Gregor Engels: Crowdworking als Beschäftigungsmodell

Prof. Dr. Gregor Engels forscht zum Thema Crowdworking als Zusatz zu konventionellen Beschäftigungsmodellen. Foto: Uni Paderborn

Welche Rolle spielt Crowdworking vor dem Hintergrund von Arbeit 4.0?
Die zugrundeliegenden Mechanismen ganzheitlich zu erfassen, ist Ziel eines gemeinsamen Forschungsschwerpunktes der Universitäten Paderborn und Bielefeld. Als neue Form der Arbeitsorganisation ist vor rund zehn Jahren das sogenannte Crowdworking in Deutschland entstanden. „Mithilfe eines offenen Aufrufs werden digitale Arbeitsaufgaben über Online-Plattformen an eine heterogene Gruppe vergeben“, weiß der Paderborner Informatiker Prof. Dr. Gregor Engels, Sprecher des Forschungsschwerpunktes. Kleinere Aufträge wie Datenpflege, Texterstellung oder Designanfertigungen werden dabei am PC erledigt – häufig von zuhause aus. Das bedeute auf der einen Seite ein hohes Maß an Flexibilität, auf der anderen Seite aber auch wenig Sicherheiten, so Engels weiter. Bei den Plattformen kommen auch datenschutzrechtliche Herausforderungen zum Tragen: „Einige Crowdworker sind anonym unterwegs, andere nicht. Außerdem gibt es ein Reputationssystem, mit dem die Qualität der abgelieferten Arbeit bewertet werden kann. Das sind sensible Daten, die eine adäquate Herangehensweise erfordern“, so Engels. Eine wichtige Forschungsfrage im Bereich der Informatik sei deshalb, wie die Kommunikation auf diesen Marktplätzen gestaltet werden kann. „Das ist ein großes Themenfeld, das wir derzeit intensiv bearbeiten. Der Austausch von Informationen und Daten zwischen Arbeitgeber und -nehmer ist nicht trivial. Entsprechend wichtig ist es, eine von allen Seiten akzeptierte Ebene für Auftraggeber und Crowdworker zu finden“, erklärt der Experte. Aktuell arbeiten die Wissenschaftler daran, Anforderungen für eine sogenannte Referenzarchitektur zu ermitteln.