70 Jahre Internat Schloss Varenholz

Schloss Varenholz heute: Eine moderne Erziehungs- und Bildungseinrichtung mit über 170 Mitarbeitern und 190 Schülern.

Jubiläumsfest am 30. Juni

Das Internat Schloss Varenholz feiert im Juni diesen Jahres ein rundes Jubiläum. Genau 70 Jahre liegt es dann zurück, dass die Pädagogin und Erzieherin Elisabeth Engels auf Schloss Varenholz den Grundstein für die heutige Jugendhilfeeinrichtung mit Internat gelegt hat.

Anlässlich dieses runden Geburtstages veranstaltet Schloss Varenholz am 30. Juni von 11.00 bis 17.00 Uhr ein großes Jubiläumsfest, zu dem auch die interessierte Öffentlichkeit sehr herzlich eingeladen ist. Eingebunden in ein buntes Rahmenprogramm bietet das Fest den Gästen die Gelegenheit, die Einrichtung Schloss Varenholz in ungezwungener Atmosphäre kennen zu lernen und mit der Familie einen unterhaltsamen und entspannten Sonntagnachmittag zu verbringen.
Während der Singer-Songwriter Isaak Guderian für den guten Ton auf dem Jubiläumsfest sorgt, können sich die Kinder und Jugendlichen bei zahlreichen kostenlosen Aktions- und Mitmachangeboten nach Herzenslust austoben. Zu den Highlights zählen dabei unter anderem ein Bungee-Run, eine Schleuderball-Arena, ein XXL Fußballdart, Bogenschießen sowie Turm- bzw. Kistenklettern. Während die Schlossküche neben Getränken Gelegenheit zu einem kräftigen Imbiss bietet, werden selbstverständlich auch Führungen durch die Räumlichkeiten der Einrichtung angeboten.

Bis weit hinein in die 70er Jahre waren die Internatsschüler in Gemeinschaftsschlafräumen mit bis zu 16 Betten untergebracht.

Geschichte des Internates Schloss Varenholz

Den Grundstein für das Internat Schloss Varenholz legte Elisabeth Engels, 1892 in Schiltigheim/Elsass geboren, die nach ihrer pädagogischen Ausbildung zunächst als Lehrerin und Erzieherin tätig war. Nachdem sie bereits 1933 die erste Heimschule für Mädchen in Bad Godesberg gegründet hatte, drängte es sie, nach dem Krieg wieder aktiv an der Bildung und Erziehung junger Menschen arbeiten zu können. 1949 ließ sie sich deshalb als Untermieterin der Filmgesellschaft UFA im Schloss Varenholz nieder, um dort ein Studienheim für Mädchen zu betreiben, die infolge der Nachkriegsnöte keine ausreichende und abschließende Schulbildung erhalten hatten. Aus diesen Anfängen entwickelte sich schließlich neben dem Internat eine weder konfessionell noch ideologisch geprägte private Realschule für Jungen und Mädchen, die im Oktober 1951 die Anerkennung als staatliche Ersatzschule erhielt.
Nachdem das Internat seit dieser Zeit ausschließlich Privatzahlern vorbehalten war, hielt mit der Übernahme der Einrichtung durch den Diplompädagogen W. Ulrich Blauschek im Jahr 1994 auch der Bereich der Kinder- und Jugendhilfe Einzug in das Schloss Varenholz. Während sich das Privatschulinternat in den darauf folgenden Jahren im Rahmen der privat finanzierten Internatsunterbringung von Kindern und Jugendlichen bundesweit einen Namen machen konnte, gewann auch der Jugendhilfesektor unter dem Namen Grabbe-Internat Schloss Varenholz weiter an Profil.

Die über die Jahre immer intensiver werdende pädagogische Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen führte schließlich im September 2013 zur Fusion von Privatschulinternat und Grabbe-Internat zur heutigen Jugendhilfeeinrichtung mit Internat Schloss Varenholz.

Mit Beginn des Schuljahres 2013/2014 nahm auf Schloss Varenholz zudem die neue private Sekundarschule in Ganztagsform den Schulbetrieb auf, wohingegen die 1951 gegründete private Realschule im Jahr 2017 ausgelaufen ist.
Im Mai 2014 verstirbt nach langer schwerer Krankheit W. Ulrich Blauschek, der langjährige Träger von Schule und Internat, im Alter von 68 Jahren. Seitdem wird die Einrichtung, die mittlerweile vorrangig im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe tätig ist, von seinen Söhnen Thomas Blauschek und Frederic Blauschek als geschäftsführende Gesellschafter geleitet.

Heute wohnen die Schüler in gemütlich eingerichteten 2-Bett-Zimmern. (Fotos: Schloss Varenholz)

Schloss Varenholz heute – Kurzportrait

Das Internat Schloss Varenholz befindet sich neben der Privaten Sekundarschule Schloss Varenholz auf dem Gelände des Schlosses Varenholz im lippischen Kalletal/NRW. Als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe kann eine Aufnahme in das Internat über öffentliche Kostenträger erfolgen, aber auch privat finanziert werden. Bedingt durch die hohe Betreuungsdichte wie auch durch den ausschließlichen Einsatz von pädagogischen Fachkräften in den Wohn- und Internatsgruppen finden Kinder und Jugendliche auf Schloss Varenholz einen pädagogisch gestalteten Lern- und Entwicklungsraum vor, der in Schule und Internat von zuverlässigen und stabilen Bindungen und intensiver Beziehungsarbeit geprägt ist. Alle Kinder und Jugendlichen auf Schloss Varenholz besuchen die Private Sekundarschule Schloss Varenholz. In der staatlich  genehmigten Ersatzschule in Ganztagsform können mit Hilfe eines passgenauen schul- und erziehungspädagogischen Konzeptes besonders Schülerinnen und Schüler mit ADHS, Autismus, Teilleistungsschwächen, Schulabstinenz sowie sonstigen Lern- und Leistungsdefiziten intensiv unterstützt und gefördert werden. Von diesem Konzept profitieren auch Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die je nach Eignung ebenfalls in die Schule des Gemeinsamen Lernens aufgenommen werden können.

Weitere Informationen: https://www.schloss-varenholz.de/