Initiative BIE City: Bielefeld wird zur Pionierstadt

Die Teamleads Dr. Meike Wocken (BIE Spotty) und Helen Bielawa (TooleV) mit dem Bielefelder „Siegerpokal“ nach dem Hackathon. (Foto: Leslie Johannmeier)

Open Innovation City und das Digitalisierungsbüro der Stadt Bielefeld hatten im Mai die Initiative BIE City gestartet, um neue Lösungen im Rahmen des BIE City Hackathons für alle Bielefelderinnen und Bielefelder zu erarbeiten. Gemeinsam mit Bielefelder Persönlichkeiten und Unternehmen wurden vier Vorschläge entwickelt.

Konzentriertes Arbeiten im Pioneers Club und Zuhause: Der Hackathon fand digital statt und viele der gut 50 Mitgestalterinnen und Mitgestalter nutzten die Option auf Remote-Arbeit, jedoch fanden sich auch einige des Kern-Teams vor Ort in der Bielefelder Ritterstraße ein. Die eingereichten Herausforderungen, die beim Hackathon von den Hack-Teams bearbeitet wurden, kamen aus den Bereichen Kultur/Sport, Gastronomie, Einzelhandel und dem öffentlichen Raum. Via Webseite (www.bie-city.de) konnte sich jeder bewerben, der Lust hatte, an den Challenges teilzunehmen.
So suchte zum Beispiel die Stadtwerke Bielefeld Ansätze, wie sich mit Hilfe von Technologien, das Leben im öffentlichen Raum wieder aktivieren lasse. Ziel war es, Lösungen zu entwickeln, die diesen Raum zugänglicher machen und das Infektionsrisiko geringhalten.

Viele neue Ansätze für ein neues Normal in Bielefeld

Helen Bielawa während ihres Pitches vom prämierten Team TooleV. (Foto: Leslie Johannmeier)

TooleV ist eine Plattform für Sportvereine, die die zentralisierte Kommunikation und Organisation von Sportvereinen ermöglicht. Die App organisiert effizient Termine, ermöglicht schnelle Zu- oder Absagen und holt digital Einwilligungen und ähnliches ein. So vereinfacht sie Mannschaften und Trainingsgruppen die Koordination. Kommunikative Hürden und Missverständnisse, die den Alltag von vielen Ehrenamtlichen prägen, werden dadurch behoben. Vom großen Nutzen der Plattform profitiert Helen Bielawa auch selbst. Sie war nicht nur Teil des Hack-Teams Spotty, sondern engagiert sich auch selbst als Trainerin:

„Als Trainerin und Sportlerin habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Kommunikation von Sportvereinen oft sehr unkoordiniert ist. Vieles läuft über ausgedruckte Briefe, die über einzelne Trainerinnen an die Kinder und weiter an die Eltern verteilt werden. Das demotiviert alle Beteiligten und kann digital vereinfacht werden. Das gemeinsame Wochenende und die intensive Arbeit an TooleV hat mir gezeigt, dass viele solcher Probleme mit gemeinsamer Energie und Kreativität gelöst werden können. Es war toll mitzuerleben, wie alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vielversprechende Lösungen für Bielefeld entwickelt haben.“

BIE Spotty wirkt dem Problem der Überfüllung von öffentlichen Räumen entgegen. Durch smarte Technologie und die Hilfe anonymisierter Daten werden sogenannte „Heatmaps“ erstellt, die den Bürgerinnen und Bürgern Transparenz für die Frequenz der öffentlichen Räume bieten. So kann jeder via App sehen, wo sich Menschen gebündelt aufhalten und schon von vornherein überfüllte Plätze meiden. Für Dr. Meike Wocken, die im Hack-Team BIE Spotty arbeitete, ist so eine Hilfe dringend notwendig:

„In der aktuellen Situation steigt das Ansteckungsrisiko mit COVID19 in Menschenansammlungen – aber auch darüber hinaus sind überfüllte Plätze eine Herausforderung für die Stadt und die Bürgerinnen und Bürger. BIE Spotty bietet, basierend auf der anonymisierten Erkennung von Personenaufkommen im öffentlichen Raum, Lösungen zur Vermeidung überfüllter Plätze. Davon können alle Teile der Gesellschaft profitieren.“

