Das Industrielle Internet der Dinge und die Bedeutung für die CE-Konformität

Foto: ISB Information und Kommunikation GmbH & Co. KG / Urheber: IIOT_AdobeStock_231018347

Digitalisierung in der Produktion

Immer mehr Maschinen und Anlagen besitzen werkseitig oder durch Nachrüstung die Fähigkeit, sich mit dem Internet zu verbinden und so spezielle Daten bereitzustellen. Das bringt viele Vorteile mit sich, aber welche Auswirkung hat das auf die Sicherheit der Maschine oder eine bestehende CE-Kennzeichnung?

Beginnen wir mit dem Internet der Dinge (IoT = Internet of Things). Es bezeichnet ganz allgemein ein Netzwerk, in dem Geräte miteinander verbunden sind und Daten austauschen. Entsprechende IoT-Technologien ermöglichen es, diese Daten zu sammeln und zu verarbeiten, um daraus einen Nutzen zu ziehen. Das Industrielle Internet der Dinge (IIoT) kann man nun als Unterkategorie des Internet of Things verstehen, also als ein IoT für industrielle Umgebungen. Mithilfe der Vernetzung von Sensoren, eingebetteten Systemen, Geräten, Anlagenteilen und Komponenten über das Internet können Daten empfangen und ausgetauscht und im Anschluss ausgewertet werden.

Die Ziele des IIoT sind u. a. die Verbesserung der betrieblichen Effizienz, Kostensenkungen in der Produktion sowie schnellere Prozesse. So ermöglicht die IIoT-Technologie u. a. das automatische Sammeln von Daten in der Produktion. Dadurch lassen sich zum Beispiel Maschinenlauf- und Stillstandzeiten, Produktionsstückzahlen, Maschinengeschwindigkeiten etc. aufzeichnen, die durch eine entsprechende Softwarelösung ausgewertet und analysiert werden.

Die Analyse dieser Daten kann dann eine Veränderung der Produktionsparameter zur Folge haben, um Stillstände, Verzögerungen oder Mangelhaftigkeiten zu vermeiden oder zumindest zu minimieren. Außerdem kann sie wertvolle Informationen enthalten, die zum Beispiel Rückschlüsse auf eine notwendige oder vorbeugende Wartung zulassen. Serviceintervalle lassen sich so vorhersagen, die Maschinenleistung optimieren und insgesamt die Wertschöpfung der Produktion erhöhen. Ein weiteres Anwendungsszenario ist zum Beispiel das Aufzeichnen und Analysieren des Verschmutzungsgrads von Filtern und der daraus resultierende erhöhte Energieverbrauch. So lassen sich Energiekosten und Stillstandzeiten optimieren.
Und mit noch einer Stärke punktet die IIoT-Technologie: Maschinen, Anlagen und Komponenten können aus der Distanz durch den Hersteller gewartet werden. Je nach Zugriffsrechten übernimmt ein externer Servicetechniker das Auslesen der Daten und nimmt bei Bedarf Eingaben vor, um schnell eine Lösung zu finden.

Neben den verschiedenen Vorteilen dieser zukunftsweisenden Technologie sind im Hinblick auf die CE-Konformität nun aber auch neue Risiken entstanden. Internetzugriff bedeutet nämlich, dass ein unberechtigter Zugriff auf die Daten möglichst unterbunden wird. Keine leichte Aufgabe. Bei neu entwickelten Maschinen und Anlagen finden diese Sicherheitsvorkehrungen bereits bei der Entwicklung Berücksichtigung.
Wird eine IIoT-Lösung jedoch nachträglich in eine bestehende Maschine oder Anlage eingebracht, ist auch das Thema CE-Konformität erneut zu betrachten.
So stellt sich die Frage, ob die Anlage oder Maschine durch die Nachrüstung die CE-Konformität verliert oder ob es möglich ist, die Nachrüstung so durchzuführen, dass die CE-Konformität erhalten bleibt. Ebenfalls zu klären ist, wie mit Bestandsanlagen ohne CE-Kennzeichnung, bzw. mit neuen Maschinen, die mit einer Einbauerklärung geliefert werden, umgegangen werden muss. Nicht zuletzt gilt es zu beachten, ob die Nachrüstung eine „Wesentliche Veränderung“ darstellt und deshalb das CE-Konformitätsbewertungsverfahren neu zu durchlaufen ist.
Diese oder ähnliche Fragen werden häufig an die Spezialisten von ISB herangetragen. Als Dienstleister im Bereich CE-Maschinensicherheit beschäftigt sich das Unternehmen seit über 25 Jahren mit allen Fragen rund um die CE-Konformität bei Neu- und Bestandsmaschinen. „In den vergangenen Jahren haben wir u. a. viele Umbauten und Erweiterungen von Maschinen bzw. Anlagen begutachtet, um festzustellen, ob eine „Wesentliche Veränderung“ der Maschine oder Anlage vorlag“, sagt Lutz Wendland, Vertriebsverantwortlicher bei ISB. Neben der Beratung zur CE-Maschinensicherheit erstellt das Unternehmen auch entsprechende Dokumente, die für die CE-Konformitätserklärung notwendig sind.

Mehr zum Thema vermittelt auch der Vortrag „Digitalisierung in der Produktion – Modernisierung und IIoT im Bestand – was müssen Sie beachten?“, den ISB am Donnerstag, 11. November, auf der FMB hält.

Weitere Informationen: www.isb-ik.de und auf der FMB, Halle 20, Stand H 22.

-Anzeige-