, zieht Rameil ein positives Fazit. Einige der anwesenden Vorstände aus der Energiewirtschaft waren ebenfalls von den Ergebnissen des Wochenendes beeindruckt. „Herausgekommen sind zum Beispiel Ideen zur Entwicklung von Self-Service-Portalen. Einige Geschäftsideen stießen auf sehr gute Resonanz bei den Unternehmern, die sich spontan für den Kauf der Konzepte interessierten“, erklärt Ingo Rameil.
Das Ergebnis des Wochenendes ist für die IT-Spezialisten Ansporn und Motivation, nun an den neuen Geschäftsideen weiter zu arbeiten. Deshalb kommen einige Studierende in den Genuss konkreter Unterstützung inklusive kreativem Freiraum. „Sie können hier experimentieren, ihre Geschäftsidee selbstständig weiter entwickeln und auf unsere Unterstützung zurückgreifen. Davon profitieren beide Seiten: Die jungen Menschen haben die einmalige Gelegenheit, sich mit einem Investor an der Seite voll auf ihre Idee zu konzentrieren. Wir bekommen frischen Wind und frische Ideen“, beschreibt Rameil den gegenseitigen Nutzen.

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