Der Claiminator – Reisen mit Sinnen

Frank van Koten ist Experte für Positionierung und Differenzierung sowie Inhaber der Strategie- und Werbeagentur Grothus van Koten Mittelstandsmarketing aus Paderborn.

„Die mit dem OOOH und AAAH“

Die letzten meiner Kolumnen drehten sich um Claims, die ich aus verschiedensten Gründen nur so lala bewertet habe: zu rätselhaft, zu unkreativ, zu wenig innovativ oder zu banal. Jetzt hatte ich mal wieder Lust auf einen Claim, der mich sofort einfängt. Tada!
Schon das Thema hat mich angefixt. Reisen! Das sind Erlebnisse, die wir oft noch nach vielen Jahren gerne mit anderen Menschen teilen.  Nein, ich spreche natürlich nicht vom letzten, einwöchigen Strandurlaub auf Teneriffa. Ich meine diese Reisen, auf denen wir lernen fremde Kulturen, andere Menschen und oft genug auch uns selber besser zu verstehen.


Reisen mit Sinnen

Eine Dortmunder Reiseagentur garantiert ihren Kunden genau das. Erlebnisse, die der Alltag uns nicht bieten kann: In Laos dem Reis beim Wachsen zuschauen. In der Serengeti picknicken. In der Mongolei in einer Jurte übernachten usw. Aufmerksam sein für die Dinge und Menschen, die einen umgeben, wahrnehmen, dass der Aufenthalt in der Natur mehr Luxus bereithält als der im 5-Sterne-Hotel.

Erlebnisse pur

Dieser Claim der Agentur Reisen mit Sinnen fällt in die Kategorie „Alltagssprache“. Besonders virtuos wird die Alltagssprache zum Beispiel vom Media Markt verwendet: „Ich bin doch nicht blöd!“ oder „Hauptsache ihr habt Spaß!“ kennt wohl beinahe jeder. Diese Claims sind sehr emotional, prägen sich ein und werden oft Teil unserer eigenen Ausdrucksweise. Zwar verwendet dieser Claim sechs Wörter und ist damit eigentlich grenzwertig lang. Für die Erinnerung bei der Zielgruppe reicht aber der Teil „OOOH und AAAH“ vollkommen aus. Der Teil „Die mit dem“ sind Füllwörter, in diesem Fall aber unverzichtbar.

Bewertung:

Inhalt:  ****      Form / Kreativität:   ****      Zweck:  *****                  

Kontext
In dieser Kolumne analysiert und bewertet Frank van Koten Claims und Slogans. Ein Claim wird, wie das Logo oder Farben, ins Unternehmensdesign integriert und erhält dadurch eine längerfristige, strategische Bedeutung. Der Slogan dagegen bezeichnet eine Aussage, die auf den eher kurzfristigen Einsatz ausgelegt ist. Er dient dazu, Kampagnen für Produkte oder Events zu bewerben. Die Kunst besteht darin, in etwa zwei bis sechs Worten zu beschreiben: „Wofür steht das Unternehmen?“ Welche Persönlichkeit, Philosophie und Positionierung zeichnen es aus? www.claiminator.de
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