Co-Working-Space als Inkubator für neue Geschäftsidee

Das Startup-Kreativteam von easypraise: Durch die gemeinsame Zusammenarbeit wurde aus einer Idee ein neues Geschäftsmodell geboren, was zur gemeinsamen Unternehmensgründung führte.

Im Feelgood Workspace des Paderborner Unternehmens enpit arbeiten verschiedene Unternehmen im Co-Working Space zusammen. Das Kreativquartier stellte sich in den letzten Monaten als Keimzelle für das Startup easypraise heraus.

Durch die gemeinsame Zusammenarbeit wurde aus der Idee einer einzelnen Unternehmerin schnell ein neues Geschäftsmodell, was zur gemeinsamen Unternehmensgründung führte. Die App easypraise ist ein digitales Mitarbeiter-Feedbackinstrument für Unternehmen.

„Wir wollten einen Ort zum Netzwerken und einen Raum, in dem Ideen geschmiedet werden, schaffen, in dem sich Kreative aus verschiedenen Branchen treffen, austauschen und gemeinsam neue Ideen spinnen können“, beschreibt enpit-Geschäftsführer Ulrich Gerkmann-Bartels.

Das Konzept überzeugte auch Maren Fischer, Mitgründerin von easypraise, die auf der Suche nach einem geeigneten Büro für ihr Unternehmen Freshworks war. „In einem Büro zuhause sitzt man allein, ich habe aber gern Menschen um mich – der Feelgood Workspace bot da eine super Möglichkeit.“ Das war auch der Beginn für die Entwicklung von easypraise. Die App ist ein neues Werkzeug für den Personalbereich, die digitale Weiterentwicklung der klassischen Mitarbeitergespräche. Die App will es möglich machen, Kolleginnen und Kollegen laufend gegenseitige Wertschätzung und Feedback zu geben – weg von der reinen Mitarbeiterbeurteilung durch den Chef. Dabei fokussiert sich das Tool nicht rein auf die fachliche, sondern auch auf die persönliche Ebene. Die Beurteilung wird auf eine breitere Basis gestellt und durch kollegiales Feedback ergänzt.
Die Idee für ein passendes digitales Produkt für ihr eigenes Unternehmen Freshworks im Personalbereich hatte Maren Fischer bereits länger: „Ich wusste jedoch nicht, wie ich sie umsetzen konnte. Daher habe ich das Ganze irgendwann erst einmal wieder fallen lassen.“ Hier brachte dann der Austausch im Co-Working den entscheidenden Durchbruch. Zwar arbeitet jeder an eigenen Projekten, gleichzeitig kann man sich aber austauschen. „Man bekommt erstaunlich schnell mit, welche Kompetenzen die Kollegen und Co-Worker auszeichnen. Schnell war klar, dass ich Tür an Tür mit erfahrenen IT- und Projektentwicklern zusammensitze, für die App- Entwicklung und agile Methoden zum täglichen Arbeiten gehören.“

Durch die bunte Zusammensetzung im Co-Working bietet der gemeinsame Arbeitsplatz einen Nährboden für neue Ideen und Geschäftsmodelle. Co-Working ist mehr, als nur einen Arbeitsplatz zu mieten. Jeder, der das Zusammenarbeiten auf flexibler und freiwilliger Basis nutzt, hat dadurch die Möglichkeit, von der Gemeinschaft zu profitieren. So treffen Menschen für neue Projekte oder Geschäftsideen aufeinander, die sich in einzelnen abgeschotteten Büros nie gesehen hätten. Ulrich Gerkmann-Bartels: „Bei enpit haben wir sogenannte Side-Projects. Das sind Initiativen oder Produktideen, die neben unserem Hauptgeschäftsfeld als Beratungsunternehmen, jedem im Unternehmen weitere Impulse geben und zusätzlich an Erfahrungen bereichert. Im gemeinsamen Gespräch im Co-Working erwähnte Maren Fischer ihre Idee für ein Feedbackinstrument auf App-Basis. Schnell war den Kollegen klar, dass die Zeit für die Idee von Maren jetzt auch in Deutschland soweit ist. Gesagt, getan und die gemeinsame Entwicklung war gestartet. Ein klasse Projekt, das jetzt durch unser gemeinsames Startup zu einem eigenständigen Lösungsangebot für Unternehmen wird, die die Zeichen der Zeit erkannt haben.“

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bieten sich Co-Working Spaces an, die sich mit neuen Geschäftsideen und Visionen tragen. KMUs haben oft nicht die Möglichkeiten, die ein aus der Universität herausgefördertes Startup hat. Ulrich Gerkmann-Bartels: „Wir verstehen unseren Feelgood Workspace als Treffpunkt für Pioniere und Visionäre. Hier geht es um flexibles, einfallsreiches und konstruktives Arbeiten miteinander, dass zum Nachdenken inspiriert und neue Ideen reifen lässt.“

Kreativität entfaltet sich meist mit einem Tapetenwechsel. Im Co-Working kann man das häufig herbeiführen. Flexibilität und Mobilität lassen neue Gedanken sprudeln. Maren Fischer: „Was ich entscheidend finde, ist das Menschen im Co-Working wirklich auf einer Augenhöhe arbeiten. Wir sind keine Kollegen, die in der derselben Organisationsstruktur arbeiten, sondern wir kommen mit unterschiedlichen Projekten und Zielen zur Arbeit. Der Blick über den Tellerrand ist dadurch noch viel größer. Unser Startup easypraise ist dafür ein gelungenes Beispiel.“

Kontext
easypraise wurde bereits mit dem Gründerstipendium NRW ausgezeichnet.
Während derzeit an der Fertigstellung der ersten Version gearbeitet wird, steht die neu gegründete Firma bereits mit diversen Interessenten und potentiellen Kunden im Dialog. Noch in diesem Jahr soll das Produkt in den Verkauf gehen und zunächst in deutschen Organisationen die Transformation zu einer offeneren Feedbackkultur begleiten.

Weitere Informationen: http://easypraise.de/