Links Dr. Meike Wocken (Team BIE Spotty) und Henning Duderstadt beim Hackathon im Pioneers Club. (Foto: Leslie Johannmeier)

Gastident ist eine Software und digitalisiert die Gastdatenerfassung. Das Durcheinander der Zettelwirtschaft soll somit digital verwaltet werden und eine Verbesserung für Gastronomen und Gäste darstellen. Konkrete Mehrwerte sind die Vermeidung von Infektionsquellen wie Kugelschreiber und von Wartezeiten sowie das Schützen persönlicher Daten der weiteren Gäste.
ANA Shopping ist eine App, die die Wartezeit vermindert und das Kundenerlebnis im Handel verbessert. Über die App können Shops gesucht werden. Durch das Scannen von QR-Codes der teilnehmenden Geschäfte erhalten die Kundinnen und Kunden einen schnelleren Zugang zu und zudem einen Einblick in die Frequenz in den Shops. Ferner können mit der App Produkte reserviert werden. Die Händler können über die App einer Überfüllung entgegenwirken.

Gelungene Lösungen, zufriedene Initiatoren

Jede der vier Ideen wird weitergeführt, die Ideen und Ansätze von TooleV und BIE Spotty wurden jeweils mit 1500 Euro von der Sparkasse Bielefeld und der Volksbank Bielefeld-Gütersloh prämiert. Henning Duderstadt, Leiter der Open Innovation City, freute sich über den gelungenen Hackathon und den Einsatz und die Kreativität der Teilnehmer und Teilnehmerinnen:

„Der BIE CITY Hackathon hat vier wirkungsvolle Lösungsansätze hervorgebracht, die wir nun in die Bereiche der Stadtgesellschaft integrieren wollen. Wir sind überzeugt, dass unser Hackathon zu einem besseren gesellschaftlichen Zusammenleben führen kann.“

Auch Matthias Eichler, Leiter des Digitalisierungsbüros ist zufrieden: „Unsere Zielsetzung mit der Initiierung des Hackathon war, Ideen und Aktivitäten zu entwickeln, die die Menschen bei den Herausforderungen des Alltags unterstützen. Und das ist den Teams voll gelungen. Den Ansatz, die dezentrale, kollektive Kreativität der Stadtgesellschaft zur Lösung der aktuellen Herausforderungen einzubeziehen, bewerten wir als ein Modell, das zu sehr guten Ergebnissen mit hoher Relevanz führt. Bielefeld ist die erste Stadt in Deutschland, die diese Art der Lösungsfindung vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Situation einsetzt.“
Beim Hackathon dabei waren u.a. Henner Zimmat, Vorsitzender der Kaufmannschaft Altstadt e.V., Philipp Marsell Gründer und Geschäftsführer der Limoment GmbH und der Gutscheinplattform „From OWL with LOVE“, DansArt Tanznetworks Bielefeld mit Ulla und Tchekpo Dan Agbetou, Martin Uekmann, Geschäftsführer Stadtwerke Bielefeld GmbH und der Sportbund Bielefeld.

BIE City
Die Initiative BIE City ist vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden veränderten Alltag ins Leben gerufen worden. BIE City will das städtische Leben in Bielefeld neu be- und erleben, der Gastronomie, dem Einzelhandel, den Bereichen Kunst, Kultur und Sport, dem öffentlichen Raum und im Bereich Mobilität dabei helfen, sich auf das „neue Normal“ auszurichten, sich darauf zu freuen und die Lebensqualität aller nachhaltig zu verbessern. Die Initiative wurde von Sponsoren und Partnern unterstützt. Darunter befinden sich u.a. die Stadtwerke Bielefeld, die Sparkasse Bielefeld, die Volksbank Bielefeld-Gütersloh, die Kaufmannschaft Bielefeld e.V, die PR-Agentur The Trailblazers und From OWL with Love. BIE City ist eine Initiative der Open Innovation City, gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Digitalisierungsbüro der Stadt Bielefeld.
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