Berufliche Ausbildung: Möglich machen

Die Arbeitsagentur bietet jungen Menschen gezielete Fördermöglichkeiten für eine Berufsausbildung.  (Foto: racornracorn_123RF.com)

Die berufliche Ausbildung ist wichtig, um den Fachkräftebedarf langfristig zu sichern. Gleichzeitig müssen auch junge Menschen von der Aufnahme einer Ausbildung überzeugt sein und den passenden Beruf gefunden haben. Verschiedene Förder- und Beratungsmöglichkeiten sollen die Entscheidung pro Ausbildung erleichtern.

Nicht immer liegen Ausbildungsplatz und Wohnort des potenziellen Lehrlings in unmittelbarer Nähe. Doch die räumliche Distanz muss kein Hindernis für den Beginn der betrieblichen Ausbildung sein. „Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es für junge Leute, die bereits in Ausbildung sind oder eine Ausbildung woanders planen, eine finanzielle Unterstützung – die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)“, sagt Sabine Gulfam, Teamleiterin der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Detmold.

Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold. (Foto: Agentur für Arbeit)

Als Azubi erhalten junge Leute BAB, wenn sie während der Berufsausbildung nicht bei den Eltern oder einem Elternteil wohnen können, weil tägliches Pendeln zwischen Ausbildungsstätte und Wohnung der Eltern oder eines Elternteils nicht zumutbar ist. Letzteres ist unerheblich bei Auszubildenden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, verheiratet sind oder waren, oder mit mindestens einem Kind zusammenleben. Bei der Berufsausbildungsbeihilfe errechnet sich der Bedarf für den Lebensunterhalt und die Ausbildung nach bestimmten gesetzlichen Vorgaben. Auf den Bedarf wird das Einkommen des Auszubildenden selbst angerechnet, aber auch das Einkommen der Eltern bzw. des Ehepartners wird berücksichtigt.

„Gerade in diesen durch Unsicherheiten geprägten Zeiten auf dem Ausbildungsmarkt aufgrund der Corona-Pandemie ist es wichtig, Fördermöglichkeiten der Arbeitsagentur zu kennen, und diese auch zu nutzen, um Ausbildung möglich zu machen“, betont Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold.

Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind und entsprechende Einkommensgrenzen nicht überschritten werden, besteht Anspruch auf BAB ab dem Beginn des Monats, in dem der Antrag bei der Agentur für Arbeit Detmold gestellt wird.

Wie den passenden Beruf finden

Doch nicht immer wissen Jugendliche, wo ihre eigenen Interessen und Fähigkeiten liegen und welcher Beruf zu ihnen passt. Zur ersten Orientierung bietet die Agentur für Arbeit Selbsttests an, die helfen sollen, den eigenen Wunschberuf zu finden. Mit dem neuen Erkundungstool Check-U, der auf vier Schwerpunkten beruht, finden Jugendliche heraus, welche Studienfelder und Ausbildungsberufe zu ihnen passen. So beschäftigt sich der Fähigkeiten-Test mit der Frage, wo der junge Mensch gut ist und was zu seinen Stärken passt. Hier geht es auch darum, festzustellen, wie sicher der Umgang mit textbezogenen, mathematischen und räumlichen Fragestellungen ist und wie gut das kreative Denken und handwerkliche Geschick ausgeprägt sind.
Ebenfalls in den Blick genommen werden die sozialen Kompetenzen. Hier geht es um persönliche Eigenschaften, die im Beruf wichtig sind. Dazu gehören beispielsweise, wie die Jugendlichen mit Stress und Konflikten umgehen und wie sie ihre Meinung durchsetzen können. Es geht um die Frage, welcher Beruf zur eigenen Persönlichkeit passt.
Der Interessen-Test legt den Fokus auf die Fragen: Welche Inhalte finde ich spannend? Wofür interessiere ich mich? Jugendliche werden beispielsweise gefragt, welche Themen, Fachgebiete oder berufsspezifische Tätigkeiten sie mögen, und wie sie zu bestimmten Arbeitsbedingungen stehen.
Welche beruflichen Vorlieben hat der junge Mensch? Begeistern ihn eher handwerkliche, unternehmerische oder kreative Aufgaben? Ziel ist es, herauszufinden, welche der acht verschiedenen Berufstypen am besten zu ihm passen.
Der Selbsttest „BERUFE Entdecker“ fängt bei dem Punkt an, an dem der Jugendliche aktuell steht. Von „Ich habe noch keine Ahnung, was ich machen möchte.“ bis hin zu „Ich habe schon einen Wunschberuf.“ Den Schülerinnen und Schülern werden Fotos von typischen Arbeitsbereichen angezeigt. Diese können mit einem Herz geliked oder mit einem Kreuz weggeklickt werden. Nachdem man diesen Test vollständig bearbeitet hat, werden Arbeitsbereiche vorgeschlagen, die den Jugendlichen gefallen könnten. Die Testteilnehmer haben die Möglichkeit mit noch mehr Nachfragen die Auswahl weiter einzugrenzen. Außerdem erhalten sie weitere Informationen zu den Berufen, wie zum Beispiel die Ausbildungsdauer und wie die Bezahlung aussieht. Am Ende ist dann bestenfalls der Wunschberuf gefunden.

Kontext
Weitere Informationen zu den Berufsfindungstests: www.arbeitsagentur.de/selbsterkundungstool und https://entdecker.biz-medien.de/ Alternativ kann die App im Google Play Store oder Apple App Store heruntergeladen werden. Die Berufsberatung bietet auch telefonische Beratungsgespräche an. Terminvereinbarung: https://www.arbeitsagentur.de/bildung/berufsberatung. Informationen zur Berufsbildungsbeihilfe sind unter www.babrechner.arbeitsagentur.de erhältlich. Antragsunterlagen können unter der Rufnummer 0 800 4 5555 00 angefordert werden.

 

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