Fotowettbewerb: So geht´s in die Zukunft

Wie ist die Stimmung in der Region zu Beginn des Jahres, ist so etwas wie Aufbruch zu spüren? Womit beschäftigen sich Verantwortliche in den Unternehmen im Hinblick auf Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften? Energie Impuls OWL und markt & wirtschaft haben gemeinsam einen Wettbewerb initiiert, der Unternehmen der Region aufgerufen hat, ihre Projekte und Aktivitäten zu präsentieren. Nicht viele Worte und keine langen Erklärungen, sondern plakativ und ausdrucksstark in einem Foto umgesetzt – und mit einem Slogan verstärkt.

 „Wir wollten Aufbruchstimmung erzeugen und all denjenigen in den Unternehmen Mut machen, die ihre Energie für Klimaschutz und die Energiewende einsetzen“, beschreibt Klaus Meyer vom Unternehmensnetzwerk Energie Impuls OWL die Motivation.

 Aufbruchstimmung für Nachhaltigkeit, klimaneutrale Unternehmen und Energiewende?

Die Energiepreise steigen, der Windkraft- und Solarstromausbau zieht sich hin, mit der EU-Taxonomie sollen Atomkraft und Erdgasverbrennung als nachhaltige Finanzinvestition gelten, das macht den Erneuerbaren das Leben ebenso schwer wie der Fachkräftemangel. Ist der Gedanke an Aufbruchstimmung damit so etwas wie das Pfeifen im Walde des verzagten Wanderers zur Selbstermutigung, während seriöse Wissenschaftler das 1,5-Grad-Ziel schon als unerreichbar einstufen? Systemwenden waren noch nie leicht, und die Bedingungen für Game Changer waren auch in der Geschichte nicht selten zunächst ernüchternd und führten diese „Neudenker“ oft an die Grenze zur Verzweiflung. Im Einzelfall war die Situation damals vielleicht noch entmutigender als heute. Grund genug, heute Mut zu fassen und die Veränderung anzugehen.

Und tatsächlich: „Wo immer wir unterwegs sind – in Betrieben, Schulen, Kommunen und Verbänden – wir treffen auf eine neue Aufbruchstimmung für Nachhaltigkeit. Mit der Erfahrung unserer Mitglieder sind wir jetzt besonders beim WIE gefragt“, skizziert Klaus Meyer am Anfang des Jahres die Aufgaben. Dabei sind nicht nur die offensichtlichen Gewinner der Energiewende wie zum Beispiel Windkraftanlagenhersteller oder Solaranbieter in Aufbruchstimmung, auch bei den von der Klimaneutralität doch eher hart beanspruchten Unternehmen nimmt eine ganz neue Stimmung Fahrt auf. Wie beim „Man to the Moon“-Projekt in den 60er-Jahren wollen viele jetzt bei einer neuen Geschichte dabei sein, dem Aufbau einer nachhaltigen, klimaneutralen Industriegesellschaft. Das war auch eine Motivation für die Teilnahme der Unternehmen am Fotowettbewerb. Aus insgesamt 20 Beiträgen hat die Jury die drei Fotos ausgesucht, die das Motto des Wettbewerbs mit guter fotografischer Qualität prägnant und ausdruckstark umgesetzt haben. Für die Jury stand bei der Bewertung ausschließlich das Foto selbst und nicht die Transformationskraft der Unternehmen im Vordergrund:

„Ansonsten hätten wir alle 20 auszeichnen müssen, denn die Einsenderunternehmen haben mit ihren Bildern ihr breites Kompetenzspektrum thematisiert: von der Windkraft und Solarenergie über Elektromobilität oder Energierückgewinnung aus Abwasser, grünes Bauen, Wärmedämmung oder Baumpflanzen bis zur Circular Economy für Elektronikbauteile, Flaschen oder Betonteile“, so mawi-Chefredakteurin Christiane Peters.

