Das kommt aus Bielefeld: „Wir sind kreative Strategen und digitale Macher“

Eyüp Aramaz hat schon mehrere Unternehmen gegründet. Vor einem Jahr ist er mit seiner Agentur für digitale Sichtbarkeit an den Start gegangen. Der bekennende Bielefelder über seine Unternehmensphilosophie, seine Visionen und seine Vorstellung vom attraktiven Arbeitgeber.

Herr Aramaz, Ihr Unternehmen ist gut ein Jahr jung. Was glauben Sie, welche Eigenschaften ein Gründer heute mitbringen muss, um als Gründer erfolgreich durchzustarten?

Eyüp Aramaz, Gründer der Aramaz Digital GmbH: „Ich fokussiere mich heute mehr denn je auf messbare Ergebnisse, einfache Lösungen und schlanke Maßnahmen statt auf Buzzwords und Trendbegriffe“ (Foto: Aramaz Digital GmbH)

Eyüp Aramaz: Hartnäckigkeit, Resilienz und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sind wichtige Fähigkeiten. Außerdem gehört eine Portion Risikobereitschaft dazu, weil man selbstverständlich vorher nicht weiß, ob das eigene Unternehmen überlebt oder nicht.

 Skizzieren Sie Ihr Geschäftsmodell in einigen Sätzen! 

Eyüp Aramaz: Als Agentur für digitale Sichtbarkeit unterstützen wir mittelständische Unternehmen bei der gezielten Positionierung im Web und in den sozialen Netzwerken mit dem Ziel einer erfolgreichen Personalakquise, Neukundengewinnung, Imagestärkung und Kundenbindung. Wir sind kreative Strategen und digitale Macher, die lösungsorientiert vorgehen.  

Sie haben schon mehrere Unternehmen gegründet: Welche Erfahrungen haben Sie gemacht und inwieweit profitiert davon nun Ihre Marketingagentur? 

Eyüp Aramaz: Meist ist die Lösung für ein Problem vor unseren Augen, doch wir machen es uns selbst oft schwer. Der Unternehmer ist sein größter Mitbewerber und Verhinderer. Ich fokussiere mich heute mehr denn je auf messbare Ergebnisse, einfache Lösungen und schlanke Maßnahmen statt auf Buzzwords und Trendbegriffe. Zudem habe ich gemerkt, dass eine Leistung noch so abgefahren sein kann, aber letztlich nichts taugt, wenn der Kunde diese nicht versteht und dadurch nicht kauft. Als Startup-Gründer habe ich gelernt, agil Produkte und Leistungen bei der entsprechenden Zielgruppe zu validieren und schnelle Entscheidungen zu treffen. Das kommt unseren Kunden zugute, weil wir zum Beispiel im Rahmen einer Social Media-Kampagne das Werbebudget effektiv einsetzen und dadurch unnötige Kosten vermeiden. Zudem versuchen wir, jede repetitive Maßnahme intern wie extern zu automatisieren, um Zeit zu sparen. Workflow-Automation lernen Sie, wenn Sie mal ein bis zwei Jahre bei einem Startup gearbeitet haben.

Wo sehen Sie das Besondere bzw. die Stärke Ihres neuen Unternehmens?  

Eyüp Aramaz: Mein Know-how als Startup-Gründer hilft mir, das klassische „Agentur-Geschäft“ aus einem komplett anderen Blickwinkel zu betrachten. Wir setzen Maßnahmen „lean“ um, liefern schnell messbare Ergebnisse und fokussieren uns nur auf Themen, von denen wir zu 100 Prozent überzeugt sind. Diese sind: Social Media Recruiting, Social Media Management und Social Media Advertising. Wir sind keine „eierlegende Wollmillchsau“ wie manche Mitbewerber und bezeichnen uns nicht als Full-Service-Agentur. Außerdem arbeiten in unserem Team nur Digital Natives, Technokraten und Angehörige der Generation Z, die mit sozialen Netzwerken groß geworden sind. Unser Team ist wie ein Spezialeinsatzkommando der Polizei – nur eben für das Thema Social Media Marketing.

Was tun Sie, um Ihr Unternehmen für Mitarbeiter und zukünftiges Personal attraktiv zu gestalten? 

Eyüp Aramaz: Wir entwickeln gerade ein Modell, bei dem wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Unternehmensgewinn beteiligen – und zwar schon nach kurzer Zugehörigkeit. Zudem setzen wir auf eine offene Fehler-Kultur, bei der Fehler („Fuckups“) erlaubt sind und als Chance gesehen werden, um innovativer zu sein. Dies ist nicht nur ein vorübergehender Trendbegriff für uns, sondern in unseren Unternehmenswerten fest verankert. Unser jetziges Team lobt auch immer wieder die hochwertige Büroausstattung bei uns, was nicht selbstverständlich ist: MacBook Pro oder iMac, Hermann Miller Aeron Bürostuhl, höhenverstellbare Tische, Team-Lunch, Firmen-Kreditkarte, um nur einige Besonderheiten zu nennen.

Was reizt Sie am Standort Bielefeld? 

Eyüp Aramaz: Ich bin in Bielefeld geboren und aufgewachsen. Hier lebe und arbeite ich gerne. Zwar habe ich schon attraktive Job-Angebote aus Hamburg, Nürnberg, München oder Berlin erhalten, aber gegen Bielefeld haben diese Städte keine Chance. Trotzdem muss ich an dieser Stelle ehrlicherweise auch zugeben, dass ich auch schon das ein oder andere Mal an das Auswandern gedacht habe – dann aber in ein anderes Land, um neue Ufer zu entdecken.

Ihr Fazit im Rückblick auf das Corona-Jahr: Welche Erkenntnisse nehmen Sie für sich und Ihr Unternehmen mit?  

Eyüp Aramaz: Ich habe für mich die Erkenntnis gewonnen, dass Angst und Panik wie immer schlechte Ratgeber sind. Die Pandemie ist definitiv nicht zu unterschätzen, aber dennoch hilft es nicht, in Schockstarre zu verfallen. Wir haben das Corona-Jahr 2020 bewusst als Chance wahrgenommen, um zu wachsen. Und es ist uns gelungen.

Wo sehen Sie Ihr Unternehmen zukünftig? 

Eyüp Aramaz: Wir haben gerade unsere eigenen Räumlichkeiten in der Bielefelder Innenstadt bezogen, die ich vor Kurzem erworben habe. Ich bin überzeugt, dass in jedem dieser Räume motivierte Mitmacher aktiv sind, die gerne ins Office kommen. Nicht nur wegen des Gehalts, sondern weil die Tätigkeit zu ihnen passt und sie die Atmosphäre, das Miteinander und die Unternehmenskultur schätzen.

DAS KOMMT AUS BIELEFELD
Der Beitrag ist Teil unserer Serie „DKAB“, die in Kooperation mit der WEGE erscheint. Weitere Informationen: www.das-kommt-aus-bielefeld.de


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