100 Prozent Bio: Nudeln aus gläserner Produktion

Das Unternehmer-Ehepaar Reinhold und Domenica Müller engagieren sich für Regionalität und Nachhaltigkeit.


Reinhold und Domenica Müller aus Wegberg am Niederrhein stellen Nudeln mit Zutaten aus ökologisch-biologischem, regionalem Anbau her. Ein nachhaltiger Ansatz, den sie zukünftig mit „gläserner Produktion“ zeigen wollen.

Es ist ein Umgang mit der Natur, den Landwirt und Gastronomiefachmann Reinhold Müller seit Kindertagen kennt. Er wuchs im Österreichischen Kärnten auf dem elterlichen Bio-Bauernhof auf und ist mit der biologisch-ökologischen Landwirtschaft bestens vertraut. Wichtiges Prinzip sei dabei, mit der Natur zu arbeiten.

„Wenn ich etwas entnehme, muss ich wieder etwas zurückgeben“, erläutert er die Einstellung, die Nachhaltigkeit garantiert.

Mit unterschiedlichen Faktoren der Bepflanzung und Pflege bringen seine Familie und er das Ökosystem ins Gleichgewicht zurück. Dabei sehen sie es als ihre Aufgabe, ihr Wissen an andere Menschen weiterzugeben. Der Umbau zur gläsernen Nudelproduktion stellt in dem Zusammenhang einen nächsten großen Schritt dar.
Es gibt viele Maßnahmen, mit denen nachhaltige Landwirtschaft betrieben werden kann, betont Reinhold Müller. Ein Umstand, der vor allem unter dem Gesichtspunkt interessant ist, dass es sich bei der landwirtschaftlichen Nutzfläche anteilig um eine sehr große  Bodenfläche handelt. Die Auswirkung von Maßnahmen auf Wildpflanzen und Tierwelt ist entsprechend hoch. „Eine Möglichkeit stellt die Vier-Jahres-Fruchtfolge dar“, beschreibt der Landwirt die Möglichkeiten, „so bekommt der Boden mehr Nährstoffe, als man entnimmt.“

Das wichtigste an der ökologischen Landwirtschaft sei, dass die Böden immer mit Pflanzen besetzt sind – das verhindert, dass Erde weggewaschen oder feiner Humus weggeweht wird. Zudem entstehen durch die Fruchtfolge mehr Bodenlebewesen wie Regenwürmer und damit viel Humus. Dazu lockern diese Tiere den Boden auf, der somit besser Wasser aufnehmen kann. Darüber hinaus gebe es einen Effekt, der angesichts von zunehmender Luftverschmutzung entscheidend ist: „Die Pflanzen und der Humus nehmen in immensen Mengen Kohlendioxid auf“, betont Müller, „wenn alle biologisch anbauen würden, könnte sich die Natur wieder selber regulieren und die ganzen Wetterkapriolen abfedern.“

Wasserbüffel als „Landschaftspfleger“ liefern auch Büffelmilch und Bio-Fleisch

Über die ökologisch-biologische Landwirtschaft und damit einhergehender Hühnerhaltung war die Familie 2014 auf die Idee gekommen, Nudeln mit Zutaten aus ökologisch-biologischem, regionalem Anbau zu produzieren. Mit Gründung der Marke „Getreideland NRW“ ist garantiert, dass die verwendeten Getreidekörner aus Nordrhein-Westfalen stammen und somit die gesamte Herstellungskette in diesem Bundesland verortet ist.

„Die kooperierenden Bauern und wir pflanzen Ur-Getreidesorten wie Dinkel, Emmer und Einkorn an“, sagt er, „es sind natürliche Sorten mit weniger Ertrag, die dem Boden aber auch weniger Nährstoffe entziehen.“

Das Korn dieser Sorten ist mit einem zusätzlichen Mantel gegen Umwelteinflüsse geschützt und besser verdaulich. Aufgrund seiner robusten Natur ist es kaum anfällig für Pilze, sehr einfach anzubauen und weniger pflegeintensiv.

Nachhaltigkeit ist ihnen wichtig: Ehepaar Müller mit ihren drei Töchtern

„Unsere Nudeln, die wir in 50 Sorten herstellen und die es bereits in 1000 Geschäften zu kaufen gibt, bestehen nur aus reinem Korn, Wasser, Eiern und Kräutern“, beschreibt Reinhold Müller das beliebte Nahrungsmittel, das die Familie zurzeit in Köln herstellt. Bei der Aufzucht der Pflanzen kommen weder Dünger noch Spritzmittel zum Einsatz. Ebenso laufen die Bio-Hühner auf Freiland. Und die Wasserbüffel leben auf reinen Gras- und Kräuterflächen, wozu sie im Winter Heu bekommen. „Die Kunden legen heute sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit, Regionalität und wertvolle Lebensmittel“, wissen die Müllers, „durch die geplante Erweiterung des Betriebs mit mehr eigenem Getreideanbau und gläserner Produktion möchten wir mehr Menschen erreichen, klären wir auf und werden unserer Verantwortung für die Nachwelt gerecht.“

 

Weitere Informationen: https://muellernudel.de

Autor: Nicole Peters

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