Die drei Gewinner-Fotos:

Foto: ©Florian Trettenbach

Hagedorn Unternehmensgruppe (Gütersloh u.a.)
„GEMEINSAM DIE RICHTUNG ÄNDERN UND MIT VOLLER KRAFT DIE ENERGIEWENDE ANPACKEN“

Windkraft verdoppeln heißt, kleine Anlagen gegen große tauschen, Repowering! Viel Arbeit für die Kolleginnen und Kollegen des Unternehmens Hagedorn in Gütersloh, eines der fünf größten Abbruchunternehmen der Welt. 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verarbeiten Materialien der ausgedienten Anlagen wie zum Beispiel den Turm- und Fundamentbeton direkt auf der Baustelle zur Wiederverwendung auf. So können die nächsten Anlagen ihre Energiebilanz von Anfang an mit Recyclingwerkstoffen noch verbessern. Weil das Unternehmen die ganze Prozesskette des Baustoffrecyclings, vom Abbruch über Entsorgung und Recycling bis zu Tiefbau, Industriemontage und Flächenrevitalisierung beherrscht, weckt das intelligente Flächenrecycling alte Industrieareale zu neuem Leben, ohne Neuflächen zu versiegeln. Für die Energiewende heißt das: Die zukünftig ausgedienten Kohlekraftwerke werden so zu neuen Wirtschaftszentren und die grünen Wiesen bleiben erhalten.

Foto: ©Windmöller

Windmöller GmbH (Detmold, Augustdorf, Werste)
„BEREIT FÜR 2022: KLIMANEUTRAL IST SCHWER? WIR KRIEGEN´S GEHOBEN! MIT GRÜNEM STROM“

Das Familienunternehmen wächst kräftig im Markt mit seiner neuen Cradle2Cradle-Generation von
Bodenbelag-Lösungen oder Akustiksystemen auf Basis von Pflanzenölen und natürlich vorkommenden mineralischen Komponenten. Auch bei der Produktion selbst setzt Windmöller mit 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an drei ostwestfälischen Standorten auf Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und CO2-Neutralität. Bei der notwendig gewordenen Neuaufstellung der Staplerflotte sammelten Werkleiter sowie Fahrerinnen und Fahrer Argumente für den Umstieg auf Elektrofahrzeuge. Das unkomplizierte Aufladen der Fahrzeuge in der Halle mit selbstproduziertem Solarstrom, die Wartungsfreiheit und die damit verbundene Kostenersparnis waren rationale Argumente, welche die positive Grundstimmung im Unternehmen für die Nutzung von Ökostrom in allen Produktionsbereichen stärkten. So wurden im Laufe eines Jahres alle Stapler elektrisch und nach den ersten Betriebsmonaten werden die Beteiligten bald berichten können, wie sich CO2-Neutralität im Arbeitsalltag tatsächlich bewährt.

Foto: Hans Rost

e-Carsharing CITYca Hans Rost (Bielefeld)
„DURCHBRUCH: DIE NEUE MOBILITÄT MACHT PLATZ ZUM WACHSEN“

Bessere Mobilität mit weniger Platzbedarf. Was sich anhört wie die Quadratur des Kreises, ist die Mission des Unternehmers Hans Rost für Bielefeld. Und er kann es lösen, denn intelligent gemachtes Car-Sharing ersetzt durch die vielfältige Nutzung mit jedem Fahrzeug bis zu 20 private Fahrzeuge und macht damit wieder Platz frei für die Menschen, Pflanzen und Tiere in der Stadt. Das sind pro Fahrzeug fast 100 Meter ansonsten zugeparkter Straßenränder. In der Verknüpfung mit anderen Mobilitätsarten – vom Fußweg oder Fahrrad über den Stadtbus bis zum ICE – steht den Bielefelderinnen und Bielefeldern ein intelligentes und vor allem komfortables System zur Verfügung. In der Zusammenarbeit mit der Stadtwerke Gruppe wie moBiel wird die Verbesserung von Luft und Geräuschkulisse in der Stadt verbessert, und durch den mit Ökostrom versorgten elektrischen Antrieb der Fahrzeuge auch die CO2-Bilanz kräftig verbessert. So geht‘s in die Zukunft.

  • Der Dank geht an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die engagierten Beiträge.
    Die nicht veröffentlichten Fotos sind auch im E-Magazin der mawi:
    https://mawi-westfalen.de/e-magazin/ und auf dieser Webseite (siehe unten) zu sehen.

  • Mitglieder der Jury:
    Mike-Dennis Müller, freiberuflicher Fotograf, Bielefeld, www.mdmphoto.de
    Christiane Peters, Chefredakteurin mawi
    Sven Brüske und Klaus Meyer, beide Energie Impuls OWL

Weitere Fotos:

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